Schock Metall erweitert sein Produktportfolio und feiert sein 50-jähriges Jubiläum in Urbach.
Aktuelles Beispiel einer Linearführung als Baugruppe mit individueller Laufcharakteristik von Schock.
(Bild: Schock)
Der Oktober 2021 ist ein besonderer Termin für Schock Metall: Vor 50 Jahren, am 1. Oktober 1971, wurde das neue Metallwerk der damals in Schorndorf ansässigen Schock GmbH in Urbach eröffnet. Unter der Leitung von Richard Schock spezialisierte man sich auf die Fertigungstechnologien Stanzen und Rollformen. Zum Produktionsprogramm zählten damals Dekormetalle für Radio-, Fernseh- und Phonogeräte, aber auch bereits Teleskopschienen und Auszugsführungen für die Möbelindustrie. Im Juli 1978 wurde die Schock Metallwerk GmbH rechtlich unabhängig
Heute ist die Schock Metall Gruppe mit ihren insgesamt sechs Standorten in Deutschland, Lettland und den USA ein international führender Anbieter von kundenindividuell entwickelten Teleskopschienen und Spezialprofilen. Rund 450 Beschäftigte sind für das inhabergeführte Unternehmen im In- und Ausland tätig. Zu den wichtigsten Zielmärkten zählen die Küchenmöbel-, die Hausgeräte- und die Automobilindustrie. Darüber hinaus beliefert Schock Metall auch Kunden in verschiedenen Industriebranchen, beispielsweise im Bereich Lager- und Betriebseinrichtungen. Bedingt durch die Covid19-Pandemie rückte die Medizintechnik verstärkt in den Fokus, da zahlreiche Krankenhäuser eigene Laborgeräte beschafften, die mit entsprechend hochwertigen Führungssystemen und Baugruppen bestückt werden.
Das Werksgelände am Standort Urbach als Hauptquartier der Schock Metall Gruppe umfasst 23.000 Quadratmeter mit einer Fertigungsfläche von 11.500 Quadratmeter. Der erste und wichtigste Produktionsschritt ist das Rollformen bzw. Walzprofilieren. Auf eigenentwickelten Rollformanlagen werden die Präzisionsprofile für Teleskopschienen und andere Produkte gefertigt und mit integrierten Stanz-, Biege- und Fügeprozessen weiterverarbeitet. Entsprechend dem Schock-Motto „reinventing motion“ zählt das hochpräzise Rollumformen der Führungsprofile zu den Kernkompetenzen des Unternehmens. Dieser materialeffiziente und wirtschaftliche Fertigungsprozess bildet die Basis für die innovativen und technisch anspruchsvollen Produkte, was sich auch in zahlreichen Auszeichnungen bei den Schock-Kunden widerspiegelt. So konnte ein italienischer Küchenzulieferer für sein neues Eckschrank-Auszugssystem jüngst den Interzum-Award „Best of the Best“ entgegennehmen.
Konstant hohe Lieferperformance im europäischen Fertigungsverbund
Ein bedeutender Meilenstein in der Firmengeschichte war die Gründung des lettischen Logistik-, Fertigungs- und Montagestandortes FTS Baltic SIA in Liepāja, Kurland in 2019. Hier arbeiten mittlerweile 250 Beschäftigte im Zweischicht-Betrieb. Neben der Pulverbeschichtung und der Montage von Teleskopschienen bietet das Werk den Schock-Kunden auch Produktionsdienstleistungen und Baugruppenfertigung als erweitertes Leistungsportfolio an. Im Juli dieses Jahres hat die Schock Metall Gruppe zudem erstmals eine Holding-Zertifizierung an allen Fertigungsstandorten durchgeführt. Das zertifizierte Leistungsangebot umfasst die Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Kugelführungen, Spezialprofilen und Baugruppen, die Produktionsdienstleistungen Pulverbeschichtung, Montage und Baugruppenfertigung sowie die weltweite Logistik.
Drei Fragen an Martin Schock, der das Unternehmen als CEO in zweiter Generation führt:
Was macht den Markenkern von Schock Metall aus?
Schock Metall hat immer Alleinstellungsmerkmale in spezifischen Produkteigenschaften gehabt. Dazu zählt das wichtige Thema Farbe, die in unseren Produkten sowohl Design- als auch Korrosionsschutz-Anforderungen erfüllt. Die Pulverbeschichtung von Teleskopschienen bietet unseren Kunden einen echten Mehrwert in Gestalt langlebiger und optisch ansprechender Produkte. Strategisch haben wir uns seit Anfang der 2000er Jahre neu positioniert und mit der Errichtung von Branchenkompetenzzentren unsere Zielmärkte definiert. Heute fokussieren wir uns auf klar definierte Zielkunden und Wachstumsbranchen.
Wo steht das Unternehmen heute?
Zunächst ist es mir wichtig zu betonen, dass wir während der gesamten Corona-Krise unsere Kunden immer beliefert haben, ohne Werksschließungen und ohne Materialengpässe. Mit unserem europäischen Fertigungsverbund haben wir eine funktionierende Lieferkette und werden daher auch in Zukunft unsere Kunden zuverlässig bedienen. Durch die neue Unternehmensstruktur seit Juli 2020 sind wir wirtschaftlich und finanziell gesund und schlagkräftig. Unser Unternehmen ist liquide und frei von Bankenfinanzierungen. Die Schwerpunkte unserer Branchen-Ausrichtung auf Küche und Hausgeräte brachte uns zudem gerade in der Corona-Krise deutliche Umsatzzuwächse.
Welche Entwicklung streben Sie in den nächsten 3 bis 5 Jahren an?
Unsere Zielsetzung besteht darin, Schock Metall als innovatives Unternehmen in den Märkten Living, Hausgeräte und Automotive weiter zu etablieren und vor allem in Europa und den USA weiter zu wachsen. Dazu tragen neue Entwicklungen wie die Leichtlaufführungen der Serie Air Motion bei. Im Bereich „Living“ fokussieren wir uns auf Drahtkorblösungen und Funktionsmöbel. In der Weißen Ware decken wir den gesamten Bereich „Kalt – Heiß – Nass“ mit kundenindividuellen Lösungen ab, bis hin zu Komplett-Systemen im Bereich Backofen. Und in der Automobilindustrie werden wir als Innovationsführer im Pkw- und Lkw-Interieur wahrgenommen. In allen Segmenten streben wir eine Steigerung der Wertschöpfung durch die Fertigung kompletter Baugruppen und Kinematik-Lösungen an, um unseren Kunden Vorteile in ihrer Beschaffungslogistik und ihrem Lieferkettenmanagement zu bieten. Unser Standort Urbach, der dieses Jahr sein 50jähriges Bestehen feiert, ist dabei das zentrale Werk für das Rollprofilieren und die Serienanlaufproduktion für alle Neuprodukte. Wir investieren hier konsequent in neue Technologien, vom Rollformen über moderne Verbindungs- und Montagetechnik. Unser größtes intellektuelles Kapital liegt in den Köpfen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Unsere Betriebsangehörigen mit ihrer Kreativität und ihrer Einsatzbereitschaft sind für uns als mittelständisches Unternehmen der entscheidende Faktor, um auch in Zukunft erfolgreich am Markt präsent zu sein
Stand: 08.12.2025
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