Die schwache Weltkonjunktur, anhaltende geopolitische Unwägbarkeiten und ein sich verschärfender Wettbewerb machen auch Trumpf zu schaffen.
Nun steht bei Trumpf fest, wie das letzte Geschäftsjahr ist! Die Trumpf-Vorstandsvorsitzende, Nicola Leibinger-Kammüller, fasst zusammen: „Uns drücken die schwache Weltkonjunktur, geopolitische Unsicherheiten und nicht zuletzt der staatlich unterstützte Wettbewerb aus China.“
(Bild: Trumpf)
Die Trumpf-Gruppe verzeichnet zum Abschluss des Geschäftsjahrs 2023/24 (30. Juni 2024) einen Umsatzrückgang von 3,6 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro (letztes Jahr 5,4 Milliarden). Der Auftragseingang sank dabei zum zweiten Mal in Folge auf nun 4,6 Milliarden Euro (zuvor 5,1 Milliarden), was im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 10,4 Prozent bedeutet. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verringerte sich infolge dessen um 114 Millionen Euro auf 501 Millionen (zuvor 615 Millionen). Die EBIT-Rendite sank auf 9,7 Prozent (Vorjahr 11,5 Prozent).
Die Konjunkturkrise wird noch andauern
Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende des Vorstands von Trumpf, kommentierte bei der Vorlage der Bilanz in Ditzingen: „Die nachlassende Weltkonjunktur und die geopolitischen Unwägbarkeiten führten im abgelaufenen Geschäftsjahr bei Kunden auf allen Kontinenten zu einer deutlichen Zurückhaltung bei Neuinvestitionen.“ Dabei spürt Trumpf so stark wie noch nie den härter werdenden Wettbewerb, der teilweise mit protektionistischen Maßnahmen der chinesischen Konkurrenz betrieben wird, so Leibinger-Kammüller. Beim Ausblick geht die Trumpf-Entscheiderin davon aus, dass die anhaltend schwache Nachfrage auch die kommenden Monate des laufenden Geschäftsjahrs prägen wird. Die Ditzinger wollen dieser Konjunkturkrise unter anderem mit klaren Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung begegnen, die aber an dieser Stelle nicht präzisiert wurden.
Die derzeit größte Einzelmärkte von Trumpf
Der umsatzstärkste Einzelmarkt von Trumpf war diesmal Deutschland. So wurden rund 824 Millionen Euro (Vorjahr 779 Millionen) hierzulande umgesetzt, was in einem Plus von 5,8 Prozent gipfelte. In den USA sank der Umsatz hingegen deutlich ab – und zwar um 11,5 Prozent auf 796 Millionen Euro (Vorjahr 899 Millionen). Im größten asiatischen Markt China steigerten die Ditzinger demnach aber den Umsatz leicht – um 2,2 Prozent auf 615 Millionen Euro (Vorjahr 602 Millionen).
So entwickelten sich die Sparten
Der Geschäftsbereich Werkzeugmaschinen erzielte bei einer Betrachtung der Sparten den höchsten Umsatz mit 2,8 Milliarden Euro (Vorjahr 3 Milliarden). Der Lasertechniksektor bei Trumpf verbuchte aber einen rückläufigen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro (Vorjahr 1,5 Milliarden, bereinigt um das Geschäftsfeld Elektronik).
Der Umsatz bei der Elektronik, die seit dem Geschäftsjahr 2023/24 nicht mehr als Teil der Lasertechnik geführt wird, sondern einzeln ausgewiesen wird, betrug 572 Millionen Euro. Dieses Ergebnis entsprach einem leichten Plus von 4,8 Prozent zum Vorjahr (546 Millionen). Das ebenfalls eigenständig ausgewiesene Geschäftsfeld EUV (extremes ultraviolettes Licht) kam auf einen Umsatz von 943 Millionen Euro, was einem leichten Minus von 2,9 Prozent entspricht (Vorjahr 971 Millionen). Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung lagen mit 530 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahr (476 Millionen). Die Entwicklungskostenquote erhöhte sich in Relation zum Umsatz damit auf 10,3 Prozent (8,9 Prozent) und befand sich historisch weiter auf einem hohen, weit über Branchendurchschnitt liegenden Niveau.
Die Mitarbeitersituation in Zahlen
Die Zahl der Beschäftigten bei Trumpf ist im Berichtszeitraum um rund 650 gestiegen. So wurden insbesondere in den Geschäftsfeldern EUV und Elektronik neue Stellen geschaffen. Zum Stichtag beschäftigte das Unternehmen weltweit 19.018 Mitarbeiter (Vorjahr 18.352). In Deutschland stieg die Zahl der Trumpf-Angestellten um 4,2 Prozent auf 9.505 Mitarbeiter (Vorjahr 9.124). Davon waren 6.283 am Stammsitz in Ditzingen, Gerlingen, Hettingen und Höfingen tätig. Im betrachteten Zeitraum absolvierten rund 560 junge Menschen eine Ausbildung oder ein Studium an der Dualen Hochschule. Die Quote lag damit bei 2,9 Prozent (Vorjahr 3,5 Prozent). Die Anzahl der Personen in Forschung und Entwicklung stieg bei Trumpf um 8,6 Prozent auf 3.098 (Vorjahr 2.853).
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