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Pressenverlagerung

Wenn Giganten ihren Standort wechseln

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Doch bei aller Erfahrung, die hinsichtlich Pressenverlagerungen schon gemacht worden waren, wurde dieser Auftrag auch für den Systemdienstleister aus Stuttgart eine ganz besondere Herausforderung; denn es sollte nicht nur eine komplette Pressenlinie verlagert werden, auch verschlissene Teile waren zu ersetzen.

Die sechs Pressen der Linie wurden außerdem auf fünf reduziert, wobei die sechste Presse an einem separaten Platz als Try-out-Presse zum Einarbeiten von Werkzeugen aufzubauen war. Im Detail hieß das, dass Antriebe und Getriebe in Sindelfingen und in Kecskemét ausgebaut werden mussten, zu den jeweiligen Herstellern zum Überarbeiten gebracht und später von Scholpp in Kecskemét wieder installiert wurden.

Transportlogistik erforderte eine komplexe und systematische Herangehensweise

Doch auch die Transportlogistik erforderte eine komplexe und systematische Herangehensweise. In Sindelfingen stand kaum Platz für ein Zwischenlager zur Verfügung und so erfolgten die Demontage, das Ausbringen und das Verpacken nach genauem Zeitplan, während die Nachbarlinie weiter produzierte. 30.500 t Material, verteilt auf 150 Lkw und Open-Top-Container sowie 30 Schwertransporte, gingen in zehn Schüben auf die Reise nach Ungarn.

Die Schwerteile wurden mit Achslinien zunächst auf das Stuttgarter Firmengelände gebracht und von dort auf Schiffe umgeladen und über die Donau bis nach Dunaújváros transportiert. Nach erneutem Umladen übernahmen wieder Schwerlast-Lkw den Transport bis zum Ziel, wo bereits die Monteure warteten, um den Zusammenbau der Pressenstraße zu vollenden. Seit Beginn des Jahres werden auf der Anlage Teile für das dritte Modell der MFA-Baureihe gefertigt.

„Diese Pressenverlagerung war eines der größten Einzelprojekte in der Geschichte unseres Unternehmens“, blickt Martin Scholpp zurück. „Wir konnten nicht nur unsere Leistungs- und Organisationsfähigkeit unter Beweis stellen, sondern auch zeigen, dass wir schnelle und zuverlässige Lösungen für die Unwägbarkeiten des Projektalltags finden.“ Beispielsweise war in Kecskemét die Halle noch nicht fertiggestellt, sodass einige Teile in ein Zwischenlager gebracht werden mussten. „Doch in solchen Situationen zeigt sich, was ein Systemdienstleister leisten muss: Er koordiniert die verschiedensten Gewerke, von der mechanischen und elektrischen De- und Remontage bis hin zu den maschinenbautechnischen Überholungen, der Anlagensteuerung, den elektrotechnischen Erweiterungen und der kompletten Logistik.“

Spezialist für komplexe Pressentechnik und Industriedienstleistungen

Dass solche komplexen Projekte zuverlässige Partner erfordern, liegt auf der Hand. Zumal das Beispiel Sindelfingen-Kecskemét verdeutlicht, dass für Pressen im Zusammenhang mit der Verlagerung oft Modernisierungsarbeiten und Anpassungen nötig sind.

Das fängt beim Umbau von Antrieben an, geht bei der Fertigung komplett neuer Komponenten wie Stößel, Getriebe und Werkzeugwechseleinrichtungen weiter und umfasst entsprechend auch die Anpassung von Peripheriebausteinen wie Bandzuführung, Platinenlader, Roboterverkettungen, automatische Verpackungseinrichtungen, Sonder-Transfereinrichtungen, Bandzuführungsanlage oder Richtautomaten.

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