Die EFB zeichnet sechs Unternehmen mit ihrem Gütesiegel Innovative Allianz aus und würdigt langjähriges Engagement in der vorwettbewerblichen Gemeinschaftsforschung.
Vertreterinnen und Vertreter der sechs ausgezeichneten Unternehmen mit EFB-Vizepräsident Benjamin Fürst und EFB-Geschäftsführer Dr.-Ing. Daniel Rosenbusch.
(Bild: EFB)
Die Europäische Forschungsgesellschaft für Blechverarbeitung e. V. (EFB) hat am 22. Oktober 2026 auf der Euroblech ihr Gütesiegel „Innovative Allianz“ verliehen. Ausgezeichnet wurden sechs Unternehmen, die für langjährige, aktive Mitarbeit in der vorwettbewerblichen Gemeinschaftsforschung der Blechverarbeitung stehen. Mit dem Gütesiegel Gütesiegel würdigt die EFB Unternehmen und Menschen, die Fragen aus ihrer Produktion gemeinsam mit Forschungseinrichtungen bearbeiten, Projekte fachlich begleiten und Ergebnisse im Betrieb anwenden. Projektzahlen und Mitgliedsdauer zeigen die Kontinuität. Ausschlaggebend für die Auszeichnung sind der konkrete Beitrag zur Forschungsarbeit und die Qualität der Mitarbeit im Forschungsnetzwerk. Das Siegel erhielten in diesem Jahr die Hans Berg GmbH & Co. KG, die Scheuermann + Heilig GmbH, die Benteler Automobiltechnik GmbH, die Ansys Germany GmbH (part of Synopsys), die Goebel GmbH und die KBW GmbH & Co. KG – Karosseriebau Wagner.
Verleihung auf der Euroblech 2026
EFB-Vizepräsident Benjamin Fürst und EFB-Geschäftsführer Dr.-Ing. Daniel Rosenbusch überreichten die Gütesiegel am EFB-Gemeinschaftsstand. Die Vertreterinnen und Vertreter der Unternehmen nahmen die Auszeichnung stellvertretend für die Mitarbeitenden entgegen, die Forschungsprojekte fachlich begleiten und Ergebnisse in ihren Unternehmen anwenden.
Die ausgezeichneten Unternehmen decken ein breites Forschungsspektrum ab: von Umform- und Werkzeugtechnik über mechanische Verbindungstechnik und automobilen Leichtbau bis zur Simulation. Gemeinsam ist ihnen, dass sie Fragen aus der industriellen Praxis in der Forschung bearbeiten, Verantwortung in den Gremien übernehmen und Ergebnisse in ihren Betrieben anwenden.
„Mit dem EFB-Gütesiegel ‚Innovative Allianz‘ zeichnen wir nicht ein einzelnes Produkt oder eine einzelne Entwicklung aus. Wir würdigen vielmehr die Bereitschaft, gemeinsam Forschung voranzubringen, Wissen zu teilen und damit die Innovationskraft unserer gesamten Branche zu stärken“, sagte Dr.-Ing. Daniel Rosenbusch, Geschäftsführer der EFB.
Leistungsfähige Umformprozesse
Hochpräzise Metallkomponenten für die Heiztechnik und die Automobilindustrie sind das Geschäft der Hans Berg GmbH & Co. KG aus Reichshof. In der EFB-Forschung arbeitet Berg an leistungsfähigeren Umformprozessen, längeren Werkzeugstandzeiten, weniger Verschleiß und intelligenter Prozessüberwachung. Seit 2009 hat das Unternehmen 30 Projekte abgeschlossen und beteiligt sich an mehreren laufenden Vorhaben. Dr.-Ing. Matthias Prier prägt die Zusammenarbeit als Technischer Leiter und langjähriges Mitglied des EFB-Forschungsbeirates.
