Seit drei Jahren arbeitet Lorch Schweißtechnik mit Solidworks Electrical. Man hat auch die Entwicklung und Konstruktion entsprechend umstellen müssen. Trotz allem: Es geht nicht mehr ohne!
Kabel und Leiterkarten werden nicht mehr in der realen Montage irgendwie ins Gehäuse „gezwickt“ und dann rückwärts dokumentiert, sondern von vorn herein mit ein konstruiert.
(Bild: Lorch)
In der Vergangenheit waren elektrische und mechanische Konstruktion strikt voneinander getrennt. Beide Bereiche hatten eigene Chefs, manchmal ging die Trennung bis hinauf zu den Hauptabteilungsleitern. Die jeweiligen Projekte wurden zwar abgesprochen, die Abstimmungen waren jedoch zeitaufwändig und die Arbeit manchmal nicht besonders effizient.
So kann man im Zeitalter der Mechatronik nicht mehr weiterarbeiten. Manche Firmen haben bereits Konsequenzen gezogen und die Teams räumlich zusammengesetzt, andere haben sogar einen gemeinsamen Konstruktionsleiter ernannt. Noch deutlich weiter geht eine integrierte Konstruktion, bei der die Teams beider Bereiche in ein CAD-System hineinarbeiten und ein gemeinsames Modell erzeugen – mit vielen Vorteilen, wie man noch sehen wird.
Bildergalerie
Genau in diese Richtung arbeitet jetzt die Lorch Schweißtechnik in Auenwald bei Stuttgart und darf sich somit hier als Pionier betrachten.
Mit Solidworks das „Ding des Jahres“ entwickelt
Info
DPS-Kunde Ulrich Müller hat einen faltbaren Anhänger entwickelt.
Was macht man mit einem Anhänger, den man nur ab und zu braucht und der sonst im Weg steht? Man klappt ihn zusammen. Mit dieser Idee machte sich Ulrich Müller direkt nach seinem Studium „Industrial Management and Engineering“ selbständig.
Um es von Anfang an professionell und qualitativ hochwertig zu machen, setzt er auf die Nürnberger Geschäftsstelle des Softwarehauses DPS. Hier erhielt er Beratung, sodass zunächst die Konstruktionszeichnung mit der CAD-Software Solidworks entstand und die Tragfähigkeit der Deichsel mit Solidworks Simulation geprüft wurde. Da Müller von Anfang an eine durchgängige Lösung anstrebte, brachte er die Konstruktion mit Solidcam I-Maching in die Fertigung.
Als er von der Erfindershow „Das Ding des Jahres“ erfuhr, dachte Müller: Einfach mal bewerben. Den Zuschauern gefiel sein schlauer Anhänger. Und so stimmten über ein Drittel der Zuschauer für den Anhänger „Faltos“, den man in 10 Minuten auf- oder abbauen kann.
Die Lorch Schweißtechnik GmbH wurde 1957 durch Bruno Lorch in Fellbach gegründet. Schon ein Jahr später bringt er das erste tragbare Elektroden-Schweißgerät – eine Weltneuheit – auf den Markt. Mittlerweile sind rund 250 Mitarbeitern weltweit für Lorch tätig. „Alle Schweißgeräte werden in Auenwald entwickelt und gefertigt. Sie sind also echt 'Made in Germany', eine Tatsache, die von den Kunden rund um den Globus geschätzt wird“, so Paul Giesinger, F & E Technologiemanager Mechatronik.
Während der gesamten Zeit brachten die Schwaben immer wieder Innovationen auf den Markt, die dem Schweißen neue Impulse gegeben haben. Ein großer Schwerpunkt liegt auf dem MIG/MAG-Schweißen, auch das WIG-Schweißen spielt seit 1969 seine Rolle. Eine Tendenz, hier wie anderswo: Die Software wird immer wichtiger. Heute steuert die Software unter anderem den Lichtbogen – der Schweißprozess wird einfacher, sicherer und schneller. Mithilfe der Mechatronik wird jetzt die Entwicklung beschleunigt und die Geräte werden deutlich kompakter.
Mechatronische Entwicklung hat ihren Platz gefunden
Bereits 2006 haben die Schweißspezialisten Solidworks eingeführt. Von Anfang an dabei war DPS Software als Lieferant und Betreuer der Software. Die DPS-Installation bei Lorch beinhaltet mittlerweile Solidworks, Solidworks Composer (für die Dokumentation) und das PDM-System, Solidworks PDM Professional.
Die Entscheidung für PDM ist vor allem gefallen, weil man mit Solidworks Electrical und Mechanik-CAD nun noch mehr Daten erzeugt und ein zentrales Verwaltungssystem für diese Anwendung benötigt. Durch den mechatronischen Ansatz ist die Entscheidung für ein PDM-System absolut notwendig geworden, auch wenn man schon früher an einen Einsatz wegen der Mehrwerte wie bessere Speicherzeiten, relationale Datenbank, erhöhte Transparenz und Audit-Sicherheit gedacht hat. Dazu sei noch angemerkt, dass es eine direkte Kopplung von Solidworks Electrical ans PDM gibt. Mit nur zwei Buttons können die Projekte und Daten ein- und ausgecheckt werden und es entsteht somit ein zu 100% kontrolliert gesteuerter Workflow. „Als vor rund fünf Jahren Solidworks Electrical herauskam, haben wir uns schon dafür interessiert, konnten es zunächst aber nicht einsetzen, weil das System noch zu stark auf den Schaltschrankbau fixiert war. Für einen Anlagenbauer mit elektrisch/mechanisch integrierten Teilen ging es noch nicht. Das hat sich aber bald geändert, zu unseren Gunsten und wir konnten einsteigen“, wie Giesinger berichtet.
