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Up-and-down-Schwenkbiegen Biegen 5 mm starker Edelstahlbleche als Aha-Erlebnis

| Autor / Redakteur: Brigitte Basilio / Dietmar Kuhn

Lackier-, Pulverbeschichtungsanlagen sowie Trocknungs- und Entstaubungsapparate von Rippert verlangen große Mengen hochwertig verarbeiteter Edelstahlbleche. Bisher wurden die großen und dicken Bleche auf Gesenkbiegemaschinen bearbeitet. Jetzt erledigen Schwenkbiegemaschinen mit Up-and-down-Technik diese Aufgaben.

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Am Touchpanel der 3D-Grafiksteuerung POS 3000 werden die Biegeprogramme erstellt, simuliert und abgerufen.
Am Touchpanel der 3D-Grafiksteuerung POS 3000 werden die Biegeprogramme erstellt, simuliert und abgerufen.
(Bild: Rippert)

Die Rippert Anlagentechnik GmbH & Co. KG ist ein 1966 gegründetes Familienunternehmen mit heute knapp 400 Mitarbeitern am Hauptsitz in Herzebrock-Clarholz sowie zwei weiteren Standorten in Herzebrock-Clarholz und in Österreich. Der hoch spezialisierte Anlagenbauer machte im Jahr 2012 etwa 75 Mio. Euro Umsatz mit der Planung, Herstellung und Montage moderner Anlagentechnik für die Oberflächenbehandlung, Automation, Entstaubungstechnik sowie mit Industrieventilatoren. Ursprünglich auf die regionale Möbelindustrie ausgerichtet, entwickelt Rippert heute umweltschonende und energiesparende Anlagen für die Produktionsprozesse seiner Kunden in fast allen Industrien im In- und Ausland.

Bauteile variieren von Auftrag zu Auftrag in ihren Abmessungen

Die Anlagen basieren zwar auf einer Plattformstruktur, das Anlagenlayout und die Bauteile variieren aber vor allem in ihren Abmessungen von Auftrag zu Auftrag. Gerade bei den Einhausungen zum Beispiel von Lackieranlagen werden zum Teil sehr große gebogene Bauteile aus Stahlblech montiert. Aktuell verarbeitet das Unternehmen etwa 300 t Stahlblech im Monat.

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Bearbeitet wurden die oft mehrere Meter breiten und bis zu 5 mm starken Stahlbleche ganz klassisch auf Gesenkbiegemaschinen. Bei der Menge der zu bearbeitenden Bleche zeigten sich aber auch die Nachteile dieser Technologie: Das Handling der großen und schweren Bleche – also die Positionierung der Bleche in den Maschinen und deren Entnahme und Neupositionierung nach dem Aufbiegen in der Stanze – verlangte den drei bis vier Mitarbeitern an den Maschinen vieles an Muskelkraft und Koordination ab.

„Natürlich kannten wir das Verfahren des Schwenkbiegens. Aber wir haben das immer in die Kategorie Dünnblechtechnologie eingeordnet“, erinnert sich Produktionsleiter Uwe Berndsen. „Als ich dann auf einer Messe gesehen habe, mit welcher Geschwindigkeit und Genauigkeit da mit Schwenkbiegemaschinen von Schröder große, 5 mm starke Edelstahlbleche gebogen wurden, war das ein absolutes Aha-Erlebnis.“

Schröder-Evolution-Reihe mit Up-and-down-Technologie ausgestattet

Neben den bearbeitbaren Blechgrößen und -stärken zeigten sich in den Messevorführungen und bei anschließenden Besuchen der Anlagenbauer im Wessobrunner Werk der Schröder Group weitere Vorteile des Schwenkbiegens. So ließen sich auch große Bleche von einem einzigen Mitarbeiter bequem auf dem Arbeitstisch bewegen und über die elektronisch gesteuerten Anschläge und die Bombierung exakt positionieren.

Die High-End-Maschinen der Schröder-Evolution-Reihe sind zudem mit der sogenannten Up-and-down-Technologie (UD) ausgestattet, das heißt, die Biegewange kann sowohl nach oben wie nach unten biegen. In der Praxis ist das eine große Entlastung für den Bediener, da für viele Biegeschritte das Blech überhaupt nicht gedreht werden muss.

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