Recruiting in Osteuropa

So finden Sie gute Mitarbeiter in Russland und Osteuropa

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Im deutschsprachigen Raum basieren fast alle modernen, maßgeschneiderten Assessment-Prozeduren auf dem Kompetenzprofil von Werner Sarges. Das Kompetenzprofil für Fachkräfte und Experten besteht hiernach aus den vier Hauptblöcken „Persönlichkeit und soziale Kompetenz“, „Fachkompetenz und Leistung“, „kognitive und methodische Kompetenz“ sowie „Kommunikation und Soft Skills“. Das Kompetenzprofil für Manageraufgaben ist differenzierter. Es besteht aus den gleichen Blöcken wie das für Fachkräfte, aber mit einem anderen Fokus, und schließt den Führungskräfteblock „Führungskompetenz und Motivation zu führen“ ein.

Der Assessment-Prozess in Osteuropa und Russland

Die Kompetenzblöcke werden jeweils auf definierte Kriterien heruntergebrochen. So kann das Kompetenzprofil für bestimmte Aufgaben auf verschiedenen Ebenen beurteilt werden. So umfasst zum Beispiel der Kompetenzblock „Kognitive und methodische Kompetenz” unter anderem Parameter zu den Bereichen Entscheidungsfindung, Problemlösung, Lernfähigkeit, Konzentration, Ursache-Wirkungs-Analyse sowie Kreativität und Wahrnehmung. Jeder dieser Aspekte wird weiter auf einzelne Verhaltensanker heruntergebrochen; das hilft den Beobachtern, die Leistung der Kandidaten zu evaluieren und zu beurteilen.

Diese Evaluation der Kompetenzen liefert valide und objektive Ergebnisse im deutschsprachigen Raum. Doch wie sieht es hiermit in den osteuropäischen Ländern und in Russland aus?

Hier laufen Assessment-Prozesse und Management-Audits schief, wenn sie sich auf die genannten Hauptblöcke beschränken. Weitere Kriterien müssen berücksichtigt werden.

Haupt-Zusatzkriterium „wirtschaftlicher Hintergrund“

Ein Assessment der Faktoren, die die Profitabilität eines Unternehmens bestimmen, ist sehr wichtig. Denn einige Generationen im Osten neigen dazu, diese Parameter zu ignorieren.

  • Die ältere Generation zeigt einen Mangel an Bewusstsein für ökonomische Belange. Dies ist zum einen der früheren Planwirtschaft geschuldet, in der kein Wert auf Profitabilität gelegt wurde, zum anderen dem Statusbewusstsein dieser Generation. Denn es ist eine Tradition, seinen Reichtum zu zeigen und sich teure Dinge zu kaufen, die man sich kaum leisten kann, was eine Kosten-Nutzen-Kalkulation entbehrlich macht.
  • Die „Perestroika”-Generation hat gelernt, Geld in einem sich ändernden Umfeld zu verdienen. Sie versucht häufig, „schnelles Geld” zu machen, das gleichbedeutend ist mit „erzieltem Gewinn“. In Polen, Russland und der Slowakei sind beispielsweise die meisten wegen Steuerhinterziehung oder Betrug mit Firmen mit Sitz im Ausland verurteilten Personen zwischen 46 und 58 Jahre alt.
  • Die junge Generation ist sich der finanziellen Belange bewusst, da sie dieses Wissen bereits in der Schule und der Universität vermittelt bekam. Dieses bleibt häufig jedoch sehr theoretisch, da die Firmen in der Regel keine Analyse der finanziellen Zusammenhänge und Abhängigkeiten auf der untergeordneten Hierarchieebene betreiben.
  • Die Expatriate-Zielgruppe verfügt über das größte Bewusstsein für diesen Faktor. Trotzdem ist selbst in dieser Gruppe das Bewusstsein für die finanziellen Belange häufig gering, insbesondere bei den Spezialisten mit überwiegend technischem Fachwissen.

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