Agie Charmilles Herstellkosten um 46% gesenkt

Redakteur: Bernhard Kuttkat

Soll der Daten- und Materialfluss einer Fertigung automatisiert werden, braucht man dafür nicht zwingend Roboter. Die Fertigung kleiner und mittelgroßer Präzisionsteile in kleinen Losgrößen auf verschiedenen Werkzeugmaschinen, wie sie im Werkzeug- und Formenbau üblich ist, legt aber eine Automationslösung mit Handlingseinheiten nahe.

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Bild 1: Linearzelle mit Roboter verkettet eine Senkerodiermaschine Form 2000 und ein Bearbeitungszentrum Mikron UCP 600 Vario. Bilder: Agie Charmilles
Bild 1: Linearzelle mit Roboter verkettet eine Senkerodiermaschine Form 2000 und ein Bearbeitungszentrum Mikron UCP 600 Vario. Bilder: Agie Charmilles
( Archiv: Vogel Business Media )

Wenn nur zwei Maschinen zu verbinden sind, kann das möglicherweise mit einem fest platzierten Industrieroboter realisiert werden. Sind mehrere Maschinen, Magazine und vielleicht auch eine Messmaschine „anzufahren“, rückt eine Linearzelle mit fahrbarem Roboter in den Blick, wie sie Agie Charmilles im Anwendungszentrum in Schorndorf installiert hat (Bild 1).

Mannlose Fertigung rund um die Uhr

Das modulare Konzept einer solchen Fertigungszelle erlaubt zum Beispiel den Start mit einer Zwei-Maschinen-Lösung und deren schrittweise Erweiterung. Denkbar ist auch, dass die Elektrodenherstellung einbezogen wird. Dazu wären noch eine HSC-Fräsmaschine und eine Waschstation einzubeziehen. Bei einer ausreichenden Anzahl von Magazinplätzen können die Maschinen mehrere Tage bedienerlos durcharbeiten.

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Fräsen und Erodieren senkt Herstellkosten

An einem gehärteten Formeinsatz (Bild 2), einem realen Kundenteil, zeigt Agie Charmilles, welchen Nutzen die Kombination von Fertigungsverfahren dem Anwender bringt: Es wäre nicht wirtschaftlich, den Formeinsatz vollständig zu fräsen. Die notwendige Auskraglänge des Fräsers würde lange Laufzeiten und hohe Fräserkosten mit sich bringen. Auch wäre es nicht sinnvoll, den Formeinsatz vollständig zu erodieren, weil kleinste Untermaße und großes abzutragendes Volumen im Spiele wären. Eine eingehende Untersuchung brachte folgendes Ergebnis: Im Vergleich zu den Kosten für das vollständige Fräsen, beginnend bei den Programmierkosten, ergeben sich für die Kombination von Hartfräsen und Senkerodieren 46% niedrigere Herstellkosten.

Automatisch prozesssicher arbeiten

Die Senkerodiermaschine Form 2000 lässt sich ebenso gut in eine modere Präzisionsfertigung außerhalb des Werkzeug- und Formenbaus integrieren. Der Anwender kann präzise geformte Geometrien mit feinster Oberflächengüte erzeugen. Das Hochleistungs-Bearbeitungszentrum Mikron UCP 600 Vario hat einen Torque-Rund-Schwenktisch und ist für die Fünf-Achsen-Simultan-Bearbeitung in einer Aufspannung ausgelegt. Der stabile Aufbau, die Auswahl verschiedener Aufspannmöglichkeiten und die unter dem Begriff „smart machine“ subsumierten Module zur Verbesserung von Genauigkeit, Schutz und Produktivität sind laut Agie Charmilles Merkmale, die vielseitige automatische Arbeitsweise prozesssicher ermöglichen.

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