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Wirtschaftsvereinigung Stahl Stahlbranche fordert verlässliche Rahmenbedingungen

| Redakteur: Stéphane Itasse

Die Stahlindustrie in Deutschland bewegt sich nach eigenen Angaben in einem schwierigen Umfeld. Aus diesem Grund fordert die Branche von der Politik verlässliche Rahmenbedingungen, wie die Wirtschaftsvereinigung Stahl im Stahl-Zentrum, Düsseldorf, mitteilt.

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Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident und Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung Stahl, fürchtet weitere Belastungen der Stahlbranche durch die Politik.
Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident und Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung Stahl, fürchtet weitere Belastungen der Stahlbranche durch die Politik.
(Bild: Wirtschaftsvereinigung Stahl)

Zum einen habe sich die Wettbewerbsintensität auf den internationalen Märkten nochmal deutlich erhöht, zum anderen zögen die Rohstoffkosten wieder an. Darüber hinaus seien durch die Rezession in Europa Diskrepanzen zwischen Angebot und Nachfrage entstanden.

Schwache Konjunktur zieht Stahlmarkt mit nach unten

Die konjunkturelle Verunsicherung habe 2012 tiefe Spuren auf den Stahlmärkten hinterlassen. Auch der deutsche Stahlmarkt habe sich diesem Negativtrend nicht entzogen. Die Rohstahlproduktion ging laut Verbandsmitteilung im vergangenen Jahr um 4 % auf 42,7 Mio. t zurück. Die Marktversorgung mit Walzstahl, also die Summe aus Inlandslieferungen und Importen, sei um 7 % gesunken.

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„Mit einer Kapazitätsauslastung von effektiv 84 % stellt sich die Lage in Deutschland im internationalen Vergleich noch relativ gut dar“, sagt Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl. Zum Vergleich: In der EU lag sie laut Mitteilungbei 74 %, weltweit bei 79 %. Die Auslastung in Deutschland sei damit allerdings auf den tiefsten Stand seit 1996 gefallen, das Krisenjahr 2009 ausgenommen.

Stahlbranche sieht wieder Zeichen für eine Erholung

Inzwischen gebe es jedoch hoffnungsvolle Zeichen: Im Januar hat die Rohstahlproduktion um 5 % im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 3,6 Mio. t zugelegt, wie es heißt. Dies sei der stärkste Zuwachs seit September 2011. Der Auftragseingang Walzstahl sei auf einen moderaten Erholungskurs eingeschwenkt.

Bereits im vierten Quartal 2012 hätten die Bestellungen angezogen. Zuvor waren sie laut Verband sechs Quartale in Folge auf Jahressicht gefallen. Auch die Auftragsbestände hätten sich leicht erhöht. In der stahlverarbeitenden Industrie (Bau-, Maschinenbau-, Metallwaren- und Automobilindustrie) habe sich das Geschäftsklima im Januar auf breiter Front verbessert.

Lage auf dem europäischen Stahlmarkt bleibt angespannt

„Diese bislang vorliegenden Indikatoren stützen unser Konjunkturbild vom Jahresende 2012“, sagt der Verbandspräsident. „Bei der Rohstahlproduktion rechnen wir im Wesentlichen mit einer Seitwärtsbewegung von 42,7 auf 43 Mio. t. Bei der Marktversorgung mit Walzstahl halten wir ein leichtes Plus auf 39 Mio. t für möglich.“ Die Kapazitätsauslastung bleibe damit unterdurchschnittlich. „Eine durchgreifende Erholung erwarten wir für dieses Jahr noch nicht“, so Kerkhoff.

Auf dem europäischen Stahlmarkt bleibe die Lage schwieriger: Die Nachfrage in der EU-27 wird 2013 um 1 % auf nur noch 141 Mio. t sinken, so die jüngste Prognose der Eurofer-Konjunkturkommission. Eine graduelle Aufwärtsbewegung dürfte erst 2014 in Gang kommen, heißt es. Auch dann bleibe der Markt aber noch 30 % unter dem Spitzenniveau von 2007 und 15 % unter dem durchschnittlichen Level, das im Zeitraum 2000 bis 2005 erzielt wurde.

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