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Thyssen-Krupp Stahlwerk Beeckerwerth feiert 50. Geburtstag

| Redakteur: Stéphane Itasse

Die Mannschaft des Beeckerwerther Oxygenstahlwerks von Thyssen-Krupp Steel Europe in Duisburg hat Grund zur Freude: Die im Jahr 1962 nach knapp zwei Jahren Bauzeit auf der grünen Wiese in Betrieb genommene Anlage hat ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert.

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Das Thyssen-Krupp-Stahlwerk in Duisburg-Beeckerwerth wurde vor 50 Jahren eingeweiht.
Das Thyssen-Krupp-Stahlwerk in Duisburg-Beeckerwerth wurde vor 50 Jahren eingeweiht.
(Bild: Thyssen-Krupp)

Seit Inbetriebnahme des Werkes in den Wirtschaftswunderjahren wurden hier rund 209 Mio. t Rohstahl hergestellt. Die Menge würde theoretisch ausreichen, um rund 21.000 Eiffeltürume davon zu bauen.

Stahlwerk hat Jahreskapazität von 5,9 Mio. t Rohstahl

Das Stahlwerk Duisburg-Beeckerwerth, in dem rund 780 Menschen arbeiten, hat eine Jahreskapazität von 5,9 Mio. t Rohstahl bei einem durchschnittlichen Schmelzengewicht von 265 t. Erbaut wurde es vor genau 50 Jahren mit zwei Konvertern; 1971 wurde es um einen dritten Konverter erweitert.

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Mit dem Bau der ersten Stranggießanlage im Jahre 1974 konnte ein Teil des Kokillengusses stillgelegt werden. 1980 wurde eine weitere Stranggießanlage in Betrieb genommen und der Kokillenguss dann 1986 komplett eingestellt. 1987 wurde das Stahlwerk auf Konvertergasrückgewinnung mit neuer Primär- und Sekundärentstaubung umgebaut. Gleichzeitig konnte die erste Stahlentgasungsanlage in Betrieb genommen werden. Eine weitere hat Ende 2001 den Betrieb aufgenommen.

Oxygenstahlwerk verarbeitet Roheisen zu Flüssigstahl

Im Beeckerwerther Oxygenstahlwerk wird das zuvor aus den Hamborner und Schwelgerner Hochöfen abgestochene und über Torpedopfannen angelieferte Roheisen über mehrere Prozessstufen hinweg zu Flüssigstahl in der vom Kunden jeweils gewünschten Qualität verarbeitet. Und das funktioniert – vereinfacht dargestellt – so: Roheisen enthält noch unerwünschte Begleitelemente wie Silizium, Schwefel und Phosphor. Der Schwefel wird dem Roheisen in einem vorgeschalteten Prozess entzogen.

Im Konverter werden dann durch Aufblasen von Sauerstoff über eine wassergekühlte Lanze die anderen unerwünschten Begleitstoffe entfernt. Diesen Vorgang, bei dem Temperaturen im Brennfleck von mehr als 2500 °C entstehen, nennt man „Frischen“.

Flüssiger Rohstahl ist beim Abstich 1650 bis 1720 °C heiß

Als Kühlmittel des kochenden Stahls wird zusätzlich Stahlschrott in einer Größenordnung von 10 bis 30 % der Gesamtcharge zugesetzt. Der eigentliche Blasprozess dauert rund 18 Minuten.

Beim Abstich in eine Stahlgießpfanne hat der flüssige Rohstahl immer noch eine Temperatur von 1650 bis 1720 °C. Zusätzlich können beim Abstich schon Legierungsmittel zugegeben werden.

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