Kupferfarben steht seit 2021 die Turnhalle hinter der Schillerschule in Frankfurt am Main. Ihre Architektur macht sie zum nutzbaren Teil des Schulhofs, ihre Fassade zum Hingucker. Die Schindeln wurden von der Sperber Klempner GmbH & Co. KG gefertigt, mit Unterstützung der Schachtelsoftware Lantek Expert.
Das Passiv-Turnhalle entspricht den Frankfurter Anforderungen an nachhaltigen Sporthallenbau. Seine goldfarbene Fassade aus vollständig recycelbarem Kupfer gibt ihm eine warme Optik.
(Bild: Sperber Klempner)
Eine konventionelle Einfeld-Sporthalle mit 2.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche hätte dem Pausenhof im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen wertvollen Platz genommen. Das Hamburger Büro Trapez Architektur entwickelte ein unkonventionelles Gebäude, das bereits mit dem Preis des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten BDA Hessen ausgezeichnet wurde. Es ist tiefergelegt: Die von außen bodentiefen Fenster sind Oberlichter für die Halle im Innern. Eine Treppenrampe führt aufs Dach – für Regeneration, Freiluft-Unterricht und Sport.
Das Passivhaus entspricht den Frankfurter Anforderungen an nachhaltigen Sporthallenbau. Seine goldfarbene Fassade aus vollständig recycelbarem Kupfer gibt ihm eine warme Optik. Die Lüftungsauslässe banden die Planer in die Kupferfassade ein – von 1.396 Kupferschindeln mussten zehn Stück gelocht werden.
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Stanz-Nibbel-Maschine programmieren
„Eine besondere Herausforderung war die Weiterführung des Lochmusters über mehrere Schindeln und Teilbereiche von Schindeln hinweg“, sagt Betriebswirtin Claudia Sperber, Gesellschafterin der Sperber Klempner GmbH & Co. KG im thüringischen Langenschade. Das 1991 gegründete Unternehmen hat schon die Fassadenteile für Renommee-Objekte wie den Nordkopf Tower in Wolfsburg, die Sphinx Apartments im niederländischen Huizen oder das Freizeitzentrum King’s Bastion in Gibraltar gefertigt. Sperber: „Zum A und O einer reibungslosen Bauabwicklung zählen neben detaillierter Planung die bestmögliche Vorfertigung der Metallelemente in unserer Werkstatt.“ Für Blechzuschnitt inklusive Ausklinkungen und Lochungen setzt das Unternehmen auf die Stanz-Nibbel-Maschine STX Flex 12 hybrid von Euromac, die CAD-Software Brics Cad und die Software Lantek Expert zur Maschinenprogrammierung.
Zur exakten Platzierung der 70 mal 70 Zentimeter großen Metallschindeln – insbesondere der Lochschindeln für die Lüftungsgitter – erstellte der Bauleiter zunächst das Aufmaß. Sperber übertrug die Daten in Brics Cad. Dann übernahm Stine Klosa, Auszubildende zur Klempnerin, die Programmierung des Euromac-Bearbeitungszentrums mit der Schachtelsoftware Lantek Expert. „Sie hat im August 2022 bei uns angefangen und innerhalb von drei Wochen die Aufgaben des bisherigen Planers übernommen“, sagt die Chefin. „Inzwischen ist sie die Einzige bei uns, die neben unserem Werkstattleiter Kevin Tschischka die Maschine programmieren kann.“
Software vereinfacht viele Arbeitsschritte
Klosa bescheiden: „Ich habe vorher noch mit keiner anderen Programmierungssoftware gearbeitet und eine Weile gebraucht, mich einzuarbeiten. Aber im Großen und Ganzen ist Lantek Expert ein gut verständliches System mit vielen hilfreichen Funktionen.“ Die Software vereinfache viele Arbeitsschritte. „Man lädt einfach die DWG-Datei aus Brics Cad in Lantek und kann sie dann unkompliziert in verschiedene Ordner sortieren. Vorab ist es möglich, verschiedene Maschinenprogramme abzuspeichern, sodass man nur noch die Stempel im Werkstück an den richtigen Platz setzen muss und die Maschine dann gesagt bekommt, welche Stempel in welches Magazin gehören. Sehr hilfreich ist auch die Simulation in Lantek. Damit kann man am Ende nochmal kontrollieren, ob alles zur richtigen Zeit am richtigen Ort eingesetzt wird.“ Für die Fertigung selbst ist nur eine Person erforderlich, die Stempel einzusetzen und Bleche einzulegen.
„Die Einführung der Software bei Sperber Klempner verlief sehr gut und in einer produktiven Atmosphäre“, erinnert sich Christoph Lenhard, Leiter des deutschen Lantek-Büros. „Die Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter war sehr groß und begünstigte eine schnelle und unkomplizierte Inbetriebnahme. Sie haben die Vorteile unserer Software schnell erfasst und in die eigenen Arbeitsprozesse integriert.“
Klosa: „Alle Infos – Material, Schnittspalteinstellung in Abhängigkeit zur Blechstärke oder Zeitangaben – stehen auf dem Laufzettel, der automatisch aus den Daten der programmierten Datei erstellt wird.“ Dort finden sich auch Informationen, welches Programm an der Maschine hinterlegt wurde und ob für das zu verarbeitende Metall eine spezielle Werkstoffbeschichtung erforderlich ist – was bei den Kupferschindeln der Fall war – inklusive der erforderlichen Positionskontrolle des Blechs. „Der Schachtelausdruck gibt den Maschinenbediener alle notwendigen Informationen an die Hand, die für die Produktion des Auftrags erforderlich sind“, so Lenhard. „Wir passen ihn sehr oft auf die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden an. Hierbei hilft die Lantek-Datenbank, in der alle relevanten Informationen gespeichert sind und für Reports herangezogen werden können: ob für Laufzettel oder Zeit- und Kostenkalkulation, Bauteil-Zeichnung oder Schachtelplan mit den verwendeten Platten beziehungsweise Blechen.“
Stand: 08.12.2025
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Zuschachteln für möglichst wenig Verschnitt
Vier bis fünf Schindeln fertigte Sperber pro Blech. Dank der teilebezogenen Arbeitsweise von Lantek Expert konnten weitere Teile, etwa für Treppenhandläufe und Wandabschlüsse, zugeschachtelt werden – wie auch Teile für andere Kunden aus dem gleichen Material. Die Vorgehensweise hat sich mit Lantek Expert etabliert. „Damit können wir das Material in einem Arbeitsgang so gut es geht nutzen und haben so wenig Verschnitt wie möglich“, sagt Claudia Sperber.
Klosa: „Das einzige Problem, wenn das überhaupt eins ist, war die lange Rechenzeit bei vielen Stanzungen, was die Anzahl der Löcher aber auch rechtfertigt.“ Eine bis anderthalb Stunden dauerten Programmieren und Rechnen pro Lochschindel. „Nichts gegen den Elefanten, den wir einmal als Sonder-Anfertigung gearbeitet haben“, sagt Claudia Sperber lachend. „Da waren 36.000 Löcher zu stanzen – und das Programm wurde über Nacht in Lantek geladen.“