Mikrowasserstrahlschneiden Wasserstrahl überwindet die Grenzen des Lasers

Autor / Redakteur: Wolfgang Klingauf / Dietmar Kuhn

Die Fehrentz GmbH & Co. KG in Eisingen ist spezialisiert auf Laserbearbeitung. Seit Kurzem arbeitet das Unternehmen auch mit einer Anlage zum Mikrowasserstrahlschneiden von Daetwyler Industries. Damit werden vor allem dicke Bleche besser und schneller als mit dem Laser getrennt.

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Zudem fallen Einschränkungen der Lasertechnik weg, da sich mit dem Wasserstrahl jedes Material hochpräzise bearbeiten lässt. Mikrowasserstrahlschneiden trennt dabei präzise und ohne thermische Belastung.

Start mit Laserschneidmaschine

Bernhard Fehrentz ist ein eingefleischter Anhänger der Laserbearbeitung. Sein Unternehmen gründete er 1995 als Ein-Mann-Betrieb mit einer Anlage zum Laserschneiden. „Ich hatte die Technik damals auf Messen gesehen und war fasziniert von ihren Möglichkeiten“, erinnert sich der schwäbische Unternehmer.

Heute setzt er in seinem Betrieb mit rund 20 Mitarbeitern elf Laseranlagen zum Schneiden, Bohren, Schweißen, Löten und Beschriften ein. Geschnitten werden in Eisingen bei Pforzheim vor allem Prototypenteile oder kleine Serien, bei denen es sich nicht lohnt, eigens ein Stanzwerkzeug anzufertigen – oder die so schnell benötigt werden, dass keine Zeit für den Werkzeugbau bleibt.

Mikrowasserstrahlschneiden eröffnet neue Möglichkeiten

Seine Begeisterung für die Lasertechnik ist noch immer groß. Trotzdem arbeitet Fehrentz seit März auch mit einer Microwaterjet-F4-Anlage zum Mikrowasserstrahlschneiden. Warum? „Weil wir im Gegensatz zum Laserschneiden Schnittkanten mit feineren, gleichmäßigeren und exakt rechtwinkligen Oberflächen erhalten“, betont der Firmenchef.

Er hatte die neue Technik bei einem seiner Zulieferer entdeckt. „Als ich dort sah, was die Anlage leisten kann, war mir sofort klar: Die Maschine brauche ich“, erinnert sich der 62-jährige Unternehmer. Geschnitten werden bei ihm fast ausschließlich Metalle, teilweise für die Medizintechnik, aber auch viele Kupferteile für die Automobilindustrie oder Mobiltelefone.

Wasserstrahlschneiden bietet gute Qualität bei dicken Kupferblechen

Gerade die Automobilelektrik benötigt oft dickere Kupferteile, deren Bearbeitung für den Laser problematisch sein kann. Denn ab etwa 1,5 mm wird die Schnittqualität merklich schlechter und bei einer Dicke von über 2 mm gelangen die vorzugsweise eingesetzten Nd:YAG-Laser an ihre Grenzen. Außerdem können stark reflektierende Werkstoffe wie Kupfer und dessen Legierungen oder Silber den Laserstrahl in den Laser zurück lenken und so Schäden an der Anlage anrichten. All diese Probleme entstehen beim Wasserstrahlschneiden nicht.

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