Metall- und Elektroindustrie

Tarifvertrag soll Ausbildungschancen von Schulabbrechern verbessern

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Warum ist ein solcher Tarifvertrag wichtig?

Brossardt: Weiterbildung und Qualifizierung stehen in der Eigenverantwortung jedes Arbeitnehmers. Durch die neue Regelung wird eine tarifvertragliche Option geschaffen, die unterstützend wirkt. Wie oft diese gezogen wird, wissen wir nicht. Es handelt sich um einen kostenneutralen Tarifvertrag, der unterschiedliche Möglichkeiten bietet. So lässt sich diese Lösung auch über ein Jahr anwenden in Verbindung mit der einjährigen Technikerschulung. Das führt zu weiterer Qualifizierung in überschaubaren Zeiteinheiten und funktioniert auch in späteren Phasen des Berufslebens.

Zurück zum Thema benachteiligte Jugendliche: Was kann man zusätzlich tun, um benachteiligten jungen Menschen den Weg in die Ausbildung zu ebnen?

Brossardt: Wir müssen Bildung bei uns in der Gesellschaft so organisieren, dass jeder sich entsprechend seinen Fähigkeiten entwickeln kann. Die bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeberverbände arbeiten an unterschiedlichsten Projekten entlang der Bildungskette, sodass wir künftig immer weniger Jugendliche haben, deren Chancen gering sind. Das erwarten unsere Mitglieder von uns. Wir sind engagiert im Bildungspakt Bayern oder organisieren mit unserem eigenen Bildungswerk viele Projekte in den Schulen. Im Tarifbereich haben wir, so meine ich, zwischenzeitlich sehr viel erreicht.

Wie sieht es denn derzeit aus auf dem bayerischen M+E-Ausbildungsmarkt?

Brossardt: Insgesamt werden etwa 20 % der Ausbildungsverhältnisse abgebrochen, das ist eine beunruhigende Quote. Ich denke, wir sollten die Berufsorientierung bei den Jugendlichen verbessern, damit es zu deutlich weniger Abbrüchen kommt. Zudem braucht es eine Verbesserung der Kompetenzen bei Jugendlichen gerade in den Fächern Mathematik und Deutsch.

* Das Interview führte Martin Sonneck, MM-Korrespondent in München

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