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Immer mehr Voraussetzungen für vollautomatischen Fabrikbetrieb erfüllt
Etwas optimistischer ist da schon Gerhard Knienieder, wie es in der Mitteilung heißt. Er verweise beispielsweise auf intelligente Werkzeugfutter wie das Artis DDU-4 von Emuge: „Die Futter überwachen die Schnittkraft; sie sorgen für einen rechtzeitigen Austausch verschlissener Werkzeuge und somit für einen störungsfreien Betrieb einer vernetzten Fabrik 4.0.“ Verbandssprecher Horn sehe als eine Voraussetzung für die weitere Automatisierung Nullpunktspannsysteme, mit deren Hilfe „unterschiedlichste Werkstücke mannlos und wiederholgenau in der Maschine platziert werden können.“ Außerdem sollten Aufspannungen möglichst viele Bearbeitungsschritte ohne Umspannungen gestatten. Horn: „Das läuft meist auf eine 5-Achs-Bearbeitung hinaus und auf angetriebene und intelligente Werkzeuge, die mehrere Bearbeitungen in einem Arbeitsgang durchführen können.“
Ein weiteres Thema, das laut Horn die Branche umtreibe: standzeitoptimierte Werkzeuge, die möglichst genau eine Schicht ohne Qualitätsverlust durchhalten. Dazu müssten die Werkzeugsysteme exakt an die Zerspanungsaufgabe angepasst werden.
Vor allem drei Faktoren seien laut Gerhard Knienieder hierbei zielführend:
- die Auswahl des geeigneten Schneidstoffes und seiner Wärmebehandlung,
- eine geeignete Geometrie und
- eine selektive Auswahl der Beschichtung.
Er führt als Beispiel einen Gewindeformer seines Hauses an, der je nach zu bearbeitendem Werkstoff in obigen Parametern optimiert sei.
Fortschritte auch bei der Bearbeitungssimulation im Vorfeld
Weiteres Optimierungspotenzial biete die Bearbeitungssimulation im Vorfeld der realen Bearbeitung zur Absicherung des Prozesses. Viele Hersteller unterstützten ihre Kunden bereits durch das Bereitstellen von Werkzeug- und Spannmittelgeometrien sowie Simulationsprogrammen. Nolting: „Dies reduziert einerseits die gesamte Projektlaufzeit durch kürzere Einfahrzeiten einer Maschine massiv und lässt deren unmittelbare Nutzung zu. Andererseits können Fehler in Programmen und Abläufen erkannt werden, deren Auftreten im Realprozess zu hohen Schäden, Ausfallzeiten und Kosten führen kann.“
Über 100 Werkzeughersteller hätten deshalb über die kürzlich erneuerte und erweitere Internetplattform GTDE des Vereins „Graphical Tool Data Exchange – Standard Open Base“ Werkzeuggeometrien zur Verfügung gestellt, die eine Simulation erst möglich machten. So stelle beispielsweise Emuge über diesen Server auch Sachmerkmale im XML-Format nach DIN 4000 und 3D-Grafikdaten im Step-Datenformat bereit.
Nolting fordere trotzdem einen deutlich weitergehenden Wandel. „Der Schneidmittelhersteller darf heute nicht mehr primär seinen Umsatz mit Kunden im Auge haben, sondern muss über unterstützende Beratung bei der Erarbeitung effizientester Prozessabläufe und Bearbeitungsstrategien die Kundenbindung intensivieren und die Effizienz des Kunden steigern.“
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