Interviewreihe Energieeffizienz „So reduzieren wir den Strombedarf um 750.000 Kilowattstunden“

Von Melanie Krauß

Um steigenden Energiepreisen zu begegnen, setzt Schuler unter anderem auf einen Gruppenvertrag. Welche Maßnahmen das Unternehmen sonst noch ergreift, verrät Dr. Peter Jost im Interview.

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Dr. Peter Jost ist Chief Operating Officer bei Schuler.
Dr. Peter Jost ist Chief Operating Officer bei Schuler.
(Bild: Schuler Group GmbH)

Welche Energie nutzen Sie bei Schuler?

Wir beziehen neben Strom und Erdgas an bestimmten Standorten auch Heizöl und Fernwärme. Seit Jahresbeginn werden alle Betriebsstätten in Deutschland vollständig mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen versorgt.

Wie stark ist Schuler von den Preiserhöhungen bei Energie betroffen?

Wir versuchen, mithilfe eines strukturierten Beschaffungsmodelles und eines Andritz-Gruppenvertrages flexibel auf Chancen und Risiken des Marktes zu reagieren beziehungsweise die Risiken bestmöglich auszugleichen. (Anmerkung der Redaktion: Schuler ist Teil des internationalen Andritz-Konzerns.)

Welche Maßnahmen ergreifen Sie bereits, um Energie im Unternehmen effizient zu nutzen oder einzusparen?

Da kann ich Ihnen zwei Beispiele nennen. Der 2017 fertiggestellte Schuler Innovation Tower am Hauptsitz in Göppingen wird mit einem Abwasser-Wärmetauscher sowohl geheizt als auch gekühlt. Er nutzt dafür die Energie aus der Kanalisation in unmittelbarer Nähe des Gebäudes. Im Sommer läuft der Prozess umgekehrt: Die Wärme wird dem Gebäude entzogen und an die Kanalisation abgegeben.

Darüber hinaus rüsten wir in diesem Jahr die Beleuchtung der Werkshallen an unserem Standort Erfurt auf LED um. So reduzieren wir den Strombedarf um 750.000 Kilowattstunden, was dem durchschnittlichen Verbrauch von 200 Familien entspricht.

Haben die aktuellen Entwicklungen dazu geführt, dass Schuler neue Maßnahmen ergreift oder bestehende Maßnahmen auf den Prüfstand stellt?

Wir prüfen laufend Möglichkeiten zur Reduzierung des Energiebedarfs und haben dies auch schon in der Vergangenheit getan. Für unsere Kunden haben wir bereits 2014 das Programm „Ecoform“ aufgelegt. Damit lassen sich bei verschiedenen Produkten Einsparungen von bis zu 60 Prozent realisieren. Bei Pressenlinien können da mehrere Millionen Kilowattstunden im Jahr zusammenkommen.

Blicken wir einmal fünf Jahre in die Zukunft: Mit welchen Entwicklungen rechnen Sie bis dahin beim Thema Energie und wie stellen Sie sich die Energieversorgung für Schuler ganz konkret vor?

Mit der Umstellung auf Strom aus regenerativen Energiequellen haben wir einen wichtigen Schritt zur Klimaneutralität getan. Zusätzlich prüfen wir jede Möglichkeit, Energie zu sparen. Digitalisierung, Lean & Green sind nicht nur für unsere Kunden, sondern auch für uns in Operation wichtige Themen. Diesen Weg wollen wir weiterverfolgen. Wie sich die Energieversorgung allerdings in fünf Jahren darstellt, das lässt sich heute nicht seriös beantworten – wie schnell sich die Rahmenbedingungen ändern können, haben wir ja in den vergangenen Wochen gesehen.

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