Erlernen der Basisfunktionen und des optimalen Einrichtens
Nach intensiver Vorbereitung inklusive Nutzerausbildung, begann eine sechsmonatige Testphase, eng begleitet durch DPS. Giesinger: „In dieser Phase war die Unterstützung durch DPS beim Erlernen der Basisfunktionen und für das optimale Einrichten des Systems sehr wichtig.“ Die Aufgabe von Paul Giesinger und seinen Kollegen war es, die Software so lange auszuprobieren, „bis wir wussten, wie sie im Detail funktioniert und bis eine selbständige Beherrschung gegeben war“. Bevor nun dargelegt wird, wie man mit der Software arbeitet, zunächst ein Blick auf das System selbst.
Die Software, um die es hier geht, kommt vom französischen Unternehmen Trace, bekannt durch ihr Teilekatalogsystem Traceparts. Das Elektropaket selbst hatte vorher schon den Goldpartner-Status, also datenkompatibel, unter einer Benutzeroberfläche laufend etc. Drei unterschiedliche Pakete stehen zur Verfügung:
Solidworks Electrical Schematics, ein 2D-Paket für die Schaltplanentwicklung: Es bringt alles mit, was für die schnelle und sichere Schaltplanentwicklung nötig ist und umfasst eine umfangreiche Bauteilbibliothek.
Solidworks Electrical 3D: Um die in diesem Artikel genannten Vorteile der Mechatronik zu erfahren, braucht man die Integration ins 3D. Und das leistet Solidworks Electrical 3D. Dieses wiederum setzt eine so genannte Solidworks Basislizenz voraus. Durch diese Verbindung wird die 3D-Darstellung der elektrischen Komponenten bewerkstelligt. Anwender von Electrical 3D ist der klassische Solidworks-Konstrukteur. Der kommt nun in den Genuss, dass alle elektrischen Komponenten mit echten Abmessungen in seiner Baugruppe erscheinen. Der Hersteller liefert ca. 500.000 Bibliotheksteile bereits mit.
Solidworks Electrical Professional enthält beide vorher genannten Einzelpakete, die dann nur eines einzelnen Installations- und Lizenzierungsschrittes bedürfen. Electrical bietet Vorteile bei der Kabelverlegung, bis hin zur Konstruktion von Kabelbäumen. Die Leitungsführungstechnologie im System ermöglicht stark vereinfachtes automatisches Verlegen von Drähten, Kabeln und Kabelbäumen aus dem 3D CAD-Modell heraus. Die detaillierten Informationen zur Leitungsführung sind sofort für alle am Projekt beteiligten Benutzer verfügbar. Es ermöglicht den Benutzern ein paralleles Arbeiten. Alle Entwurfsdaten werden in Echtzeit zwischen Elektrik und Mechanik synchronisiert, so dass Inkompatibilitäten nicht mehr auftreten. Außerdem erlaubt es die Erstellung von Anlagen-Fließbildern, die nicht nur im Anlagenbau zu einer vollständigen Beschreibung der Produkte genutzt werden können.
Die Geräte werden noch kompakter!
In Auenwald sind nach der Entscheidung, pro Solidworks Electrical, Solidworks Electrical Schematics und Solidworks Electrical 3D eingeführt worden. Die Vorgehensweise mit der neuen Software ist nun so, dass zunächst das Gehäuse an sich konstruiert wird. Dann werden Leiterplatten, Steckverbindungen, Kabel etc. eingearbeitet. Danach entsteht der Schaltplan.
„Anhand des Schaltplans definieren wir die Steckerliste und die Kabel im Electrical", sagt Giesinger. Es findet also eine Konstruktion von unten nach oben statt. Im Englischen auch bottom up genannt. Das Ergebnis ist erfreulich: Es passt wirklich alles zusammen und die Geräte werden noch kompakter! Ein neues Gerät zum 200-Ampere-WIG-Schweißen wiegt jetzt nur noch 7,5 kg. „Also“, sagt Paul Giesinger, „kann man mit Fug und Recht sagen, eine andere Arbeitsweise ist in Zukunft nicht mehr denkbar.“
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Ebenfalls sehr zu schätzen ist der Zeitvorteil. Weil zum Beispiel die Kabelbäume virtuell genau eingepasst werden können, sind sie auch schon bestellbar. Bis dann die anderen Teile für den Bau des Prototyps in der Werkstatt ankommen, sind auch die Kabelbäume da. Sie müssen nicht erst dann vom Elektriker "hineingefriemelt“ werden, um danach die wahren Längen der einzelnen Stränge abzumessen, diese rückwärts zu dokumentieren und dann bestellen zu können. „Das spart uns Wochen“, meint Giesinger. Das Arbeitsverhältnis zu DPS beschreibt er „immer hervorragend. Da sind wir wirklich happy und fühlen uns gut aufgehoben“.