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PTC Live 2013 in Anaheim

Neue Herausforderungen für die Fertigungsindustrie

| Autor/ Redakteur: Michael Wendenburg / Luca Meister

Nicht die Produkte, sondern die Kunden und ihre Herausforderungen standen in diesem Jahr im Mittelpunkt der PTC Live, die mit insgesamt 72 Kundenvorträgen mehr Praxisbezug bot als jemals zuvor. In gemeinsamen Keynotes mit Vertretern von PTC erläuterten namhafte Kunden dem Publikum, wie sie mit Lösungen von PTC den Wandel in der Fertigungsindustrie meistern.

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PTC live 2013 in Anaheim, Kalifornien.
PTC live 2013 in Anaheim, Kalifornien.
(Bild: PTC)

Die Fertigungsindustrie wird nach Überzeugung von PTC in den nächsten Jahren einen tiefgreifenden Wandel durchmachen, an dessen Ende die Servitization steht: die Verwandlung von softwareintensiven, immer stärker vernetzten Produkten in Dienstleistungen. Als Beispiel nannte Jim Heppelmann, CEO von PTC, den Hersteller von Flugzeugturbinen Rolls-Royce, der seinen Kunden auf Wunsch nur noch eine bestimmte Anzahl von Betriebsstunden verkauft und selbst die volle Verantwortung für die Wartung der Triebwerke übernimmt.

Chief Technology Officer Andrew Wertkin nahm den roten Faden in seiner Keynote wieder auf und erläuterte, welchen Beitrag technologische Innovationen zum Wandel der Fertigungsindustrie leisten. Selbst einfache Produkte wie ein Mietfahrrad werden heute zu relativ komplexen cyberphysischen Systemen, die ihren Standort oder mögliche Ausfälle kommunizieren. A. Wertkin machte deutlich, dass viele Produktarchitekturen unter Berücksichtigung des Service re-engineered werden müssten. Die Hardware könne nicht mehr unabhängig von der Software entwickelt werden, sondern müsse als Bestandteil eines Systems verstanden werden.

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Strategie: Serviceinformationen mit Produktangebot koppeln

Der technologische Wandel, der durch das Internet der Dinge, die Sozialen Netzwerke, die Cloud etc. ausgelöst wird, ist neben der Anpassung an die wirtschaftliche Rezession eine der wesentlichen Herausforderungen für die Unternehmen in der Fertigungsindustrie. Das belegt eine von PTC bei Oxford Economics in Auftrag gegebene Studie, deren Ergebnisse in Anaheim vorgestellt wurden. Der Studie zufolge verspricht die Fokussierung auf die strategische Produktplanung und den Service höhere Umsatzzuwächse und stärkere Kosteneinsparungen als die Optimierung der Fertigung, die keine längerfristige Differenzierung im Wettbewerb erlaubt.

Eine wichtige Strategie, um sich vom Wettbewerb zu differenzieren, ist die Verknüpfung von neuen Dienstleistungen mit dem Produktangebot. Im Jahr 2015 würden bereits über 70 % der Fertigungsunternehmen den Service als Unterscheidungsmerkmal nutzen, allen voran die krisengeplagten europäischen Unternehmen. Dieser Wandel erfordert proaktive Massnahmen wie eine stärkere Abstimmung der strategischen Produktplanung zwischen Engineering und Service bzw. die Rückkopplung der Serviceinformationen in den Entwicklungsprozess und die Qualitätssicherung. Dieser Closed Loop sei der Schlüssel für kontinuierliche Qualitätsverbesserungen, sagte Wertkin.

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