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Ziel für 2013: Hälfte der CAD-Anwender auf Version Creo 2.0 umstellen
Mit rund 1900 Teilnehmern war die PTC Live in Anaheim eine der am besten besuchten Anwenderkonferenzen der letzten Jahre, und das obwohl heuer keine bahnbrechenden Produktneuheiten vorgestellt wurden. Einer der Gründe für die ungewöhnliche Zurückhaltung war, dass PTC den laufenden Migrationsprozess in der Kundenbasis nicht durch die Ankündigung von neuen Creo- und Windchill-Funktionen verzögern möchte. Mike Campbell, PTCs Executive Vice President (EVP) CAD Segment, hat das ehrgeizige Ziel, bis zum Jahresende die Hälfte der CAD-Anwender auf die aktuelle Version Creo 2.0 umzustellen; zurzeit wird sie von etwa einem Viertel der Bestandskunden genutzt. Deshalb soll Creo 3.0 abweichend vom ursprünglichen Release-Zyklus erst im Frühjahr 2014 in den Markt eingeführt werden.
Campbell gab den Anwesenden jedoch einen vielversprechenden Vorgeschmack auf die künftigen Möglichkeiten der Multi-CAD-Bearbeitung. Die Anwender können Fremddaten aus gängigen CAD-Systemen wie SolidWorks, Catia oder NX ohne Konvertierung in ihren nativen Datenformaten in Creo importieren und Referenzen zwischen Creo-Bauteilen und der Fremdgeometrie setzen, so dass sie sich wie eine native Baugruppe verhalten. Erst wenn der Anwender die Fremdgeometrie modifizieren möchte, muss sie in ein Creo-Modell umgewandelt werden. Creo 3.0 bekommt ausserdem eine neue App für die Modellierung von Freiformflächen, die direkt mit parametrisch erzeugten Modellen verknüpft werden können. Auf die angekündigte Drawing-App wird man allerdings noch etwas länger warten müssen.
Creo 2.0 in einer virtualisierten Umgebung verfügbar
Eine der wenigen Neuheiten, die PTC dann doch ankündigte, war die Verfügbarkeit von Creo 2.0 beziehungsweise der wichtigsten Apps in einer virtualisierten Umgebung. Ab Service-Level M060 können Creo Parametric, Creo Direct, Creo Layout, Creo Options Modeler und Creo Simulate unter Citrix als virtuelle Desktop-Anwendungen auf IBM-Servern mit einer leistungsfähigen NVIDIA-Grafik betrieben werden. In Kooperation mit IBM, Citrix und NVIDIA hat PTC die virtualisierte Umgebung so ausgelegt, dass auch Anwender, die mit grossen Baugruppen arbeiten, sie ohne Performance-Einbussen nutzen können. Die virtuelle Desktop-Anwendung reduziert den Aufwand für die Systemadministration und bietet einen besseren Schutz des geistigen Eigentums, da die Anwendungsdaten auf einem zentralen Server verbleiben.
Die Anwender der Windchill-Familie von Lösungen werden sich noch bis September dieses Jahres gedulden müssen, um in den Genuss der neuen Funktionen von Version 10.2 zu kommen, die ihnen Brian Shepherd, EVP Enterprise Segments in seiner Keynote in Aussicht stellte. Dazu gehört neben den Verbesserungen bei Anforderungsmanagement und Validierung, die im wesentlichen das Ergebnis der Integration von Integrity sind, ein sogenannter Relationship Navigator. Er visualisiert das Beziehungsgeflecht der miteinander verknüpften Anforderungen, Funktionen, Test Cases und anderer Objekte, unabhängig davon, ob sie sich in Windchill oder Integrity befinden. Ausserdem können die Anwender künftig mit dem Windows Explorer direkt auf Dokumente in Windchill zugreifen, sie verschieben, öffnen oder zwei Versionen miteinander vergleichen. Dadurch sei die PLM-Lösung für nicht technische Benutzer noch intuitiver zu bedienen, meinte B. Shepherd.
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