Blechnet: Auf welcher Philosophie fußt denn der Anlagenbau beziehungsweise die Anlagenentwicklung zur Warmumformung?
Finkler: Unser Ansatz oder unsere Philosophie sind zum einen fundierte Materialkenntnisse durch die enge Zusammenarbeit mit den Experten von TK Steel Europe, zum anderen steht der eigentliche WU-Prozess und dessen Anforderungen, insbesondere in Verbindung mit den zu produzierenden Teilen, im Vordergrund. So nehmen wir uns ein Teilespektrum vor, geben die relevanten Daten in einen Konfigurator, der interaktiv die Grundparametrierung der Prozesse vornimmt. Dieser softwaregestützte Konfigurator ist eine Eigenentwicklung. Er dient uns, basierend auf langjähriger Erfahrung, als Basis für die Auslegung der Anlage, dazu erhalten wir realitätsnahe Auskunft über Produktionskennziffern (zum Beispiel Systemtaktzeit, Energieverbräuche). Final wird die Taktzeit simulativ überprüft. Ergänzend hierzu sind wir sehr weit mit der relativ jungen Warm-Umformsimulation zur frühen Fertigungsabsicherung und Prozessentwicklung. Wichtig dabei ist eine realitätsnahe temperaturabhängige Materialbeschreibung.
Blechnet: Was glauben Sie, was hat Audi von dieser neuen Technologie überzeugt?
Finkler: Um es kurz zu machen, die Zukunftsfähigkeit der Technologie hinsichtlich Platzbedarf sowie die eingebauten produktivitätssteigernden Features, dazu die Stärke der beteiligten Prozesspartner hinsichtlich Innovationspotenzial, Umsetzungsstärke und Verlässlichkeit auch in Anbetracht der technischen Herausforderungen.