„Die Oberflächentopografie der aufgerauten Bänder zeigt sich in der Vergrößerung wie ein Gebirge von oben“, erklärt Schmidt. Während des Plattierprozesses wird damit eine mechanische Verhakung erzielt, die letztlich für einen optimierten Haftungsmechanismus der einzelnen Schichten sorgt. Experten sprechen in diesem Zusammenhang vom Kaltschweißverfahren. Dabei werden die Banddicken oft um bis zu 50 % der Ausgangsdicke verringert.
Walzplattierte Bänder zusammen mit Oberflächenveredelungsverfahren herstellbar
Als Plattierwerkstoffe kommen insbesondere Edelmetalle oder Legierungen auf Basis von Gold, Palladium, Silber oder Kupfer- und Aluminiumlegierungen zur Anwendung. „Dafür sind wir völlig offen“, sagt Schmidt und ergänzt: „Wir walzen all das, was unsere Kunden für ihre besonderen Anwendungsfälle wünschen und benötigen.“
Darüber hinaus können die walzplattierten Bänder durch zusätzliche Oberflächenveredlungsverfahren und in Kombination mit diesen hergestellt werden. Ist der Plattierprozess abgeschlossen, wird das Band in einem Wärmeprozess weiterbehandelt und wenn notwendig noch einmal gewalzt. „In diesem Prozess“, so Schmidt, „stellen wir die vom Kunden gewünschten Festigkeiten und Banddicken ein.“
Wie bereits erwähnt geht das Gros der walzplattierten Bänder an die Zulieferer von elektronischen Bauteilen der Automobilindustrie. Dort stellt man an das Material die höchsten Ansprüche, die insbesondere von den dort herrschenden Sicherheitsstandards herrühren.
Walzplattierte Bänder in einer Vielzahl von Werkstoff- und Verfahrenskombinationen
Heraeus stanzt und biegt aber auch selbst einen Teil seiner walzplattierten Bänder. So entsteht in Stanz-Biege-Prozessen eine Vielzahl variantenreicher,dreidimensionaler Stanzgitter, die dann ebenso im Automobilbereich oder auch in anderen Bereichen der Kontakttechnik ihre Anwendung finden. Dabei muss in erster Linie sichergestellt sein, dass die Kriterien für die thermische Stabilität, das Wärmeleitvermögen und die elektrische Leitfähigkeit absolut erfüllt werden.
Insgesamt sind walzplattierte Bänder, die bei Heraeus in einer Vielzahl von Werkstoff- und Verfahrenskombinationen produziert werden, immer dort einzusetzen, wo herkömmliche Werkstoffe nicht ausreichen.
Die Experten der Heraeus-Forschungs-, Fertigungs- und Vertriebsbereiche sind demnach permanent auf der Suche nach neuen Anwendungen, auch außerhalb der Automobilanwendungen. Die zunehmende Welt der Elektronik, die damit auch einen steigenden Bedarf an zuverlässigem Kontaktmaterial hat, ist für den hessischen Edelmetallspezialisten eine tägliche Herausforderung.
Dass die Heraeus-Walzexperten aber mehr können, zeigt sich in einem Exklusivprojekt, das für das europäische Kernforschungszentrum CERN realisiert wurde: