Das Schneiden von dünnen Blechen kann trivial sein. Wer aber auf Qualität, Speed und Kurvendynamik Wert legt, sollte sich im Portfolio von Trumpf näher umschauen.
Beim Schneiden respektive Trennen von dünnen Blechen kann man zwar den Winkelschleifer nehmen, doch es ist Vorsicht geboten. Nicht immer ist das ververnünftigste Weg, wie Trumpf mahnt! Scheren und Nibbler bringen nämlich einige Vorteile in puncto Blechschneiden ...
(Bild: Trumpf)
Dünnbleche kommen bekanntlich in vielen verschiedenen Branchen zum Einsatz. Besonders wichtig sind sie im gesamten Bausektor, wo sie für Dach-, Fassaden- und Trockenbausysteme genutzt werden. Auch in der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik sind dünne Bleche zu finden. Darüber hinaus werden sie im Anlagenbau und im Rahmen der Elektroindustrie – beispielsweise für den Gehäuse- und Schaltschrankbau – benötigt. Diverse Trennschnitte sind allerdings bei allen Anwendungen von Dünnblechen erforderlich, wie Trumpf anmerkt. Dabei geht es teilweise zwar „nur“ darum, Bleche abzulängen. Teilweise gilt es aber auch, Konturen anzupassen oder Innenausschnitte und Ausklinkungen auszuführen. Jedenfalls ist es egal, welche Schnitte gefordert sind: In den allermeisten Fällen stehen Ergebnisgenauigkeit, Kantenqualität und Arbeitsgeschwindigkeit ganz oben auf der Anforderungsliste, was mit vielen herkömmlichen Werkzeugen nicht zu leisten ist, wie es weiter heißt.
Das macht gute Qualität beim Dünnblechschneiden aus
Carsten Niehaus, leitender Produktmanager des Bereichs Elektrowerkzeuge von Trumpf, erklärt: „Wenn es nicht nur ums Entfernen von Blechverkleidungen oder ähnlichem geht, sind saubere, exakte Schnittkanten an Blechen unabdingbar!“ Dazu wünschten sich Anwender einerseits eine ansprechende Optik, andererseits müssten Bleche oft passgenau montiert werden. Der Blechwerkzeugspezialist nennt aber noch einen weiteren wichtigen Faktor, der beim Trennen zu berücksichtigen ist. Niehaus merkt deshalb an: „Das Materialgefüge der Bleche etwa darf beim Schneiden nicht beschädigt werden, weil das die Langzeitstabilität beeinträchtigt und der Korrosion Vorschub leistet.“ Es gilt also, auf Trennverfahren zu setzen, die kaum Wärme ins Bauteil bringen. Zudem sollte Funkenflug vermieden werden, wie er beispielsweise beim Einsatz von Winkelschleifern automatisch entsteht. Außerdem zerstören diese Werkzeuge die Schutzbeschichtung. Und die Schnittkante wird dabei heiß, so dass der Korrosionsschutz verloren gehen kann und das Blech schließlich rostet.
Nachfrage nach per Akku betriebenen Werkzeugen steigt
Niehaus will alles andere, als das System Winkelschleifer verteufeln, wie er betont. „Wenn lediglich kurze, grobe Schnitte gebraucht werden, sind diese Werkzeuge absolut okay“, gibt er deshalb zu. Sie sind außerdem in der Anschaffung günstig und bei den meisten Betrieben verfügbar. Aber sobald Qualität und Produktivität beim Blechschnitt gefragt sind, sollte man die Finger vom Winkelschleifer lassen. Dann gibt es andere mobile Verfahren, zu denen in erster Linie Scheren, Schlitzscheren und Dünnblechnibbler zählen, wie Niehaus informiert. Auch Handscheren sind noch auf Baustellen und speziell in Ausbildungswerkstätten zu sehen, weil sie günstig zu haben sind und das erste Gefühl für den Umgang mit Blech gut vermitteln, sagt der Trumpf-Mann. Sie überhitzen das Blechteil natürlich nicht. Doch der dauerhafte Einsatz ist anstrengend und die erreichbare Kantenqualität mäßig. Zudem hat sich der Vorteil des kabellosen Einsatzes aufgrund moderner Akkutechnik überholt. Tatsächlich nimmt der Akku bei elektrischen Blechwerkzeugen seit Jahren immer mehr an Bedeutung zu, wie Niehaus registriert. Insbesondere auf Baustellen schätzten Handwerker die damit verbundene hohe Unabhängigkeit beim Arbeiten und bei der Arbeitsvorbereitung. Denn es muss dafür keine Stromquelle mehr gesucht werden, wodurch die Maschinen stets und an jedem Ort schnell und unkompliziert einsetzbar sind.
