Zwischenstand Neues zum Thema Tarifgespräche, Warnstreiks & Co.

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Die IG Metall weitete die Warnstreiks aus, morgen gibt es die nächsten Gespräche und es spukt das Gespenst von horrenden Jobverlusten durch das Land ...

Die IG Metall hat angesichts der für sie, wie es heißt, unzumutbaren Angebote der Arbeitgeberseite, die Warnstreiks ausgeweitet, bevor es morgen zu den nächsten Gesprächen kommt. Umgekehrt warnen die Arbeitgeber vor dramatischen Stellenstreichungen ...(Bild:  (c) Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten)
Die IG Metall hat angesichts der für sie, wie es heißt, unzumutbaren Angebote der Arbeitgeberseite, die Warnstreiks ausgeweitet, bevor es morgen zu den nächsten Gesprächen kommt. Umgekehrt warnen die Arbeitgeber vor dramatischen Stellenstreichungen ...
(Bild: (c) Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten)

Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie erhöht die Gewerkschaft IG Metall in Nordrhein-Westfalen und Bayern den Druck auf die Arbeitgeber. Gestern legten nach Angaben der Gewerkschaft gut 16.000 Beschäftigte aus 235 Betrieben ihre Arbeit nieder. An der landesweit größten Kundgebung bei Ford in Köln sollen rund 3.000 Personen mit dabei gewesen sein, teilte die IG Metall mit. In Düsseldorf versammelten sich vor dem Mercedes-Benz-Werk etwa 1.000 Beschäftigte. Und nach Angaben der Landesbezirksleitung in München beteiligten sich in Süddeutschland schätzungsweise 8.500 Streikende aus 40 Betrieben an den Aktionen – erheblich mehr als an den beiden Vortagen, wie es dazu heißt. Eine große Kundgebung (auch 3.000 Menschen) begann sogar schon um kurz vor Mitternacht bei Audi in Ingolstadt. Dabei legte man die Arbeit für zwei Stunden nieder. Parallel wurde weiterhin der Audi-Chef für seinen Auftritt mit Donald Trump kritisiert. Überlagert wurden diese Warnstreiks von der Ankündigung eines neuerlichen Sparprogramms beim Autozulieferer Schaeffler, der in Deutschland bis 2029 weitere 2.660 Stellen abbauen will. Größere Kundgebungen am Tage gab es wohl in Passau und in Augsburg. Arbeitsverweigerungen gab es demnach unter anderem beim Autozulieferer ZF und bei der Rüstungsfirma Renk. Und mit Aktionen in 67 Betrieben hat die IG Metall ihre Warnstreiks im Tarifbezirk Mitte ebenfalls fortgesetzt. Beteiligt waren demnach rund 13.900 Personen. Bestreikt wurden 59 Betriebe – darunter Daimler Truck in Wörth, Airbus Helicopters in Calden, ZF in Saarbrücken und Benteler Automobiltechnik in Eisenach. Zum Bezirk gehören Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen. Die Aktionen sollten auch heute fortgesetzt werden.

Es droht der niedrigste Beschäftigtenstand seit 1990

Und inmitten des laufenden Tarifkonflikts warnt der Arbeitgeberverband Gesamtmetall vor der Gefahr des Abbaus mehrerer Hunderttausend Jobs. Denn seit 2019 hat die Deindustrialisierung allein in der Metall- und Elektro-Industrie 350.000 Arbeitsplätze gekostet, wie der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Oliver Zander, anmerkt. Angesichts der schlechten Kapazitätsauslastung seien schon jetzt weitere 300.000 Arbeitsplätze – allein in der M+E-Industrie – in den nächsten zwei bis drei Jahren bedroht. Mit dann nur noch 3,4 Millionen Beschäftigten wäre das dann auch der niedrigste Stand seit der Wiedervereinigung 1990. Diese Warnung dürfte gezielt auch im Kontext der Auseinandersetzung mit der IG Metall um höhere Entgelte in der Branche stehen. Die Gewerkschaft fordert bei einer Laufzeit von zwölf Monaten bekanntlich fünf Prozent mehr Geld sowie die Sicherung von Jobs und Standorten. Die Arbeitgeber haben in der zweiten Verhandlungsrunde auch ein Angebot vorgelegt, das zunächst eine Einmalzahlung und eine Stufenerhöhung von 1,3 Prozent im Juli 2028 bei einer Laufzeit von 26 Monaten vorsieht. Doch angesichts der Inflation weist die Gewerkschaft dasselbe strikt zurück. Seit Sonntag beteiligen sich deshalb nun viele Beschäftigte an Warnstreiks. Zander wiederum warnte die IG Metall, angesichts der sich weiter verschlechternden Lage zu einer Eskalation des Tarifkonflikts beizutragen: „Die Lage ist katastrophal, die Unternehmen kämpfen vielfach um das Überleben und eine Besserung ist nicht in Sicht!“

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