Softwaretesting

Wege zu fehlerfreier Industrie-Software

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„Des Weiteren können automatisierte Integrations- und Systemtests mit Softwarediagnose gekoppelt werden, um das dynamische Verhalten von Modulen sowie vom Gesamtsystem abzudecken.“

Dass standardisierte Antworten in der komplexen Softwarewelt gerade angesichts eines hohen Grads an interner wie externer Vernetzung nicht mehr ausreichen, um das Gesamtsystem im Griff zu behalten – zumal immer mehr offene Web 2.0-Applikationen das sensible Terrain entern –, das bestätigt auch Jan Overbeck, Geschäftsführer und Mitgründer der Anecon Software Beratung GmbH in Wien.

Der Experte sieht die Tester nach Abschluss eines Projektes in einer strategischen Schlüsselrolle. „Sowohl die technischen Spezialisten als auch die Personen aus dem jeweiligen Fachbereich kennen das System am besten, denn sie haben es auf Herz und Nieren getestet“, sagt Overbeck. Die Fachbereichstester seien daher ideal geeignete Trainer für Anwendereinschulungen und fungierten auch später als wertvolle Ansprechpartner im fortlaufenden Betrieb. „Und damit sind sie auch hervorragende Motivatoren für die Veränderungen, die sich im Unternehmen ergeben, um das Unternehmen in sinnvollen Software-Projekten in die richtige Richtung weiterzuentwickeln“, bilanziert Overbeck.

Dass „weiche“ menschliche Faktoren alles andere als eine leere Lösungsformel darstellen, bestätigt Horst Pohlmann, in der Qualitätssicherung bei Hella KGaA Hueck & Co. tätig. „Neben ‚reifen‘ Prozessen inklusive praxisorientierter Guidelines sind Methoden erst dann wirtschaftlich, wenn sie von Mitarbeitern und Führungskräften angewendet werden, die über die notwendigen Skills verfügen”, so der Experte bei dem international operierenden Automobilzulieferer.

Balance zwischen Mensch, Technik und Organisation

Sich allzu einseitig auf die innerbetriebliche Prozessqualität zu verlassen oder ausschließlich auf qualifizierte Mitarbeiter zu setzen, sei kein probater Lösungsweg. „Die Kunst besteht darin, eine adäquate Balance im ‚magischen Dreieck’ zwischen Mensch, Technik und Organisation zu finden“, betont Pohlmann.

Nach Auffassung des Experten reicht es auch nicht aus, beispielsweise durch eine werkzeuggestützte statische Analyse, zum Beispiel mit Hilfe von Werkzeugen zur Quellcodeanalyse wie QA-C, aufzuzeigen, dass nach einer Implementierung eines Moduls noch sehr viele Verletzungen der Programmierkonventionen (zum Beispiel Misra-non-Compliance) enthalten seien. Das Training der Entwickler und eine entwicklungsbegleitende Nutzung des Werkzeugs zur statischen Analyse ist nach Auffassung von Horst Pohlmann das beste Mittel, entstehende „Risiken“ entweder von vornherein zu vermeiden oder zumindest so früh wie möglich zu erkennen.

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