Ab 11.00 Uhr wollen die IG Metall und VW-Vertreter heute in Hannover zusammenkommen. Die Meinungen klaffen dabei stark auseinander.
Der VW-Konzernchef Oliver Blume macht sich heute auf den Weg zu höchstwahrscheinlich zähen Verhandlungen mit der IG Metall. Doch die Fronten sind verhärtet, wie die dpa sagt. VW will und muss nämlich sparen, doch die Gewerkschaft fordert mehr Geld für die Beschäftigten.
(Bild: dpa)
Während VW auf Einsparungen drängt, die viele Entlassungen bedeuten werden, will die IG Metall solche Einschnitte verhindern. Über Werksschließungen und Massenentlassungen sei mit der Gewerkschaft nicht zu diskutieren. VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo, die für die IG Metall mit am Verhandlungstisch sitzt, hatte beides zuvor als klare rote Linien gezeichnet. Die eigentlich erst für Ende Oktober geplante Tarifrunde war vorgezogen worden, nachdem VW seinen Sparkurs verschärft hatte. Statt nur über das Entgelt soll nun auch über die von VW gekündigte Beschäftigungssicherung verhandelt werden, die seit 1994 Bestand hatte. Betroffen sind zunächst nur die rund 120.000 Beschäftigten in den sechs großen westdeutschen Werken, die unter den VW-Haustarif fallen. Bei VW-Sachsen gelten eigene Regelungen. Auch dort hatte der Konzern aber gestern die Beschäftigungssicherung aufgekündigt.
Das fordert die IG Metall von Volkswagen:
Die IG Metall forderte VW auf, zunächst konkrete Sparpläne auf den Tisch zu legen, damit man überhaupt konkret in Verhandlungen eintreten kann.Denn bisher gebe es außer der Kündigung mehrerer Tarifverträge keinerlei Details zu möglichen Entlassungen und Werksschließungen. Damit gieße Volkswagen nun zusätzliches Öl ins Feuer. Die Gewerkschaft fordert deshalb ein tragfähiges Zukunftskonzept für alle Standorte, das ohne Werksschließungen und Massenentlassungen auskommt. Bei der ebenfalls stattfindenden Entgeltrunde will die IG Metall für die Branche und auch bei VW sieben Prozent mehr Lohn durchsetzen. Abstriche soll es dabei auch für VW nicht geben. Ab Dezember wären dann auch Streiks möglich, denn dann endet bei VW die Friedenspflicht.
Das will der Volkswagen-Konzern durchsetzen:
VW-Konzernchef Oliver Blume drängt dagegen auf Zugeständnisse seitens der IG Metall. Im Gespräch mit dem ZDF kommentierte er: „Ich erwarte schon deutliche Bewegung, um auf der Kostenseite voranzukommen!“ Man werde hier in Deutschland auch um jeden Arbeitsplatz kämpfen, das sei ganz klar, aber dafür ist die Grundlage, dass VW auf der Kostenseite über alle Bereiche deutlich nach unten kommen müsse. Ziel sei es, bis Jahresende zu einer Einigung zu kommen. Aber mittelfristig kann das bis zu 30.000 Jobs kosten. Auch die Schließung ganzer Werke wird bekanntlich nicht länger ausgeschlossen. Laut Finanzvorstand Arno Antlitz fehlen dem Konzern die Verkäufe für rund zwei Werke. Zusätzlich will Volkswagen die Bezahlung der Leiharbeiter senken und weniger Auszubildende übernehmen.
Die Zeit für eine Einigung drängt aber ...
Beide Seiten stehen im Rahmen der Gespräche aber nicht zuletzt unter Zeitdruck. Denn Komme es zu keiner Einigung, so würden mit der Job-Garantie auch die Zugeständnisse der Belegschaft wegfallen, auf die man sich vor 30 Jahren geeinigt hatte – etwa der Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Statt zu sparen, wird es für VW dann auch noch teurer, kritisiert die IG Metall. VW drohte aber bereits, dass in diesem Falle auch betriebsbedingte Kündigungen nicht auszuschließen sind. Mögliche wäre das nach einer Übergangsfrist von sechs Monaten, also etwa ab Juli 2025.
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