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Als Produktionsassistent müssen die Leichtbauroboter heute einfach zu bedienen sein. Gleichzeitig muss dabei die Qualität der Arbeit mindestens gleich bleiben. Die Mitarbeiter müssen durch den Roboter bei monotonen oder gefährlichen Arbeiten entlastet werden. Sie müssen klein, leicht und geräuscharm sein und sich flexibel an verschiedene Einsatzorte innerhalb der Produktion versetzen lassen sowie für kleine und mittelständische Unternehmen finanzierbar sein.
Mensch und Roboter ergänzen sich
Beim dem Schweizer Unternehmen Franke Küchentechnik AG hilft der Roboter beispielsweise, Prozesse zu optimieren. Gesucht wurde nach einer Lösung, in der ein Roboter zusammen mit einem Mitarbeiter an einem Fertigungsprozess arbeitet und Befestigungslaschen an ein Spülbecken klebt: „Ein global agierendes Unternehmen steht unter ständigem Wettbewerbsdruck. Prozessoptimierung bei gleichmäßiger Qualität und das Einsparen von Kosten sind wichtige Kriterien, um sich langfristig Wettbewerbsvorteile zu sichern“, erklärt Christoph Henzmann, Projektleiter bei Franke. „Universal Robots ermöglicht uns Roboteranwendungen, in denen sich Mensch und Roboter effektiv ergänzen, und das in Bereichen, die mit klassischen Robotersystemen nicht realisierbar oder schlichtweg unwirtschaftlich sind.“
In diesem Zusammenhang wird der Imagewandel deutlich, den Roboter in den vergangenen Jahren erfahren haben. Statt schweren, lauten und teuren Maschinen werden Leichtbauroboter heute zunehmend als Assistenten wahrgenommen, die Arbeitsplätze komfortabler machen, repetitive Aufgaben übernehmen und die Wettbewerbsfähigkeit sichern. So sieht das auch Anton Fries, Geschäftsführer des Dreh- und Frästeile-Zulieferers Fries aus Meitingen bei Augsburg: „Meine Mitarbeiter sind begeistert von dem Roboterarm. Innerhalb weniger Stunden haben sie gelernt, diesen zu programmieren und zu bedienen. Der Roboter ist bei uns für die Maschinenbestückung zuständig und der Mitarbeiter, der früher die CNC-Maschine bedient hat, kümmert sich heute um weitere Maschinen, ohne in Stress zu geraten. Außerdem kann er sich gänzlich auf die Qualitätskontrolle konzentrieren.“
Mensch-Roboter-Kollaboration stellt Rollenverständnis auf den Kopf
Es geht noch einen Schritt weiter: Roboter haben bereits begonnen, ihre Käfige zu verlassen und dem Menschen direkt zur Hand zu gehen. Nur so ist es möglich, dass viele Aufgaben langfristig effizienter ausgeführt werden können und wertvolle Arbeitnehmer dank gesünderer Arbeitspositionen länger einsatzfähig bleiben.
So arbeiten etwa bei BMW im US-Werk Spartanburg bereits seit Ende 2013 vier UR-Roboter direkt mit dem Menschen zusammen. Statt Folie zur Schall- und Feuchtigkeitsisolierung von Türinnenseiten manuell mit einem Handroller zu fixieren, sind nun die Roboter für diese anstrengende Tätigkeit zuständig. Entscheidend für deren Einführung waren vor allem ergonomische Aspekte. „Roboter, die den Menschen in der Fertigung zur Hand gehen und ihnen schwere körperliche Arbeiten abnehmen, werden die Fabrik der Zukunft prägen. Ihre Stärken sind Kraft und mechanische Genauigkeit”, sagt Harald Krüger, Produktionsvorstand von BMW.
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