Medizintechnik-Produktion Sonderlehren prüfen die Toleranz medizintechnischer Produkte

Autor / Redakteur: Uwe Hildebrandt und Matthias Holzapfel / Udo Schnell

Beim Fertigen von Produkten für die Medizintechnik ist der Toleranzbereich oft sehr klein. Deshalb werden spezielle Lehren gefertigt, um die hochpräzisen Teile auch prüfen und messen zu können. Beispielsweise können mit einer eigens entwickelten Abstecklehre Bauteile direkt an der Maschine geprüft werden.

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Präzision im Operationsablauf ist ein entscheidender Parameter für das Gelingen eines chirurgischen Eingriffs. Einen ebenso wichtigen Stellenwert hat auch das zum Einsatz kommende Instrumentarium – höchste Anforderungen also an Entwicklung, Konstruktion und Fertigung von medizintechnischen Präzisionsprodukten, die sich häufig im Toleranzbereich von wenigen Mikrometern bewegen.

Chirurgie-Instrumente erfordern maximale Präzision

Aesculap, eine Sparte der B. Braun Melsungen AG, ist einer der weltgrößten Hersteller chirurgischer Instrumente. Innovationen wie das Navigationssystem für die millimetergenaue Platzierung von Hüft- und Kniegelenken gehören zu den Meilensteinen in der über 140-jährigen Firmengeschichte.

Im Fokus des Unternehmens stehen Produkte und Dienstleistungen für alle chirurgischen Kernprozesse — zum Produktprogramm gehören unter anderem chirurgische Instrumente, Implantate, Endoskope, chirurgische Motorensysteme, Nahtmaterial, Container- und Lagerungssysteme sowie Produkte für die Gefäßtherapie.

Medizintechnik erfordert eigenen Werkzeug- und Betriebsmittelbau

Nicht nur in der Medizintechnik geht der Trend zu immer höherer Qualität und damit zu immer engeren Toleranzen – aus diesem Grund verfügt Aesculap über einen eng mit der Entwicklung verzahnten Werkzeug- und Betriebsmittelbau, in dem beispielsweise Gesenke, Spritz- oder Folgeverbundwerkzeuge für die Produktion von chirurgischen Instrumenten und Implantaten sowie Lehren gefertigt werden, um die hochpräzisen Teile auch entsprechend prüfen und vermessen zu können.

Standardlehren wie Gewinde-, Ring-, DIN- oder Funktions- und Formlehren werden im Haus konstruiert und gebaut. Weil aber bei komplexeren Bauteilen oder Komponenten nicht immer über ausreichende Fertigungsmöglichkeiten für den sensiblen Bereich des Sonderlehrenbaus zur Verfügung stehen oder auch bei Kapazitätsengpässen, werden seit etwa 15 Jahren die Leistungen externer Zulieferer in Anspruch genommen.

OPW liefert Sonderlehren für Aesculap

Als verlängerte Werkbank für Aesculap fungiert die Oberndorfer Präzisions-Werk GmbH & Co. KG (OPW), die bereits auf über ein halbes Jahrhundert Erfahrung in der Herstellung von Lehren, Einstellmeistern, Prüf- und Messvorrichtungen zurückblicken kann. In den letzten drei Jahrzehnten verlagerte das Unternehmen seine Kernkompetenz von den Standardlehren hin zu Sonderlehren und Messvorrichtungen.

Die Anforderungen an OPW, die zum Beispiel für den Bau einer besonderen Abstecklehre (Bild 1 – siehe Bildergalerie) für ein neues Operationsinstrument aus Keramik gestellt werden, sind sehr hoch – und für jeden Techniker eine Herausforderung.

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