Kantenbearbeitung Entgraten und verrunden mit homogenem Schliff und ohne Schlieren

Von Frauke Finus und M.A. Frauke Finus

Qualität auf den Punkt: Für Sichtteile von Gehäusen in Schienenfahrzeugen, die keine weitere Oberflächenbeschichtung bekommen, ist es wichtig, dass sie trotzdem gut aussehen. Zulieferer Winter greift deshalb auf Entgrat- und Verrundungstechnik von Q-Fin zurück.

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Blick auf die Entgrat- und Verrundungsmaschine F1200 bei Winter in Coswig.
Blick auf die Entgrat- und Verrundungsmaschine F1200 bei Winter in Coswig.
(Bild: Winter)

Sondergehäuse in Stahl, Edelstahl und Aluminium für den Schienenfahrzeugbau und die Tunnel- sowie Umwelttechnik – das ist die Leidenschaft von Jutta und Eberhard Winter sowie Sohn Eberhard Winter jun. in Coswig. Die Winter Gerätebau & Metallverarbeitung GmbH wurde 1993 gegründet und bietet heute mit rund 50 Mitarbeitern nicht nur die Fertigung von Blechteilen, sondern vor allem auch von leistungsfähigen, einbaufertigen Baugruppen.

Nicht nur entgraten, sondern auch verrunden soll möglich sein

Ein großes Projekt war zum Beispiel der ICE 3. „Hier haben wir Gehäuse für die Technik der Klimatisierung und Lüftung gefertigt“, berichtet der studierte Apparatebauer Eberhard Winter. Für Schienenfahrzeuge kommen auch Gehäuse für die Stromversorgung, Batteriespeicher oder für die Feuerlöschtechnik aus Coswig. „Hierbei haben wir auch Baugruppen, die schon seit Jahren – manchmal in abgewandelter Form – immer wieder bei uns abgerufen werden“, erklärt der Juniorchef.

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Im nahe gelegenen Dessau hat die Bahn traditionell einen großen Technikstandort – so lag im Jahr 1996 beim Ehepaar Winter der Gedanke nahe, sich der Branche rund um die Schiene zu zuwenden. „Wir wollten etwas machen, was nicht jeder macht. In der Zulieferkette für den allgemeinen Maschinenbau zu fertigen, das macht fast jeder“, beschriebt Eberhard Winter die Ausgangslage. Tatsächlich gehen heute auch rund 65 Prozent der gesamten Fertigung in die Branche des Schienenfahrzeugbaues. Dabei meistens überregional über Sachsen-Anhalt hinaus.

Gewünschte Qualität auf den Punkt geliefert

Die Fertigungstiefe im Hause Winter ist enorm. Es wird geschweißt, geklebt, gebogen, genietet, lasergeschnitten, gestanzt, eingepresst und abgekantet. Für die Laser- und Stanzbauteile wurde bereits Mitte der 2000er Jahre eine Entgratmaschine angeschafft. Diese war in die Jahre gekommen und konnte auch mit den im Laufe der Zeit gestiegenen Anforderungen an die Qualität der Bauteile nicht mehr mithalten. „Außerdem war es uns mit der alten Maschine nicht möglich die Kanten zu verrunden. Aber danach haben unsere Kunden neben dem Entgraten immer öfter gefragt“, schildert Eberhard Winter. Deshalb stieg der Seniorchef in die Recherchearbeit rund um Entgrat- und Verrundungsmaschinen ein, besuchte Messestände und ließ sich zur neuen Technik beraten. „Er war wirklich wissbegierig und sehr technikaffin“, schmunzelt Fred Post, Accountmanager bei Q-Fin rückblickend. Gemeinsam fuhren die Herren dann in die Niederlande und probierten live die Möglichkeiten der Entgrat- und Verrundungsmaschinen von Q-Fin aus.

Vater und Sohn waren quasi in der Sekunde überzeugt: Die Bauteile kamen mit homogenem Schliff und ohne Schlieren oder Verarbeitungsspuren aus der Maschine – eine F1200 zum Finishen von Blechen bis 1200 Millimeter Breite. Sie ist mit Vakuum- oder Magnetsystem verfügbar und kann Edelstahl, Stahl und Aluminium bearbeiten. Aufgebaut ist die F1200 mit drei Stationen, die erste ist der Schleifkopf und die zweite sowie dritte Station ist die Bürsteneinheit, ausgestattet mit vier kreuzweise drehenden, schwingenden Bürsten.

„Der erste Versuch war direkt auf den Punkt“, schildert Winter. „Das war das, was wir sehen wollten. Die Maschine wurde einmal eingestellt und hat sofort das perfekte Ergebnis geliefert. Wir mussten nicht an den Einstellparametern rumexperimentieren, sondern das gewünschte Ergebnis war einfach auf den Punkt da!“ Außerdem freuen sich Vater und Sohn über die einfache Bedienung der Maschine und dass die F1200 sich selbstständig an unterschiedliche Materialdicken der zu bearbeitenden Werkstücke anpasst. „Die großen Topfbürsten machen uns außerdem flexibel: Wir können grob vorarbeiten oder feinschleifen“, ergänzt Winter jun. Die Homogenität der Oberfläche, die durch die Q-Fin-Anlage erreicht wird, ist besonders gut für Bauteile, die im weiteren Verlauf keine Oberflächenbeschichtung erhalten, aber als Sichtteile dennoch eine gute Optik haben sollen.

„Bei Winter ist zusätzlich das Absaugsystem WES mit Nassfilter von Q-Fin angeschlossen. Mit dem Nassentstauber kann Schleifstaub von Edelstahl, Stahl und Aluminium ohne Brand- oder Explosionsgefahr abgesaugt werden. Der angezogene Staub wird mit großer Kraft durchs Wasser gezogen, wobei der Staub vom Wasser umgeben wird und von der zugeführten Luft getrennt werden kann“, ergänzt Post.

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Und das Tüpfelchen auf dem i – Winter spart mit der neuen Anlage auch noch Strom. Und zwar so viel im Vergleich zur vorherigen Anlage, dass Winter an einem Förderprogramm für Erstatzinvestitionen bestehender Technik des Landes Sachsen-Anhalt teilnehmen konnte. Eine rund 35 Prozent bessere Energieeffizienz verzeichnet man in Coswig jetzt. Senior und Junior sind vollauf zufrieden.

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