Kommissionier-Stapelanlagen Zahnstangengetriebe unterstützen das Vereinzeln schwerer Lasten

Autor / Redakteur: Lucia Tischer / M.A. Frauke Finus

Ein schneller Zugriff auf Bleche, Platten und Platinen sowie ein wirtschaftlicher Umstapelbetrieb sind wichtig für eine schnelle Lieferfähigkeit. Die Kommissionier-Stapelanlagen des Maschinenherstellers Voma übernehmen diese Aufgaben vollautomatisch. Für das vertikale Heben hoher Anhängelasten kommen dabei lifgo-Zahnstangengetriebe der Leantechnik AG zum Einsatz.

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Zwei auf dem Hubrahmen montierte lifgo-Getriebe sorgen für eine synchrone und exakte Hubbewegung der Saugtraverse.
Zwei auf dem Hubrahmen montierte lifgo-Getriebe sorgen für eine synchrone und exakte Hubbewegung der Saugtraverse.
(Bild: Voma Maschinenbau)

Bleche von einem zusammenhängenden Paket abzuheben, um sie anschließend einer Blechbearbeitungslinie zuzuführen oder für einen bestimmten Auftrag zu kommissionieren, gehört zum Alltag. Der Maschinenhersteller Voma aus Wermelskirchen stellt entsprechende Handlings- und Transportsysteme, sogenannte Stapel- und Kommissionieranlagen, her. Diese kommen zum Materialhandling vorwiegend von Stahl und NE-Metallen zum Einsatz. Daneben hat sich das Unternehmen auf die Herstellung von Folier- und Kaschieranlagen spezialisiert, um schützenswerte Oberflächen maschinell mit einer meist selbstklebenden Schutzfolie zu versehen. Mit den ebenfalls in eigener Produktion gefertigten Rollentischen, Förderbändern und Transportwagen entstehen gemeinsam mit den Stapelanlagen komplette Folier- und Bearbeitungslinien. Beim Blechhandling variieren Größe und Gewicht der zu stapelnden Güter auf Kundenseite erheblich. Dafür gilt es, die passende Lösung zu finden.

Stapelanlagen für Schwergewichte

„Mit zunehmender Größe steigt in der Regel auch das Gewicht des zu handelnden Materials. Und je höher die zu transportierenden Gewichte, desto höher die Anforderungen an die Hebevorrichtung beziehungsweise an die erforderliche Mechanik und den Antrieb“, erläutert Knut Vogel, der gemeinsam mit seiner Schwester Anke Voma Maschinenbau geschäftsführend leitet. „Je nach Gewicht und Stärke von Platten oder Blechen heißt es für uns, entweder schnell und dynamisch oder feinfühlig anzuheben.“ Wichtig beim Vereinzelungsprozess von Platten ist die exakte Ausführung der vertikalen Hubbewegung der Anlage, damit die einzelnen Platten sauber voneinander getrennt und anschließend materialschonend abgestapelt werden. Für das halb- oder vollautomatische Transportieren, Kommissionieren und Vereinzeln hat Voma Portal-Stapelanlagen im Programm. Damit lassen sich Blechbreiten von 500 bis 2600 mm sowie Blechlängen von 500 bis 6000 mm und darüber hinaus problemlos bewegen. Die Blechgewichte reichen bis 400 kg, können unter bestimmten Voraussetzungen aber schon mal 1200 kg erreichen. Eine Portalanlage besteht im Wesentlichen aus einer stabilen Stahlbaukonstruktion, die den Fahrwagen mit dem Hubrahmen aufnimmt. Letzterer ist an seinem unteren Ende mit einer Saugtraverse verbunden. Für die Vereinzelung verfährt diese auf die Höhe des Blechstapels, saugt ein Blech mit entsprechenden Vakuumsaugern an und hebt die Last hoch. Der Fahrwagen verfährt anschließend mittels Kugelschienen oder Rädern horizontal, um das Blech an anderer Stelle wieder abzulegen. Dafür führt die Saugtraverse wiederum einen entsprechenden vertikalen Hub aus.

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Neben Standardmaschinen fertigt Voma Maschinen fürs Blechhandling auch nach Kundenwunsch. Als das Unternehmen letztes Jahr den Auftrag erhielt, eine Portal-Stapelanlage für sehr große Aluminiumplatten zu bauen, sahen sich die Experten vor die Aufgabe gestellt, Platten mit einer Länge von 4000 mm, einer Breite von 1800 mm und einer Dicke von 200 mm nach dem Folieren von einer Rollenbahn sicher auf eine Palette zu bewegen. „Das ist auch für uns kein alltägliches Projekt“, beschreibt Vogel die Besonderheiten des Auftrages. „Zusammen mit der erforderlichen Konstruktion haben wir es hier immerhin mit einer Anhängelast von 4000 kg zu tun. Und diese Last muss exakt angehoben und gleichzeitig hochpräzise geführt werden.“

Hohe Gewichte präzise heben und führen

Die Ingenieure von Voma konstruierten eine entsprechend dimensionierte und für die hohen Lasten ausgelegte Portalanlage. Um das Führen und Heben der schweren Anhängelast mechanisch sauber und mit gleichzeitig möglichst wenig Aufwand zu gestalten, entschieden sich die Maschinenbauer zum Einsatz von zwei lifgo-Getrieben der Baugröße 5.4 der Leantechnik AG aus Oberhausen. Bereits seit 1996 setzt Voma in seinen Maschinen auf die Antriebstechnik aus dem Ruhrgebiet. „Der erste Kontakt kam auf der damals auf der Euroblech zustande. Voma gehört mit zu unseren ersten Kunden“, erinnert sich der Vorstand der Leantechnik AG Reinhard Janzen. „Ausschlaggebend für unsere Entscheidung zugunsten der lifgo-Getriebe ist deren konstruktive Besonderheit: Denn sie vereinen Antrieb und eine separate lineare Führung in einem einzigen Bauteil. Dadurch ist der Einbau sehr einfach,“ erläutert Vogel. Im Falle der neuen Portal-Stapelanlage wird die Saugtraverse direkt mit den Zahnstangen der lifgo-Getriebe verbunden.

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