In Sachen Akku-Werkzeuge bevorzugen es Anwender, für möglichst viele Werkzeuge das gleiche Akku-System nutzen zu können. Das macht flexibel und spart Geld, weil weniger Akkus und auch Ladegeräte angeschafft werden müssen. Trumpf kommt diesem Wunsch deshalb schon seit vielen Jahren nach und setzt auf die Akku-Plattform „Cordless Alliance System“, kurz CAS. Diese vereine aktuell über 45 Hersteller mit über 450 Maschinen, welche die gleiche Akku-Schnittstelle bieten – etwa Bohrhämmer, Nagler, Tauchsägen, Heißluftpistolen und natürlich auch Blechscheren, Nibbler sowie andere Elektrowerkzeuge von Trumpf. Doch welches Trennwerkzeug letztlich das bestmögliche für den jeweiligen praktischen Einsatz am Blech ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Sind gerade Bleche oder Profile zu trennen? Sind verwindungsfreie Schnitte gefordert? Welche Rolle spielt die Kurvengängigkeit und welche die Schnittgeschwindigkeit? Welche Blechdicken sind im Spiel? Sind Späne erlaubt und wenn ja, in welcher Form? Viele Fragen, auf die es aber laut Niehaus auch passende Antworten gibt.
Blechscheren schneiden schnell
Allen Akku-Scheren, -Schlitzscheren und -Dünnblechnibblern von Trumpf gemein sei auch eine hohe Verarbeitungs- und Ergebnisqualität sowie ein ergonomischer Aufbau. Die Werkzeuge wiegen – je nach Größe und Ausführung – zwischen 1,5 und 2,5 Kilogramm und gelten als perfekt austariert – liegen somit gut in der Hand. Aufgrund dieser Eigenschaften könnten Anwender mit allen Trumpf-Werkzeugen stets lange und ermüdungsfrei arbeiten. Unterschiede gibt es systembedingt dennoch einige, die auch von entscheidender Bedeutung sind, wie es weiter heißt. So eigneten sich beispielsweise Akku-Scheren der Trutool-S-Baureihe für komplett spanfreie Trennschnitte bei sehr guter Kurvengängigkeit. So schafft etwa das Trutool S160 Radien bis zu 16 Millimeter. Die Schwester S 250 schafft Radien bis 20 Millimeter. Die trennbaren Blechdicken liegen der Namensgebung entsprechend bei 1,6 respektive 2,5 Millimetern. Zudem zeichneten sich diese Scheren durch eine besonders hohe Trenngeschwindigkeit aus, weil sie auf auf 13 Meter pro Minute kommen. Einzig ist zu bedenken, dass die Schnitte sind auf einer Seite nicht verwindungsfrei machbar sind, so Niehaus.
Stand: 08.12.2025
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Schlitzscheren warten lediglich auf ein Startloch im Blech
Das mit der Verwindung ist bei den allerdings weniger kurvengängigen Akku-Schlitzscheren der Trutool-C-Baureihe anders, wie der Experte weiter ausführt. Denn mit 10 Metern pro Minute Schnittgeschwindigkeit weisen diese Maschinen auch eine relativ hohe Trenngeschwindigkeit auf, gewährleisten aber auch noch einen besonders sauberen und komplett verwindungsfreien Schnitt. Das, betont Niehaus, ist unter anderem beim Einsatz an beschichteten Blechen von großem Vorteil. Während des Trennvorgangs verursacht nämlich die Schnittenergie aus der Schnittkraft heraus einen sogenannten Rollspan, der aufgrund innovativer, technischer Features an beliebigen Stellen abgetrennt werden kann, erklärt Niehaus. Dadurch eigneten sich die Schlitzscheren auch gut für Innenausschnitte. Es ist lediglich ein Startloch erforderlich! Jede weitere Richtungsänderung ließe sich dann problemlos und schnell im Blech erledigen.
Allroundwerkzeuge für Bleche jeder Art
Als echte Alleskönner schlechthin bezeichnet Niehaus die Akku-Dünnblechnibbler der Trutool-N- und -PN-Baureihen von Trumpf, wenn es ums Blechschneiden geht. Zwar ist deren Arbeitsgeschwindigkeit mit 2,2 Metern pro Minute deutlich geringer als die der Scherensysteme, doch sie zeichnen sich dafür durch enorme Flexibilität aus. Die Nibbler sind werkzeuglos in acht Schneidrichtungen einstellbar und um 360° drehbar, heißt es zu den Vorteilen etwa. „Außerdem stehen drei unterschiedlich lange Werkzeuge zur Verfügung, die sich beliebig wechseln lassen“, erläutert der Produktmanager. Die lange Variante des PN 200/201 mit 4-Kant-Stempel spiele ihre Vorteile vor allem bei Trapezblechen mit Profiltiefen bis 162 Millimeter aus. Auch punkteten sie beim Ablängen von C-, L- und U-Profilen. Das kurze, mit Hohlrundstempel ausgestattete Werkzeug des Nibblers N 200 eignet sich dann eher für das Trennen von sonstigen Flach- und Wellblechen. Zusätzlich zeichnet sich dieser Nibbler durch seine Manövrierbarkeit aus! Denn er ist auf der Stelle drehbar und schafft selbst kleinste Radien (bis vier Millimeter). Dementsprechend ließen sich Ausschnitte jeglicher Art einfach und schnell erledigen – egal, ob runde oder eckige.