Elektronenstrahlschweißen Elektronenstrahlschweißanlage der TU Graz geht in Betrieb

Redakteur: Stefanie Michel

Die neue Elektronenstrahlschweißanlage des Instituts für Werkstoffkunde und Schweißtechnik der TU Graz verschweißt verschiedenste metallische Werkstoffe durch einen präzisen Elektronenstrahl. Das Gerät kommt von der Fahrzeug- bis zur Medizintechnik zum Einsatz.

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Mit der neuen Schweißanlage können verschiedenste Werkstoffe per Elektronenstrahl gefügt werden.
Mit der neuen Schweißanlage können verschiedenste Werkstoffe per Elektronenstrahl gefügt werden.
(Bild: TU Graz)

Beim Elektronenstrahlschweißen werden verschiedene Werkstoffe mithilfe eines Elektronenstrahls unter Vakuum aneinander gefügt. Im Gegensatz zum herkömmlichen Schmelzschweißen, wo die Materialien bis zu ihrer Verflüssigung erhitzt und so miteinander verbunden werden, ist das Schweißen durch Elektronenstrahl präziser, effektiver und vielseitiger einsetzbar.

„Die Elektronen werden auf sehr hohe Geschwindigkeiten beschleunigt und beim Auftreffen auf den Werkstoff abrupt abgebremst. Die Bewegungsenergie der Elektronen wird beim Aufprall in Wärme umgewandelt, die die Materialien schließlich aneinander schweißt“, erläutert Christof Sommitsch, Leiter des Instituts für Werkstoffkunde und Schweißtechnik.

Elektronenstrahlschweißen ist schnell und flexibel einsetzbar

Da der Schweißprozess unter Vakuum abläuft, weist das Verfahren viele Vorteile auf:

  • Hohe Reinheit der Schweißnaht
  • Minimierung von Schweißnahtfehlern
  • Durch die hohe Energie und Energiedichte lassen sich extrem dünne Folien, aber auch sehr dicke Bauteile aus verschiedensten metallischen Werkstoffen in nur einer Lage verbinden
  • Der Elektronenstrahl lässt sich sehr schnell lenken, was gleichzeitiges Schweißen an mehreren Stellen ermöglicht.

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