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Swaybend - der schwebende Balken - macht konische Teile möglich
Die Arbeitsweise des Swaybend soll an einem Beispiel verdeutlicht werden (zweites Schemabild). Der Abstand zwischen den beiden Zylindern Y1 und Y2 beträgt 2000 mm (A), der maximale Höhenunterschied zwischen den beiden Zylindern 100 mm (B). In diesem (extremen) Fall hat der Pressbalken eine Auslenkung von unter 3 °. Entsprechende konische Kantungen mit einer Steigung von beipsielsweise 3 ° sind also im gesteuerten Modus möglich.
Drückt der Zylinder den Pressbalken auf der einen Seite um 100 mm senkrecht nach unten, so vergrößert sich der Abstand zwischen den beiden Zylinderlagern auf 2002,5 mm (C). Ist der Abstand zwischen den Zylinderlagern aber starr bei 2000 mm, würden die beiden Zylinder diesem Druck ausweichen und sich zur Mitte hin verschieben. Auf Dauer würden die Führungen ausschlagen und kaputtgehen.
Die flexible Lagerung (wie im Swaybend-System) dagegen erlaubt mithilfe des Kugelgelenks auch bei einer Schrägstellung des Pressbalkens eine vertikale Bewegung des Zylinders. Die Wegdifferenz von 2,5 mm wird durch das Kugelgelenk ausgeglichen, der Kolben bleibt vertikal und verkantet sich nicht. Mit Swaybend sind die Kolben beim Biegen von schrägen Kantungen (zum Beispiel Übergangstücke von rund nach Eckig oder Schrägkantungen) unabhängig von der Auslenkung der Zylinder stets absolut parallel.
Für die Programmierung und Steuerung der Maschine wird die Steuerung von Delem eingesetzt, eine grafische 3D-Steuerung für CNC Abkantpressen. Ist das Bedienpanel üblicherweise links an den Maschinenrahmen montiert, bietet Hezinger auch hier eine besondere Lösung an, nämlich das flexible fahrbare Bedienpult. Der Vorteil eröffnet sich vor allem bei großen Maschinen: Der Bediener kann stehen, wo er möchte. Das spart Wegezeiten und damit Arbeitszeit – und das steigert zusätzlich die Produktivität.
Hohe Produktivität ist auch bei den anderen Komponenten und Bauteilen die höchste Prämisse bei Hezinger. Da seien zunächst die bis zu sechs CNC-steuerbaren Hinteranschlagsachsen genannt, die jeweils bis zu 1000 mm verfahren werden können. Damit lassen sich auch schräge Teile problemlos biegen. Unterstützung erhält der Bediener dabei von den pneumatischen Auflageflächen, die an jeder Einspannvorrichtung zu finden ist. Bei dünnem Blech verhindert die Auflagefläche das Durchbiegen des Bleches und bei schwerem Material kann sie dem Bediener einen Teil der Last abnehmen. Jede der Auflageflächen lässt sich separat und für jede Kantung individuell zuschalten oder abwählen.
Als Werkzeug setzt Hezinger entweder das Systemwerkzeug von Ferrari oder das Werkzeug New Standard von Wila ein, das entweder mechanisch oder hydraulisch geklemmt wird.Dass auch jederzeit der Sicherheit Genüge getan wird, dafür sorgt die Maschinenüberwachung AKAS von Fiessler. Ein Laserstrahl läuft beim Absenken des Pressbalkens dem Stempel vor, bis er in die Matrize eintritt. Wird diese Lichtschranke vorzeitig unterbrochen, beispielsweise durch einen Fremdkörper oder durch das Eingreifen des Bedieners, wird sofort ein Not-Aus ausgelöst. Die Anweisungen für die Fehlerbehebung sowie die Auswertung der Störungsmeldung samt Erklärung findet der Bediener in Klartext direkt auf dem Bedienpanel.
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