Up-and-down-Schwenkbiegen

Biegen 5 mm starker Edelstahlbleche als Aha-Erlebnis

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Ein weiterer Vorteil des Schwenkbiegens im Vergleich zum Gesenkbiegen: Es bleiben keine Abdrücke auf den Blechen zurück. Ober- und Unterwange fixieren das Blech und die Biegewange bewegt sich um ihren Drehpunkt. Dabei rollt sich das Blech gewissermaßen an ihr ab – praktisch ohne Relativbewegung zwischen Werkzeug und Oberfläche. Es entstehen keine Kratzspuren, auf Kantfolien kann verzichtet werden. Diese schonendere Behandlung der Oberflächen ist gerade im Umgang mit Edelstahl angenehm, weil hier die Edelstahloberfläche doch oft auch die Oberfläche des fertigen Produkts ist.

Mit Manipulator werden die Bleche auf den Arbeitstisch der Schwenkbiegemaschinen gehoben

Letztlich überzeugten diese Prozessvorteile den Anlagenbauer aus Ostwestfalen-Lippe und Rippert Anlagentechnik kaufte zwei der industriellen Schenkbiegemaschinen von Hans Schröder Maschinenbau: die SPB Evolution UD und die MAK 4 Evolution UD. Die Blechbearbeitung ist heute bei Rippert teilautomatisiert. Die angelieferten Rohbleche werden über eine automatisierte Trumpf-Laseranlage mit Manipulator zugeschnitten. Die Anlage sortiert die Zuschnitte bereits auftragsorientiert auf Paletten und lagert diese in ein automatisches Regallager ein.

Auf der anderen Seite des Regallagers stehen die beiden Schröder-Schwenkbiegemaschinen. Die Mitarbeiter rufen die Aufträge und damit die Paletten mit den Zuschnitten aus dem Regallager ab. Anhand der Auftragspapiere sieht der Bediener, welches der aktuell circa 500 aktiven Biegeprogramme er laden und ausführen muss.

Mit einem separaten Manipulator werden die Bleche auf den Arbeitstisch der Schwenkbiegemaschinen gehoben. Danach lassen sie sich dann bequem bewegen und an die CNC-Anschläge anlegen. Auch dank der Up-and-down-Technik können selbst 3 bis 4 m breite Bleche von einem einzigen Bediener an der Maschine problemlos bewegt und komplett bearbeitet werden.

MAK-4-Schwenkbiegemaschine kommt bei Einzelstücken und Kleinserien zum Einsatz

Die Schröder SPB Evolution UD wird hauptsächlich für Serien mit Blechen bis 3 mm verwendet, dickere Bleche kommen auf die MAK 4 Evolution UD. Diese MAK 4 Schwenkbiegemaschine setzt man bei Rippert auch dann ein, wenn Einzelstücke und Kleinserien anfallen. Um dabei die Rüstzeiten minimal zu halten, ist diese Maschine mit einem vollautomatischen Werkzeugwechsler ausgestattet.

Zwei über hochpräzise Linearantriebe bewegte Dreheinheiten entnehmen mit ihren jeweils drei Greifarmen Werkzeuge aus dem Magazin und positionieren diese in der Werkzeugklemmung beziehungsweise bauen die bestehenden Werkzeuge ab. „Der automatische Werkzeugwechsler bietet uns drei große Vorteile“, erklärt Berndsen. „Zunächst verkürzt er die Rüstzeiten, was bei kleinen Losgrößen und Einzelteilen ins Gewicht fällt. Er entlastet zudem die Mitarbeiter körperlich, da der Wechsel der großen, bis zu 15 kg schweren Werkzeuge schnell anstrengend wird. Da alle Werkzeugwechsel im jeweiligen Biegeprogramm hinterlegt und gesteuert werden, entfallen auch die mit manuellen Wechseln verbundenen Fehlerquellen und -kosten.“

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