Oberflächenstrukturen
Von Haien inspiriert, von Lasern gebaut

Quelle: Pressemitteilung 5 min Lesedauer

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4Jet überträgt das Prinzip Haifischhaut auf Tragflächen von Flugzeugen und bringt mikroskopische Strukturen in den Lack ein. Das bedeutet weniger CO2-Emissionen und weniger Kerosinverbrauch.

V-förmigen Rillen, die sogenannten Riblets, werden direkt in den Lack eingebracht. Sie reduzieren den Gesamtwiederstand um 50 Prozent, dies resultiert in einer enormen Treibstoffeinsparung.(Bild:  Trumpf)
V-förmigen Rillen, die sogenannten Riblets, werden direkt in den Lack eingebracht. Sie reduzieren den Gesamtwiederstand um 50 Prozent, dies resultiert in einer enormen Treibstoffeinsparung.
(Bild: Trumpf)

Schon mal einen Hai gestreichelt? Haptisch ist das eine raue Angelegenheit. Grund dafür ist sein Paillettenkleid aus besonders gerillten mikroskopischen Haifischschuppen. Das sieht nicht unbedingt glamourös aus, bringt dem Hai aber strömungstechnisch klare Vorteile. Die Schuppenrillen überziehen den Haifisch mit einer Mikrostruktur, die energiefressende Wasserwirbel entlang des Körpers deutlich reduziert. Sie ermöglicht es dem Raubfisch, mit mehr als 70 Kilometern pro Stunde durchs Wasser zu schießen: weniger Widerstand, weniger Energieverbrauch, höhere Geschwindigkeit.

Direkt in den Lack

Michiel Top hat selbst noch nie eine Haihaut berührt. Doch er will schon bald Flugzeugteile mit einer solchen Struktur versehen. Gemeinsam mit neun Kolleginnen und Kollegen arbeitet er als Product Developer beim Laseranlagenbauer 4Jet am sogenannten LEAF-Projekt. Das Ziel: Die Haut des Fliegers zur Haihaut machen. Denn was im Wasser funktioniert, funktioniert auch in der Luft. Auch dort lässt sich der Energieverbrauch – sprich Kerosin – mit Mikrostrukturen verringern. Einige Airlines setzen darum bereits aufgeklebte Strukturen ein. 4Jet entwickelt solche Folien ebenfalls, sieht langfristig aber einen besseren Weg.