Deprag Schulz

Schmutzpartikel in der Schraubmontage minimieren

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Schraubverbindungen mit speziell behandelten Verbindungselementen

Aber auch geeignete Reinigungsprozesse gehören zu den Fundamenten der Fertigung im Sauberraum wie die Verwendung von speziell behandelten Verbindungselementen. Der Schraubenhersteller Arnold Umformtechnik bietet beispielsweise mit Cleancon Verbindungselemente an, die durch Herstellung, Reinigung und Verpackung besonders für die Anforderungen der technischen Sauberkeit im Schraubprozess konzipiert wurden (Bild 2 – siehe Bildergalerie).

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Technische Sauberkeit erfordert ganzheitliche Betrachtung der Prozesse

Bereits 2007 hat Arnold Umformtechnik in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut den Cleancon-Prozess definiert, um Sauberkeitsanforderungen in der Verbindungstechnik einzuhalten. Doch nicht alleine das Design und die Fertigungsprozesse beeinflussen die Sauberkeit. Inzwischen wird der gesamte Prozess über die Verpackung und Logistik bis hin zur Montage dahingehend betrachtet, eine Rückverschmutzung zu vermeiden. Deshalb ist eine angepasste Zuführ- und Verarbeitungstechnik nötig, um die Sauberkeitsanforderungen auch bei der Verschraubung zu erfüllen. Gemeinsam mit Partnern aus der Schraubtechnik konnten geeignete Schrauber und Schraubenförderer entwickelt werden.

Doch auch die Schraubmontage selbst erzeugt durch Abrieb gefährliche Partikel, haben Untersuchungen nachgewiesen. Alternative Materialien und Verfahrensweisen wirken dem entgegen. Wird unbeschichtetes Aluminium oder unbehandelter Stahl für die Montageanlage verwendet, sind Schmutzteilchen durch Abrieb oder Korrosion nicht zu vermeiden. Fällt die Wahl allerding auf alternative Materialien wie polierten Edelstahl und eloxiertes Aluminium, vermindert dies die Partikelzahl und erleichtert das Reinigen der Anlagenkomponenten.

Wird bei der Konzeptionierung einer Fertigungsanlage ein Druckluftschrauber gewünscht, sollte auch er den Sauberkeitsanforderungen entsprechen. Dafür hat die Deprag reinraum-geeignete Druckluftschrauber mit poliertem Edelstahlgehäuse und kontrollierter Abluftführung in ihrem Standardsortiment, die sich für insbesondere für Verschraubungen im Sauberraum empfehlen. Solche hochwertigen Industrieschrauber sind an die hohen Sauberkeitsanforderungen angepasst und haben sich bereits in der Praxis bewährt.

Schonende Teilezuführung trägt zu verringerter Partikelzahl bei

Bei der Vereinzelung der Schraubverbindungselemente lässt sich die Partikelzahl ebenfalls durch die Wahl der richtigen Technik entscheidend verringern. Die gängigen Vibrationswendelförderer transportieren Schrauben durch Wurfbewegungen im Fördertopf. Die Schrauben reiben aneinander – es entstehen Störpartikel durch Abrieb. Geht es um technische Sauberkeit, ist deshalb eine schonende Teilezuführung mit einem Hubsegmentfördergerät empfehlenswert.

Wird die Schraube dem Schraubgerät direkt über dem Bauteil zugeführt, ist eine Kontaminierung mit Teilchen nicht auszuschließen. Eine saubere und sichere Zuführung dagegen lässt sich umsetzen, indem der Schrauber auf eine definierte Position über eine Vakuumquelle fährt. Dort wird die benötigte Schraube für den nächsten Schraubvorgang mit Blasluft eingeschossen. Eventuell dabei austretende Schmutzteilchen werden vom Vakuum aufgenommen. Erst dann fährt der Schrauber auf die Position „Schraubstelle“ zurück und die Schraube wird montiert. Vakuumquellen an allen relevanten Stellen erhöhen die Sauberkeit und empfehlen sich an sämtlichen Restabriebsstellen.

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