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Konjunktur Schlimmer als 2009: Wirtschaft leidet unter Rekordeinbrüchen

| Redakteur: Melanie Krauß

Die Coronapandemie löst eine schwerwiegende Rezession in Deutschland aus. Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren: Das Bruttoinlandsprodukt wird doppelt so stark einbrechen wie in der Finanzkrise 2009.

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Das Coronavirus beschert der deutschen Wirtschaft Rekordeinbrüche.
Das Coronavirus beschert der deutschen Wirtschaft Rekordeinbrüche.
(Bild: ©Frendy - stock.adobe.com )

Die Wirtschaftsleistung wird in diesem Jahr um 4,2 % schrumpfen. Das erwarten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Frühjahrsgutachten. Für das kommende Jahr sagen sie eine Erholung und ein Wachstum von 5,8 % voraus.

Bereits im ersten Quartal 2020 dürfte das Bruttoinlandsprodukt um 1,9 % geschrumpft sein. Im zweiten Quartal bricht es dann als Folge des Shutdowns um 9,8 % ein. Dies ist der stärkste gemessene Rückgang seit Beginn der Vierteljahresrechnung im Jahr 1970 in Deutschland. Er ist mehr als doppelt so groß wie jener während der Weltfinanzkrise im ersten Quartal 2009.

Arbeitslosenquote und Kurzarbeit nehmen zu

„Die Rezession hinterlässt deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt und im Staatshaushalt“, sagt Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „In der Spitze wird die Arbeitslosenquote in diesem Jahr auf 5,9 % und die Zahl der Kurzarbeiter auf 2,4 Mio. hochschnellen.“ Im Durchschnitt werden die Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vorjahr um knapp eine Viertel Million auf 2,5 Mio. steigen.

„Deutschland bringt gute Voraussetzungen mit, den wirtschaftlichen Einbruch zu verkraften und mittelfristig wieder das wirtschaftliche Niveau zu erreichen, das sich ohne die Krise ergeben hätte“, sagt Wollmershäuser. Die günstige Finanzlage ermöglicht es dem Staat, weitgehende Maßnahmen zur Abfederung der kurzfristigen negativen Folgen für Unternehmen und private Haushalte zu ergreifen. Diese führen in diesem Jahr zu einem Rekorddefizit beim Gesamtstaat (Bund, Länder, Gemeinden, Sozialversicherung) von 159 Mrd. Euro. Der Bruttoschuldenstand des Staates wird in diesem Jahr auf 70 % in Relation zum nominalen Bruttoinlandsprodukt steigen.

Die Abwärtsrisiken, die mit dieser Prognose verbunden sind, sind den Forschungsinstituten zufolge erheblich. So könnte sich die Pandemie deutlich langsamer abschwächen als angenommen. Auch das Wiederhochfahren der wirtschaftlichen Aktivität könnte schlechter gelingen und eine erneute Ansteckungswelle auslösen. Zudem könnten weitere Maßnahmen zur Infektionsbekämpfung in Kraft treten, die die Produktion länger oder in größerem Umfang stilllegen. Verwerfungen im Finanzsystem als Folge zunehmender Unternehmensinsolvenzen würden wahrscheinlicher, die durch staatliche Schutzschilde nicht verhindert werden könnten.

Die Gemeinschaftsdiagnose wird erarbeitet vom DIW in Berlin, vom Ifo-Institut in München, vom IFW in Kiel, vom IWH in Halle und vom RWI in Essen.

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