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Stanzen Flexibel durch zwei spiegelverkehrte Pressenkombinationen

| Autor / Redakteur: Annedore Munde / Dietmar Kuhn

Eine Pressenanlage mit zwei Rondenstanzpressen und zwei Stufenumformautomaten ist bei Blechbearbeitern nicht alltäglich. Die Besonderheit an der jetzt erstmals vorgestellten Anlage von Raster-Zeulenroda aber sind ihre Flexibilität und ihr Leistungsspektrum.

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Noch stehen die beiden Rondenstanzen in Zeulenroda (rechts, vorn im Bild). In den nächsten Wochen erfolgt der Umzug in die Werkshalle des Kunden.
Noch stehen die beiden Rondenstanzen in Zeulenroda (rechts, vorn im Bild). In den nächsten Wochen erfolgt der Umzug in die Werkshalle des Kunden.
(Bild: Raster)

Wer eine neue Zielgruppe überzeugen und sich gegen Mitbewerber durchsetzen will, muss Referenzen vorweisen können. Das kann neben der fachlichen Kompetenz eine hohe Flexibilität und Kundenorientierung genauso sein wie ein ausgefeiltes technisches Konzept, welches passgenau für einen bestimmten Anwendungsfall entwickelt wurde.

Als der Thüringer Pressenbauer Raster-Zeulenroda den Auftrag für eine Pressenanlage von einem Kunden im Zuliefererbereich erhielt, war es wohl beides, was ausschlaggebend dafür war. Denn eigentlich war es anfangs eine 1200-t-Presse, die gefordert wurde. Mit klar definierten Maßen hinsichtlich der Baulänge und einer geforderten Hubzahl von 50 Hüben pro Minute, wobei die Umformgeschwindigkeit nicht größer sein darf als bei einer Hubzahl von 15 Hüben pro Minute einer herkömmlichen Presse. So weit der Stand zu Beginn der Ausschreibung.

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Pressen sind durch Bandzuführanlagen, 3D-Transfersysteme und Rondenpuffer verbunden

„Natürlich haben wir auch für die 1200-t-Presse ein Angebot unterbreitet“, blickt Bernd Donath zurück. Er ist als Gruppenleiter Stufenumformautomaten bei Raster-Zeulenroda zuständig für die technische Projektleitung. „Doch die Herausforderungen für das Maschinenkonzept waren vielschichtig, angefangen von der Baulänge, die durch den zur Verfügung stehenden Platz in der Halle begrenzt war, bis hin zu der geforderten Ausbringungssteigerung.“

Stück für Stück habe man sich letztendlich gemeinsam mit dem Kunden an das jetzt umgesetzte Konzept „herangearbeitet“, so Donath. Anfangs fanden die Abstimmungen wöchentlich, später dann 14-täglich statt. In diesem Entwicklungsprozess verständigte man sich dann schon frühzeitig auf eine Anlage von zwei Rondenstanzen mit je 250 t Presskraft und zwei Stufenpressen – erst waren es zwei Pressen mit je 500 t Presskraft, dann zwei Pressen mit je 630 t und zuletzt zwei 800-t-Servopressen.

Die Pressenkombination, die Ende des Jahres beim Kunden aufgestellt wird, besteht jetzt aus zwei Rondenstanzautomaten HRM 250/1800 NL-RK und zwei Stufenumformautomaten Paust 800/300/300 SK-Servo. Verbunden sind die Pressen durch Bandzuführanlagen und 3D-Transfersysteme sowie durch Rondenpuffer.

Pressenanalge produziert Radnaben für Antriebsscheiben und Tiefziehteile

Auf der Anlage, die eine Gesamtlänge von 27 m hat und etwas mehr als 530 t Gewicht, können beispielsweise Radnaben für Antriebsscheiben hergestellt werden oder Tiefziehteile für die Automobilindustrie. Gefertigt werden dabei im ersten Schritt Ronden von 200 bis 350 mm, wobei Bleche mit bis zu 6 mm Dicke verarbeitet werden können. Maximal können mit der Pressenkombination 55 Hübe pro Minute realisiert werden.

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