Nicht klotzen sondern kleckern

Digitale Vermessung von Schweißnähten spart extrem viel Stahl

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Allein an Windkraftanlagen werden Hunderttausende Tonnen Stahl gespart

Besonders deutlich offenbare sich das Optimierungspotenzial am Beispiel der Windenergie: Bei einer Zehn-Megawatt-Offshore-Anlage mit einem Turmgewicht von rund 600 Tonnen ließen sich durch die optimierte Nahtbewertung nämlich etwa 180 Tonnen Stahl einsparen – ohne Sicherheitseinbußen befürchten zu müssen. Beim geplanten Ausbau der Offshore-Windkapazität auf 30 Gigawatt (bis 2030) summiere sich der eingesparte Stahl auf nicht weniger als 360.000 Tonnen, was eine CO₂-Einsparung in Millionenhöhe bedeute. Die Projektpartner arbeiten nun daran, die Ergebnisse über die Mitarbeit in Fachgremien in Regelwerke zu bringen. Dabei ist es das Ziel, die konservativen FAT-Klassen-Konzepte um eine individuelle, datenbasierte Bewertung zu erweitern. Die Methodik betrifft laut Aussage der Beteiligten übrigens auch den Brücken- und Kranbau sowie den Baumaschinensektor. Denn das sind nicht zuletzt Branchen, in denen in Deutschland jährlich viele Millionen Tonnen Stahl verarbeitet werden.

Für das Projekt „ORka3D“ untersucht eine Wissenschaftlerin am Fraunhofer IWM Schweißnahtproben mit zyklischen 4-Punkt-Biegeversuchen bis Risse auftreten. Rissausgangsorte, Dehnungsfelder und Versagenszyklen werden dabei exakt vermessen und mit gescannten Nahtfehlern korreliert. So entsteht die Datenbasis, um künftig aus einfachen 3D-Scans die Lebensdauer jeder Schweißnaht individuell vorherzusagen. Das spart in Zukunft enorm viel Stahl.(Bild:  IWM)
Für das Projekt „ORka3D“ untersucht eine Wissenschaftlerin am Fraunhofer IWM Schweißnahtproben mit zyklischen 4-Punkt-Biegeversuchen bis Risse auftreten. Rissausgangsorte, Dehnungsfelder und Versagenszyklen werden dabei exakt vermessen und mit gescannten Nahtfehlern korreliert. So entsteht die Datenbasis, um künftig aus einfachen 3D-Scans die Lebensdauer jeder Schweißnaht individuell vorherzusagen. Das spart in Zukunft enorm viel Stahl.
(Bild: IWM)

(Am Projekt beteiligt waren neben den Fraunhofer-Instituten IWM und LBF die Industriepartner Liebherr, Volvo Construction Equipment, Salzgitter Mannesmann Forschung sowie die Sensorhersteller GOM, Micro-Epsilon und Quelltech, sowie der Ingenieursdienstleister Jörss – Blunk – Ordemann JBO. Das Projekt ORka3D »Optimierung des Ressourceneinsatzes bei Schweißkonstruktionen durch die automatisierte in-line Lebensdauerbewertung auf Basis von 3D-Scans« wurde im 7. Energieforschungsprogramm vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie BMWE gefördert).

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