AMB 2008

Mit Dienstleistungen rund um die Maschine Geld verdienen

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Dennoch: Kein noch so guter Service entbinet den Hersteller von der Notwendigkeit, die Komponenten der Maschine so zuverlässig wie möglich zu machen. „Wenn sie dann aber doch einmal ausfallen, dann müssen wir das möglichst schon im Vorfeld erkennen können, um aktiv zu werden, ohne den Kunden zu belasten.“ Condition Monitoring lautet das Stichwort. Buschle macht sich jedoch keine Illusionen: „Da braucht man sehr viel Know-how, um genau feststellen zu können, was mit der Maschine los ist und auf dem Lebensweg so passiert ist.“ Denn auch der Kunde kann in der Bedienung Fehler machen, die nicht zu einem sofortigen Ausfall, wohl aber zu einem vorzeitigen Verschleiß führen.

Die Grob-Werke GmbH & Co. KG, Mindelheim, sind ein bedeutender Hersteller von Bearbeitungszentren. Aufgrund der mittelfristigen Serviceziele erwarte man ein stetes, überproportionales Wachstum. Eugen Nägele ist Bereichsleiter Service, der bei Grob wie ein Profitcenter ausgerichtet ist: „Basis-, Ergänzungs- und Top-Leistungen bilden eine verständliche Leistungspyramide, die allen Kunden zur Verfügung steht.“ Darüber hinaus sieht Nägele eine besondere Stärke darin, auf individuelle Kundenvorstellungen mit „fantasiereichen, auf Erfahrung basierenden Konzepten zu antworten“. Auch er sieht Dienstleister zunehmend in der Pflicht, „einen entscheidenden Beitrag zur Profitabilität der Kundeninvestition zu leisten“. Hierbei bilde das Wissen um die Lebenszykluskosten in Verbindung mit der Nutzungsstrategie der Fertigungssysteme und Maschinen das Rückgrat für einen kontinuierlichen Dialog mit den Kunden.

Telediagnostik und Teleservice werden aktiv angeboten

Telediagnostik und Teleservice werden bei Grob heute in allen Produktlinien aktiv angeboten. Den Nutzen für die Kunden verdeutliche man durch „stark kundenorientierte und differenzierte Leistungspakete für verschiedene Verwendungsphasen der Maschine.“ Das Thema Condition Monitoring sieht Nägele ähnlich wie sein Kollege von Chiron: „Es ist Instrument, um die Planbarkeit von notwendigen und somit störenden Eingriffen in komplexe Fertigungssysteme und deren ‚Rund-um-die-Uhr-Nutzung’ zu erreichen, man muss aber hierbei der technischen Interpretation der Ergebnisse in Kombination mit der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit abgeleiteter Maßnahmen höchstes Augenmerk schenken.“

Unabhängig davon gelte weiterhin, den Spagat zwischen Kundenzufriedenheit und Ergebniseffizienz zu meistern. „’24/7/360-Modelle’ der Erreichbarkeit, kurze Reaktionszeiten, professionell reagierendes Servicepersonal und die Verfügbarkeit aller produktionsrelevanter Ersatzteile in einem Paket zu moderaten Preisen werden zunehmend zukünftige Investitionsentscheidungen beeinflussen“, ist sich Eugen Nägele sicher.

Betroffen von steigenden Kundenanforderungen sind auch die Hersteller von Präzisionswerkzeugen. Schon lange reichen gute, pfiffige Werkzeuge allein nicht mehr aus, um die Kundschaft zufrieden zu stellen. Gefragt ist das „Rundum sorglos–Paket“, das den Kunden schon bei der Fertigungsplanung unterstützt und über den gesamten Lebenszyklus eines Werkzeugs begleitet. Und wenn möglich, sollten alle Arten von Werkzeugen aus einer Hand kommen, um Logistikkosten zu sparen. Denn nicht selten erreichen oder überschreiten die die Beschaffungskosten sogar die reinen Werkzeugkosten.

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