Mecadat / Zetka

Stanzbiegewerkzeuge im Team konstruiert

| Autor / Redakteur: Theo Drechsel / Frauke Finus

u-genau: Screenshot der Kontaktfeder – sechs dieser Präzisions-Stanzbiegeteile, die mit Kunststoff umspritzt werden, bilden jeweils eine Ladebuchse sowie den Anschlussbereich des Akkus.
u-genau: Screenshot der Kontaktfeder – sechs dieser Präzisions-Stanzbiegeteile, die mit Kunststoff umspritzt werden, bilden jeweils eine Ladebuchse sowie den Anschlussbereich des Akkus. (Bild: Zetka)

Die Umsatzentwicklung des Allgäuer Spezialisten für Präzisionsstanz- und -biegeteile Zetka kennt seit Jahren nur eine Richtung: nach oben. Eine wichtige Rolle bei dieser Erfolgsgeschichte spielt die 3D-Werkzeugbaulösung Visi, die jüngst durch die PDM Team Edition erweitert wurde. Jetzt werden bei Zetka die Werkzeuge ausschließlich parallel im Team konstruiert, was die Projektdurchlaufzeiten deutlich reduziert.

Mit Visi verfügt Zetka über eine schnittstellenfreie, gut funktionierende 3D-Prozesskette auf Basis eines durchgängigen Datenmodells, die sich von den ersten Kundenkontakten über Machbarkeitsstudien, Methodenplanung über die Werkzeugkonstruktion bis hin zur NC-Programmierung und Visualisierung in der Fertigung erstreckt. Zurzeit werden bei Zetka die Visi-Module von Mecadat an neun Arbeitsplätzen genutzt, zuzüglich der elf Lizenzen von Visi-Viewer, der auf insgesamt 20 PCs in der Fertigung installiert ist. In der Werkzeugkonstruktion wird an sieben Arbeitsplätzen mit der 3D-CAD-Umgebung Visi Modelling gearbeitet, zwei weitere Lizenzen kommen bei der Konstruktion von Betriebsmitteln sowie in der Fräsabteilung zusammen mit Visi Can 2,5D für die NC-Programmierung zum Einsatz. Die Einbindung der Drahterodiermaschinen durch das Modul Visi Peps-Wire ist geplant.

Zwei Plätze sind in der Werkzeugkonstruktion zusätzlich mit dem Schnitt- und Stanzwerkzeugmodul Visi Progress (Abwicklung, Streifenlayout, Werkzeugaufbau) ausgerüstet, sowie ein Platz außerdem mit Visi Blank zur Zuschnittsberechnung. „Darüber hinaus ist die Erweiterung Visi Team Edition installiert“, ergänzt Engelbert Gschwend, der als Prokurist und Leitung Technik/Entwicklung bei Zetka für komplexe Stanz- und Stanzbiegeteile verantwortlich ist. „Mit Team Edition haben wir Anfang 2016 begonnen und sind von den Möglichkeiten, die uns dieses Tool bietet, wirklich begeistert.“ Er zeigt auf eine Handvoll wenige Millimeter große Kontaktfedern aus der laufenden Produktion. Sechs dieser Präzisions-Stanzbiegeteile, die mit Kunststoff umspritzt werden, bilden jeweils eine Ladebuchse sowie den Anschlussbereich des Akkus, die in E-Bikes verbaut werden. Der Artikel wurde bei Zetka bereits über eine Million Mal hergestellt.

Gesamtprojektdauer um 25 % reduziert

Für das Stanzbiegewerkzeug haben in Füssen vier Mitarbeiter mit Visi im Teammodus parallel konstruiert und so nur noch gut ein Viertel der bisherigen Zeit benötigt. Doch wie bildet man mit Visi ein Konstruktionsteam? Konstruktionsleiter und damit der Chef des jeweiligen Projekts ist bei Visi Team der Master. Dieser legt in der Visi PDM Team Edition ein Projekt an und pflegt die schon vorbereitete Basiskonstruktion ein, in der die Grundstrukturen des Werkzeugs wie Werkzeuggröße oder Layerbelegung festgelegt sind. Wenn der Master die Streifenfolge mit Visi Progress theoretisch festgelegt hat und dies von den Projektverantwortlichen abgesegnet ist, wird der Teammodus aktiviert und die Aufgabenverteilung im Team beginnt. Stanzbiegewerkzeuge sind übrigens besonders gut für die Teamkonstruktion geeignet: Einer macht den Schnitt, damit die richtige Platine herauskommt, und ein anderer arbeitet bereits am Biegewerkzeug. Um Kollisionen auszuschließen, sichern sich die eingeladenen Teamkollegen individuelle Zugriffsrechte. So können alle Mitglieder der Konstruktionsgruppe die Layerstruktur sowie die Zeichenblattbelegung der Basiskonstruktion einsehen.

Das Master-Workfile ist die Datei, in der die Daten aller Team-Benutzer gesammelt werden. Diese Datei öffnet der Teamkollege dann mit seinen Zugriffsrechten und kann nach dem Auschecken von Layern und Zeichenblättern unabhängig daran arbeiten. Ist man soweit, dass man seinen Konstruktionsfortschritt an die anderen Teammitglieder verteilen möchte, wird einfach wieder eingecheckt und so die bearbeiteten 3D-Daten und Zeichenblätter in das Master-Workfile übertragen. Über diesen Änderungsvorgang wird vom System automatisch eine Mitteilung an alle Teambenutzer verschickt, was im Alltag sehr hilfreich ist. „Dank des leichten, selbsterklärenden Bedienkonzepts, das wir von den anderen Visi-Lösungen schon gewohnt sind, konnten wir bereits nach einem knappen Tag Inhouseschulung produktiv mit der Team Edition arbeiten. Wir reduzieren durch das parallele Konstruieren nicht nur die Gesamtprojektdauer um bis zu 25 %, sondern es gibt auch kein Werkzeug mehr, an dem einer alleine konstruiert”, unterstreicht Gschwend. „Das wissen die Kunden ebenfalls zu schätzen, deshalb ist es in der Werkzeugkonstruktion inzwischen undenkbar, dass ein Projekt nicht im Team bearbeitet wird. Außerdem wären wir ohne Visi in Dingen wie Geometrien, Toleranzen und Durchlaufzeiten nicht dort, wo wir heute stehen – Visi ist für uns ein richtiger Innovationstreiber.“.

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