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Für voluminöse, schwere Bauteile eignet sich die Pulverbeschichtung

| Autor: Frank Berger

Der Umstieg von Nass- auf Pulverlack kann sich bei schweren, voluminösen Bauteilen im Maschinenbau lohnen. Auslöser dafür können der Korrosionsschutz und die Umsetzung von Maßnahmen zur Energieeinsparung sein. Dazu kommen Vorteile wie niedrigere Lackkosten sowie die Möglichkeit zur sofortigen Weiterbearbeitung.

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Bild 1: Die Umstellung von Nasslackierung auf eine Zweilagen-Pulverbeschichtung hat bei Gehäusen für Stellantriebe zu einem Qualitätssprung beim Korrosionsschutz geführt.
Bild 1: Die Umstellung von Nasslackierung auf eine Zweilagen-Pulverbeschichtung hat bei Gehäusen für Stellantriebe zu einem Qualitätssprung beim Korrosionsschutz geführt.
(Bild: Auma)

Seit einigen Jahren wird immer häufiger die Beschichtung von voluminösen und schweren Bauteilen im Maschinen- und Anlagenbau thematisiert. Hat sich bei den Verarbeitern von Dünnblechen bereits die Mehrheit für Pulverlack als Lacksystem der Wahl entschieden, tut sich der Maschinenbau dagegen noch deutlich schwer mit der Einführung der Pulverbeschichtung. Die Gründe hierfür sind vielschichtig und sollen im Rahmen dieser Betrachtung näher beleuchtet werden.

Historisch betrachtet waren nahezu alle Unternehmen im Bereich Maschinenbau Nasslackierer. In der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts, in der sehr viele der heute etablierten Maschinenbaufirmen gegründet wurden, war die Pulverbeschichtung noch gar nicht verfügbar. Sie kam erst Ende der 1960er-Jahre auf den Markt. Zu dieser Zeit hatte die Nasslackierung, die in der Regel am Ende der Fertigungsprozesskette durchgeführt wird, bereits ihren festen Platz bei den Maschinenherstellern und deren Zulieferern.

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Nasslackierung spielt ihre Vorteile am fertigen Produkt aus

Die Pulverbeschichtung, die im Normalfall eine Einzelteilbeschichtung ist, steht somit in Konkurrenz zu einem Lackierverfahren, das erst am fertigen Produkt und nicht an einzelnen Baugruppen angewendet wird. Außerdem deckt die Nasslackierung einen breiten Materialmix ab. So können bei Einsatz eines geeigneten Nasslacksystems unterschiedliche Substratwerkstoffe in einem Arbeitsgang beschichtet werden. Darüber hinaus lässt sich die empfindliche Steuerungselektronik von Maschinen und Maschinenkomponenten bereits vor der Lackierung montieren. Nicht zu beschichtende Maschinenbereiche werden einfach maskiert.

Diese Vorzüge der Nasslackierung machen es einigen Maschinenherstellern und Zulieferern nahezu unmöglich, auf die Pulverbeschichtung umzustellen. Insbesondere Herstellern von Getrieben, Elektromotoren oder Pumpen gelingt die Umstellung nur dann, wenn auch tiefe Eingriffe in die Prozesskette der Fertigung in Kauf genommen werden. Dass dies kein Nachteil sein muss, zeigt die Auma Riester GmbH & Co. KG, Müllheim (Bilder 1 bis 3 – siehe Bildergalerie): Die Umstellung der Prozesskette und die Einführung einer pulvergerechten Konstruktion einzelner Baugruppen haben bei dem Hersteller hochwertiger Stellantriebe zur Anwendung einer Zweischicht-Pulverlackierung für alle Bauteile geführt.

Pulverbeschichtung bietet mehr Qualität beim Korrosionsschutz

Mit dem Zweischichtsystem wird ein sehr hoher Korrosionsschutz erzielt. Er entspricht der Korrosionsschutzklasse C5, die den Verbau der Stellantriebe sogar Offshore ermöglicht. Dies hat gegenüber der zuvor durchgeführten Nasslackierung zu einem erheblichen Qualitätssprung geführt – und zwar für alle Bauteile. Im Gegensatz dazu müssen sich Hersteller, die ähnliche Bauteile nass lackieren, je nach Anforderung an den Korrosionsschutz für unterschiedliche Lackaufbauten mit zusätzlichen Lackschichten entscheiden. Diese Diversifizierung bedeutet nicht selten eine Explosion der Variantenvielfalt, die mit erheblichem Steuerungsaufwand verbunden ist.

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