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Rohstoffe

Drohende Rohstoffengpässe rechtzeitig abwenden

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Der Index ist so konstruiert, dass einem Rohstoff bei maximaler Gefährdung 25 Punkte zugeordnet werden und bei minimaler Gefährdung 0 Punkte. Je mehr Punkte ein Rohstoff aufweist, umso gefährdeter ist er in der Summe aller acht bewerteten Kriterien. Insgesamt werden 45 Rohstoffe in den Index aufgenommen und mithilfe des Indexes im Ergebnis in drei verschiedene Gefahrenklassen eingeteilt. In der roten Gruppe, die sehr risikobehaftet ist, befinden sich 15 Rohstoffe. In der orangefarbenen Gruppe, in der Rohstoffe mit mittlerem Risiko zu finden sind, sind 19 Rohstoffe aufgelistet. Bei elf Rohstoffen in der grünen Gruppe ist die Versorgung beziehungsweise Gefährdung in der Zukunft von eher geringerer Bedeutung.

Der neuesten Aktualisierung des Rohstoffindexes aus dem Jahr 2013 zufolge ist Niob mit 22,6 von 25 Indexpunkten das Metall mit der höchsten Risikoeinstufung. Es hat eine hohe Bedeutung für Zukunftstechnologien und ist in einigen chemischen Eigenschaften praktisch nicht substituierbar. Die Seltenerdmetalle Yttrium (22,3 Indexpunkte), Neodym und Scandium (beide 20,4 Indexpunkte) sind ebenfalls mit hohem Risiko behaftet und finden sich im Rohstoff-Risiko-Index auf den Plätzen zwei, fünf und sechs wieder. Ein wirtschaftlicher Abbau dieser Metalle ist schwierig, weil sie häufig in Vergesellschaftung mit anderen Erzen wie Monazit oder Bastnäsit vorkommen.

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Geringe Substituierbarkeit und hohe Bedeutung für Zukunftstechnologien

Bei den Metallen Palladium (Platz drei), Wolfram (Platz vier) Scandium (Platz sechs) und Platin (Platz acht) liegt ein hoher Konzentrationsgrad der Förderländer vor. Gallium (Platz sieben) weist eine relativ kurz statische Reichweite auf. Gemeinsam sind allen in der roten Gruppe aufgeführten Rohstoffen eine geringe Substituierbarkeit und eine hohe Bedeutung für Zukunftstechnologien. Alle Rohstoffe der roten Gruppe außer Zinn und Indium weisen zudem eine sehr hohe Anfälligkeit gegenüber einer strategischen Industriepolitik durch die Förderländer auf.

Dr. Hildegard Wilken leitet als wissenschaftliche Direktorin in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rostoffe (BGR) im Geozentrum Hannover den Fachbereich "Geologie der mineralischen Rohstoffe" und ist stellvertretende Leiterin der Abteilung "Energierohstoffe, Mineralische Rohstoffe". Sie weist auf die Herausforderungen der Bereitstellung von mineralischen Rohstoffen in einem globalen Markt hin. Denn die Rohstoffmärkte, insbesondere die der Metalle und Industrieminerale, sind global und die steigende Nachfrage nach mineralischen Rohstoffen hält weiterhin an. Gründe sind vor allem das Wirtschaftswachstum der Schwellenländer und veränderte Rohstoffbedarfe im Zuge von Technologieentwicklungen.

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