Von Schnittflächenqualität bis zur Prozessüberwachung
Präzision bei Stanz- und Biegeteilen, technischen Federn und komplexen Baugruppen ist das Arbeitsfeld der Scheuermann + Heilig GmbH aus Buchen im Odenwald. Seit 2012 hat es 24 EFB-Projekte abgeschlossen und beteiligt sich an weiteren Vorhaben sowie mehreren Arbeitskreisen. Die Forschungsfragen reichen von der Qualität von Schnittflächen über Werkzeugstandzeiten und Verschleiß bis zur Prozessüberwachung. Dr.-Ing. Wieland Bundschuh begleitete die Aktivitäten über viele Jahre; Simon Volk setzt die Arbeit in den Gremien fort und übernimmt mehrfach den Vorsitz projektbegleitender Ausschüsse.
Aluminium im Leichtbau
Automobiler Leichtbau stellt hohe Anforderungen an Werkstoffe, Prozesse und Verbindungen. Die Benteler Automobiltechnik GmbH aus Paderborn entwickelt und produziert dafür Struktur- und Fahrwerkskomponenten sowie Module. In EFB-Projekten untersucht der weltweit tätige Zulieferer hochfeste Aluminiumlegierungen und mechanische Fügeverfahren, darunter die Warmumformung von Aluminium, die Betriebsfestigkeit mechanisch gefügter Verbindungen und Fügelösungen für Batteriegehäuse. Seit 2016 wurden 20 Projekte abgeschlossen; drei weitere starten in Kürze. Dr.-Ing. Jörn Tölle begleitet die Vorhaben als langjähriger Ansprechpartner und sorgt dafür, dass Ergebnisse bei Benteler die zuständigen Fachbereiche erreichen.
Mit Simulation zu sichereren Prozessen
Viele Fertigungsprozesse lassen sich heute am Computer untersuchen, bevor Werkzeug und Maschine zum Einsatz kommen. Die Ansys Germany GmbH, part of Synopsys, stellt dafür Simulationswissen zur Blechumformung, Werkstoffmodellierung, zu Fügeprozessen und zur Auswertung von Versuchsdaten bereit. Simulation kann Versuchsaufwände reduzieren, Prozesse sicherer auslegen und Technologien schneller entwickeln. Seit 2008, zunächst unter dem Namen Dynamore, war das Unternehmen an 60 abgeschlossenen EFB-Projekten beteiligt; zwei Vorhaben laufen. Prof. Dr.-Ing. André Haufe hat zahlreiche projektbegleitende Ausschüsse unterstützt und mehrfach deren Vorsitz übernommen.
Stand: 08.12.2025
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Forschung zur mechanischen Verbindungstechnik
Bei Blindnieten, Schrauben und Schließringbolzen entscheidet die Auslegung über die Zuverlässigkeit der Verbindung. Die Goebel GmbH arbeitet seit 2011 in der EFB-Forschung zur mechanischen Verbindungstechnik mit. Untersucht werden die Tragfähigkeit, die zuverlässige Auslegung und die Beständigkeit unter anspruchsvollen Einsatzbedingungen. Als Hersteller von Verbindungs- und Befestigungstechnik beteiligt sich Goebel auch an projektbegleitenden Ausschüssen. Thomas Liebhaber prägt die fügetechnische Forschungsarbeit; Marcel Goebel wirkt persönlich in verschiedenen Vorhaben mit.
Vom Entwurf zum fertigen Prototyp
Vom ersten Konstruktionsentwurf bis zum fertigen Prototypen bündelt die KBW GmbH & Co. KG – Karosseriebau Wagner Entwicklung und Fertigung im eigenen Unternehmen. Der Betrieb verbindet Konstruktion, Simulation, Werkzeugbau und moderne Fertigungsverfahren. Seit 2003 hat KBW 32 EFB-Projekte abgeschlossen; ein weiteres läuft. Die Themen reichen von Umform- und Werkzeugtechnologien über hochfeste Werkstoffe bis zu Prozessüberwachung und hybriden Leichtbaustrukturen. Geschäftsführer Richard Wagner war persönlich in den projektbegleitenden Ausschüssen aller 32 abgeschlossenen Vorhaben aktiv.