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Die Ionisierungsenergie, die verbraucht wird, um ein Elektron herauszulösen, wird am Werkstück durch Rekombination mit einem Elektron freigesetzt. Diese Energie steht dann für den Schweißprozess zur Verfügung. Gase, die also aufgrund ihrer geringen Ionisierungsenergie einen stabilen Lichtbogen erzeugen, übertragen andererseits die Energie nicht so gut auf das Werkstück. Ein anderer Mechanismus, die Energie des Lichtbogens auf das Werkstück zu übertragen, ist die Wärmeleitung. Dafür ist die Wärmeleitfähigkeit der Gase entscheidend. Für das chemische Verhalten der Gase unterscheidet man in der Schweißtechnik zwischen inert, oxidierend oder reduzierend. Sobald oxidierende Gase im Spiel sind, entsteht ein Abbrand von Legierungselementen.
Aktivgas: Weniger ist mehr
Beim MAG-Schweißen kommen so genannte aktive Gase zum Einsatz. Entscheidende Komponente ist dabei Sauerstoff (O2), der entweder direkt oder als Kohlendioxid (CO2) zugegeben wird. Durch O2 bildet sich Metalloxid, das sich leichter ionisieren lässt und dadurch den Lichtbogen stabilisiert. Die Metalloxidbildung ist eine exotherme Reaktion, die zusätzlich Energie zur Verfügung stellt. O2 verringert die Viskosität der Schmelze, CO2 erhöht sie. Gleichzeitig haben die Aktivgase eine höhere Wärmeleitfähigkeit als Argon und übertragen dadurch die Wärme des Lichtbogens besser auf das Werkstück. Die Dissoziation der molekularen Gase O2 und CO2 im Lichtbogen vergrößert das Gasvolumen und ergibt einen guten Gasschutz. Das gilt bei CO2 noch in stärkerem Maße als bei O2. Mit zunehmendem Aktivgas-Anteil steigt jedoch auch der Spritzerauswurf, da sich der Lichtbogenansatz verändert und die tropfenablösende Pinch-Kraft nicht so gut wirken kann.
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