Hezinger Maschinenbau Schwebende Balken garantieren exakte konische Biegungen

Autor / Redakteur: Thomas-Alexander Weber / Dietmar Kuhn

Die Hezinger Maschinen GmbH ist ein Allroundanbieter in Sachen Blechbearbeitungsmaschinen. Das Angebotsspektrum umfasst beispielsweise Tafelscheren, Abkantpressen, Rundbiegemaschinen, Wasserstrahl- und Plasmaschneidanlagen. Neu ist die Abkantpresse der Baureihe PRCN. Sie sieht auf den ersten Blick aus wie eine normale Abkantpresse – das ist sie aber nicht.

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Obwohl Abkantpressen zur Standardausrüstung eines Blechbearbeiters gehören, ist die Entwickelung nicht stehen geblieben wie das Beispiel einer neuen Baureihe zeigt.
Obwohl Abkantpressen zur Standardausrüstung eines Blechbearbeiters gehören, ist die Entwickelung nicht stehen geblieben wie das Beispiel einer neuen Baureihe zeigt.
(Bild: Hezinger)

Kernstücke einer Abkantpresse sind der Pressentisch mit der Matrize, der Pressbalken mit dem Stempel und die Druckzylinder, um den Balken zum Pressentisch zu führen und so das Werkstück zwischen Matrize und Stempel umzubiegen. Eine Quertraverse zwischen den Seitenwangen sorgt für die notwendige Maschinensteifigkeit und fungiert (häufig) gleichzeitig als Ölreservoir für das Hydrauliköl.

Druckzylinder befinden sich im inneren der Rahmenstruktur

Normalerweise sind die Druckzylinder (oder Hydraulikzylinder) in die Seitenständer (Seitenwangen) des H-Rahmens integriert. Nicht so bei der PRCN Baureihe von Hezinger. Bei ihr befinden sich die Druckzylinder im Inneren der Rahmenstruktur, folglich ist der Abstand der Zylinder zueinander reduziert. Damit sind auch die Kraftangriffspunkte zur Mitte hin verschoben und die Zylinder können die Kraft gleichmäßiger auf das Werkstück übertragen. Das reduziert die Deformation des Balkens um bis zu 60% – und wirkt sich positiv auf die Bombierung des gebogenen Bauteils aus.

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Weil die Zylinder nicht in den Maschinenrahmen integriert sind, ist eine weitere zusätzliche Quertraverse erforderlich, die die Zylinder aufnimmt. Diese ist im rechten Bild des Pressenschemas durch das rot markierte H-Profil zu erkennen. Damit erhält die Maschine eine noch größere Steifigkeit und neigt zu geringeren Durchbiegungen. Das reduziert den Justageaufwand des Stempels über einen große Materialdickenbereich. Außerdem können höhere Druckkräfte auch auf kürzere Längen aufgebracht werden. Insgesamt führt dieser Aufbau zu besseren Umformergebnissen und höheren Druckkräften. Maschinen dieser Baureihe können Kräfte bis zu 6000 kN erzeugen.

Die Zylinder werden in einem Kugelgelenk aufgehängt

Der Pressbalken, im Schemabild links blau dargestellt, ist mit den Zylindern gekoppelt. Doch anstatt die Zylinder starr mit dem Pressbalken zu koppeln, wie es bei Abkantpressen üblich ist, sind die Zylinder bei der Hezinger Maschine durch ein Kugelgelenk mit dem Pressbalken verbunden. Diese flexible Lagerung hat zu dem Namen Swaybend (schwebender Balken) geführt.

Die Kugeln (Kugelgelenke) befinden sich in einem Ölbad und können sich frei in ihrer Führung bewegen. Doch warum sollte der Zylinder überhaupt beweglich ausgeführt sein? Üblicherweise senkt sich doch der Pressbalken gleichmäßig nach unten zum Presstisch. Genau an dieser Stelle weichen Theorie und Praxis manchmal voneinander ab.

Für konische Kantungen (beispielsweise Übergangstücke von rund zu eckig oder Trichterformen) ist die schräge Zustellung des Oberbalkens notwendig.

Das Kugelgelenk erlaubt eine gewisse Neigung des Biegebalkens, die je nach Einsatzgebiet auch programmiert (gesteuert) werden kann. Der Höhenunterschied zwischen Y1 und Y2 darf dabei je Seite ± 50 mm betragen, also 100 mm absolut.

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