Weniger Wachstum BDI schraubt Erwartungen für dieses Jahr zurück

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

Schon allein wegen des Iran-Kriegs, der jetzt zumindest dem Ende zuzugehen scheint, schaut es konjunkturell schlechter aus, als gedacht ...

Der BDI muss seine Meinung zum Wirtschaftswachstum revidieren. Es wird demnach deutlich schlechter, als erwartet. Der BDI-Präsident Peter Leibinger außerdem mit Blick auf China: „Führt die EU allgemeine Schutzzölle ein, wäre das unser Tod!“ ...(Bild:  BDI)
Der BDI muss seine Meinung zum Wirtschaftswachstum revidieren. Es wird demnach deutlich schlechter, als erwartet. Der BDI-Präsident Peter Leibinger außerdem mit Blick auf China: „Führt die EU allgemeine Schutzzölle ein, wäre das unser Tod!“ ...
(Bild: BDI)

Unter anderem als Folge des Iran-Kriegs erwartet der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) für Deutschland nur noch ein Wachstum von 0,4 Prozent, was das laufende Jahr betrifft. Zu Jahresbeginn glaubten die Experten noch an ein Wachstum von einem Prozent. Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner merkt an, dass das Wachstum in Deutschland vor allem auf staatliche Investitionen zurückzuführen ist. Für den Euroraum geht der BDI nun von 1,1 Prozent aus (zuvor nur 0,7 Prozent). Global gesehen, erwartet man 2,9 Prozent.

BDI-Präsident wünscht wenigstens ein 0,5-Prozent-Wachstum

Die neue Einschätzung umfasst demnach auch bereits die Einigung zwischen dem Iran und den USA. Die bremsenden Effekte des Iran-Kriegs wirkten aber trotzdem empfindlich nach. Vorsichtige Hoffnung setzt der Verband mit Blick auf die Bundesregierung. Denn etwa mit einem beherzten Reformpaket seitens der Koalition könne es noch Impulse für eine bessere Stimmung im Lande geben. Die Lage in der deutschen Industrie beschreibt BDI-Präsident Peter Leibinger derzeit als angespannt. Unternehmen investierten lieber im Ausland. Auch die vielen Insolvenzen und der Verlust von Arbeitsplätzen sind laut Leibinger der Beweis dafür. Wenn es kein Wachstum von 0,5 Prozent, besser ein oder 1,5 Prozent gebe, werde sich dieser Verlust an Arbeitsplätzen außerdem fortsetzen.

Allgemeine Schutzzölle in der EU wären sehr schädlich

Mit Blick auf China warnte Leibinger die Unternehmen im europäischen Markt: „China ist alles gleichzeitig für uns. Unser wichtigster Innovationspartner, ein wichtiger Absatzmarkt, ein wichtiger Lieferant, aber eben auch einer unserer schärfsten Konkurrenten!“ Es brauche seiner Meinung nach auch keine weiteren Schutzinstrumente. Vielmehr komme es darauf an, bestehende EU-Mechanismen rasch einzusetzen – zum Beispiel bei Verdacht auf Dumping. „Allgemeine Schutzzölle wären unser Tod“, wie sich Leibinger ausdrückte. Das sollte man auf keinen Fall tun. Die deutsche Wirtschaft ist bekanntlich sehr exportorientiert. Der Schaden durch einen pauschalen Zoll sei deshalb größer als der Nutzen.

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