Lizenzmanagement Neue Lizenzierungsmodelle für Maschinensoftware generieren Zusatzeinnahmen
Auf dem Elektronikmarkt herrscht Aufbruchstimmung: Neue Lizenzierungsmodelle für die in den Anwendungen integrierte Software sorgen für einen Wachstumsschub bei den Geräteherstellern. Das Resultat sind zusätzliche Einnahmequellen für Anbieter, mehr Flexibilität für Anwender und eine effektivere Bekämpfung von Marken- und Produktpiraten.
Anbieter zum Thema
Das für den deutschen Anlagen- und Maschinenbau typische Prädikat „made in Germany“ verliert an Wert. Längst entscheidet nicht mehr ausschließlich ingenieurtechnische Handwerkskunst über den Erfolg und Misserfolg von Produkten. Das gilt auch für die Branchen der Hardware-Hersteller, die Wertschöpfung über die mitgelieferte Software erzielen. Zusätzlich zur Qualität der Hardware gehört vor allem die Software – und mit ihr das zugrunde liegende Lizenzierungsmodell – zu den Faktoren einer erfolgreichen Produktentwicklung. Oft beschäftigen Hersteller von als Hardware wahrgenommenen Systemen schon heute 80% ihrer Mitarbeiter im Umfeld der Softwareprogrammierung.
Nachfrage nach Alternativen bei der Lizenzierung steigt
Eine Tendenz, an die sich naturgemäß auch Produkt- und Markenpiraten anpassen: Selbst der Nachbau hochkomplexer Hardware, wie etwa Geräte für die Metallverarbeitung oder Druckmaschinen, stellt spezialisierte Kloner aus Ländern wie China, Brasilien oder Russland nicht mehr vor unlösbare Aufgaben. Vielmehr konzentriert sich der Markenklau heute auf das Kopieren der Geräte-Software. Diese übertragen sie entweder unverändert auf Nachbauten von eingebetteten Systemen oder aber sie recompilieren die Software im Rahmen eines illegalen Re-Engineerings und missbrauchen Komponenten der Programme für eigene Zwecke.
Häufig sorgen allerdings auch wesentlich trivialere Faktoren für eine erhöhte Nachfrage nach Alternativen bei der Lizenzierungspolitik – etwa wenn es um klassische Software-Upgrades für Geräte wie Router oder unterbrechungsfreie Stromversorgungen (USV) geht. Oft werden diese, die sich entweder per Internet herunterladen oder per CD aufspielen lassen, auf mehrere Geräte installiert, obwohl der Support-Vertrag lediglich eine Produktlizenz abdeckt. Das Fazit: Anwendungsentwickler verlieren rund 29 Mrd. Dollar jährlich aufgrund von Softwarepiraterie.
Abgesehen davon sind immer häufiger auch klassische wirtschaftliche Überlegungen ausschlaggebend für neue Lizenzierungsverfahren und die elektronische Verteilung von Lizenzen. Branchenbeobachter sehen dabei vor allem zusätzliche Einnahmequellen durch die Einbindung unterschiedlicher Lizenzierungsvarianten für die integrierte Software.
(ID:260494)