Biobasiert lackiert Pulverlacke gehen auch ohne fossile Rohstoffe

Von BDU 2 min Lesedauer

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Das Projekt „EcoCoat – nachhaltige Pulverlacke für industrielle Anwendungen“ könnte vor allem für KMU eine Chance für neue Produktionsprozesse werden, so die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (BDU) ...

Pulverlacke, hier einige Applikationsbeispiele, benötigten bisher den Rohstoff Erdöl. Nun haben Mageburger Forscher zeigen können, dass man auch biobasierte Pulverlacke herstellen kann, die gleich mehrere Vorteile ins Feld führen. Und der Markt ist groß! Das könnte sich rentieren ...(Bild:  M. Zierau / OGVU Magdeburg)
Pulverlacke, hier einige Applikationsbeispiele, benötigten bisher den Rohstoff Erdöl. Nun haben Mageburger Forscher zeigen können, dass man auch biobasierte Pulverlacke herstellen kann, die gleich mehrere Vorteile ins Feld führen. Und der Markt ist groß! Das könnte sich rentieren ...
(Bild: M. Zierau / OGVU Magdeburg)

Zum ersten Mal ist im Zuge des oben genannten Projekts der Einstieg in biobasierte Pulverlackrezepturen gelungen, wie die DBU betont. Das Gute daran: Der Markt für Pulverlacke ist riesig! Das Produktionsvolumen bei Pulverlacken liegt allein in Europa bei rund 450.000 Tonnen pro Jahr, heißt es dazu. Laut Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VDL) machen Pulverlacke ungefähr zwölf Prozent des Gesamtumsatzes der Industrielackbranche aus. Nach Industrieangaben lag 2025 das globale Marktvolumen für Pulverbeschichtungen bei umgerechnet 14 Milliarden Euro. Schätzungen zufolge wird dieser Markt bis 2034 auf etwa 23,7 Milliarden Euro anwachsen, wobei allerdings wieder der asiatisch-pazifische Raum der Wachstumstreiber ist. Der Stand der Dinge, mit Blick auf Nachhaltigkeit: Pulverlacke sind zwar lösemittelfrei herzustellen und zu applizieren, doch basieren sie bisher fast ausschließlich auf Erdöl. Das gelte besonders für die Bindemittel, die – außer Füllstoffen, Pigmenten und Additiven – zu den wesentlichen Bestandteilen eines Pulverlacks zählten. Das könnte sich bald ändern.

Einbrenntemperatur um 40 Prozent niedriger

Genau dieser Nachweis ist im Rahmen von „EcoCoat“ gelungen, sagen die Experten vom ILF Magdeburg als Teil eines für das Projekt zuständigen Konsortiums. Denn das ILF gilt als international anerkannter Prüfdienstleister mit eigenen Forschungsaktivitäten in der Oberflächentechnik. Mit dabei waren außerdem die Ganzlin Beschichtungspulver GmbH – ein Pulverlackhersteller – sowie die Core Facility Microscopy and Materials Analysis (CMMA) der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Die Projektergebnisse zeigten grundsätzlich die technische Machbarkeit, dass Pulverlacke auch weitgehend ohne fossile Rohstoffe herstellbar sind. Besonders interessant sei dabei die Kombination aus nachhaltigeren Rohstoffen und niedrigerer Einbrenntemperatur. So sei es gelungen, die Einbrenntemperatur von etwa 200 auf 160 Grad Celsius zu senken. Das bedeute, dass im Vergleich zu üblichen Pulverlacken der Energiebedarf um rund 30 Prozent und entsprechend die Kosten gesenkt werden konnten. Hinzu komme der ökologische Effekt. Denn durch den Einsatz biobasierter Bindemittel wie Bioharz und recyceltem PET sind die CO2-Emissionen erheblich geringer. Auch die Rezepturbestandteile Ruß, Chlorophylin, Lignin und Indigo als Pigmente tragen, wie es heißt, dazu bei. Der CO2-Fußabdruck habe sich um 70 Prozent verkleinert.

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