Stanzen

Flexibel durch zwei spiegelverkehrte Pressenkombinationen

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Doch die vom Kunden gewünschte hohe Ausbringungssteigerung stellte für die Pressenbauer auch mit Blick auf die erforderliche Pressensteuerung durchaus eine Herausforderung dar. So arbeitete man beispielsweise sehr eng mit Siemens zusammen, das mit der Simotion die Steuerung für die anspruchsvolle Aufgabe lieferte. Bei der Bedienoberfläche wiederum wird die typische „Raster-Zeulenroda“-Bedienoberfläche verwendet, die die Zeulenrodaer üblicherweise für ihre Stufenumform- und Stanzautomaten einsetzen.

Lediglich die Werkzeugdaten werden bei den Servopressen um die hierfür notwendigen Eingabemasken ergänzt. Dass die komplette Pressensteuerung und -wartung auch bei der neuen Transferanlage per Fernzugriff beziehungsweise -diagnose abgewickelt werden kann, ist für Joachim Klaus, der die Elektroseite der Konstruktion verantwortet, selbstverständlich.

„Wir reagieren, bis die Teile beim Kunden in der Halle stehen“

Bei den Pressen mit Servohauptantrieb kann der Kunde wählen, ob die Kurbelwelle mit konstanter Geschwindigkeit durchlaufen oder ob die Drehzahl über den Kurbelwinkel „moduliert“ werden soll. Bei modifizierter Geschwindigkeit kann der Bediener bis zu zehn Stützstellen vorgeben, bei denen er zum Kurbelwinkel eine passende Drehzahl oder die Stößelgeschwindigkeit eingeben kann. Im Anschluss erfolgt automatisch eine Prüfung auf Einhaltung aller relevanten Antriebsparameter und, wenn erforderlich eine Korrektur der Daten, wenn die Machbarkeit nicht gegeben ist.

Im Juni hat die Montage der Anlage in Zeulenroda begonnen, ein gutes halbes Jahr nach der Auftragsvergabe. Ende November des vergangenen Jahres kam der Auftrag, die Konstruktionsphase lief bis Mai, doch bereits im Februar startete man in Zeulenroda parallel mit der Fertigung. „Hier zahlt sich die hohe Fertigungstiefe am Standort aus“, betont Lutz Heller. Der Bereichsleiter Technik ist für die Fertigung und Montage verantwortlich, hat so auch den direkten Kontakt zum Kunden und kennt das notwendige Abstimmungsprozedere.

„Wir reagieren, bis die Teile beim Kunden in der Halle stehen“, sagt Heller und weiß, dass dies neben allen Projektierungs- und Abstimmungsschritten für den Kunden zu den wichtigsten Anforderungen an einen Maschinenbauer gehört. Man geht den Weg bis zur neuen Anlage gemeinsam – mit den notwendigen Konsequenzen. Dass in Ahlen die Werkshalle letztendlich auch nach den Abmessungen der gemeinsam entwickelten Presse ausgerichtet wurde, ist nur ein Beispiel dafür.

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