Schuler Servopressen werden künftig zum Industriestandard avancieren
In der Umformtechnik sind Servopressen relativ neu. Dennoch zeichnet sich jetzt schon ein Boom ab. Von Joachim Beyer, Mitglied des Vorstandes der Schuler AG und im Geschäftsbereich Forming Systems verantwortlich für Großpressen/Automotive, wollten wir wissen, was Servopressen besonders gut können und worin die Flexibilitäts-Geheimnisse liegen.
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Mit der Servopresse scheint Schuler ein großer Wurf gelungen zu sein. Was ist das Besondere an ihr?
Beyer: Die Servo-Direkt-Technologie, die wir im Rahmen unserer Hausmesse im Januar 2007 erstmals unseren Kunden vorgestellt haben, bietet grundsätzlich vier wesentliche Vorteile, die mit Schwungradmaschinen nicht erreichbar sind. Das sind die freie Programmierbarkeit der Weg-Zeit-Verläufe, die frei programmierbare Hubhöhe, die Einricht- und Try-out-Funktionalität in einer bisher nicht bekannten Präzision und Einfachheit sowie die deutlich erhöhte Energieeffizienz.
Bei der Servo-Direkt-Technologie handelt es sich also nicht nur um eine Weiterentwicklung bekannter Pressenantriebe, sondern um einen Technologiesprung, der nur selten erreichbar ist. Alle Kunden, die in unserem Haus Stanzversuche machen, bestätigen das und sind begeistert von der Produktionssteigerung ohne Veränderungen am Werkzeug.
In einem Schuler-Slogan ist zu lesen, dass sich mit der Servo-Direkt-Technologie der Erfolg programmieren lässt. Wie funktioniert das?
Beyer: Bei diesem Zitat handelt es sich um einen Slogan, der darauf hinweist, dass bei klassisch-mechanischen Pressen, also Schwungradmaschinen, die Umformgeschwindigkeit nicht programmierbar ist, sondern lediglich über die Hubzahl beziehungsweise Drehzahl des Pressengetriebes beeinflusst werden kann. Ich kenne aktuell kein Beispiel, bei dem die Ausbringung durch die Servo-Direkt-Technologie mit einem vorhandenen Werkzeug nicht um mindestens 20% gesteigert werden konnte.
In der Regel liegen die Produktionssteigerungen bei deutlich über 50% und bei Umstellung des Produktionsprozesses auf die Möglichkeiten der Servo-Direkt-Technologie bei über 100%. Es gibt Beispiele, bei denen vor der Verarbeitung in einer Transferpresse auf eine Prog-Die-Presse mit Folgeverbundwerkzeugen und Mehrteilfertigung umgestellt wurde und dadurch die Ausbringung um über 300% und der Materialnutzungsgrad um 6 bis 20% verbessert werden konnte.
Insofern bedeutet die Programmierbarkeit des Umformprozesses erhöhte Produktivität und damit in der Regel wirtschaftlichen Erfolg. Leider liegt es nicht in unserer Macht, mit der Programmierbarkeit der Stößelgeschwindigkeit die Abhängigkeit des Unternehmens Schuler von der gegenwärtigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zu kompensieren.
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