Wachstumsmarkt Luft- und Raumfahrt Take-off für die Zerspanungstechnik

Redakteur: Frank Fladerer

Die Luft- und Raumfahrttechnik gehört mit einem Umsatzvolumen von rund 20 Mrd. Euro und 80 000 Beschäftigten heute zu den wichtigsten Märkten des deutschen Maschinenbaus. Und der Markt wächst – trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Art der Bauteile und die eingesetzten Werkstoffe stellen für Werkzeugmaschinen-Bauer und Zerspaner jedoch erhebliche Herausforderungen dar.

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Der Markt für Luft- und Raumfahrttechnik gehört zu den wichtigsten Bereichen des deutschen Maschinenbaus. Technisch stellen sich vor allem durch die Verwendung von Materialien wie Titan große Herausforderungen. Bild: Mori Seiki
Der Markt für Luft- und Raumfahrttechnik gehört zu den wichtigsten Bereichen des deutschen Maschinenbaus. Technisch stellen sich vor allem durch die Verwendung von Materialien wie Titan große Herausforderungen. Bild: Mori Seiki
( Bild: Mori Seiki )

Eine Startbahn irgendwo in Deutschland: Ein Jumbo beschleunigt. Kaum mehr als 40 s dauert es, bis das 400 t schwere Flugzeug seine Startgeschwindigkeit von 250 km/h erreicht hat. Eine Kraftprobe für die eingesetzten Bauteile.

Die Unternehmen aber sehen sich bei der Produktion von Flugzeugen – ob Jumbo oder Airbaus – mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Dich bietet die derzeitige Krise zum Trotz aber auch glänzende Zukunftsaussichten. Den Grund für diesen Optimismus liefern einschlägige Studien, die ein stabiles jährliches Wachstum beim Passagieraufkommen und Luftfrachtvolumen erwarten.

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Demnach soll der zivile Luftverkehr, der rund 60% des Umsatzes in der deutschen Luft- und Raumfahrttechnik ausmacht, in den kommenden 20 Jahren durchschnittlich um 5% wachsen. Für den militärischen Bereich und die Raumfahrt wird ein recht konstantes Volumen erwartet. Die Kombination von Wachstum und Durchschnittsalter der Flugzeugflotten führt zu einem Bedarf von mehr als 20 000 neuen Verkehrsflugzeugen in den nächsten 20 Jahren.

Finanzkrise (bislang) ohne Einfluss auf Wachstumsaussichten

Derzeit hat die aktuelle Finanzkrise noch keine sehr großen Auswirkungen auf die deutschen Hersteller von Luft- und Raumfahrttechnik. „Momentan haben wir eine exzellente Auslastungslage“, erklärt Christopher Bach, Pressesprecher beim Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), der die Interessen der Hersteller vertritt. An den langfristigen Wachstumsaussichten werde die Krise auch nichts ändern, obwohl Leasinggesellschaften und einzelne Airlines derzeit mit Finanzierungsproblemen Schlagzeilen machten, so BDLI-Präsident Dr. Thomas Enders.

Zerspaner stehen vor zahlreichen technischen Herausforderungen

An die Hersteller stellt die Luft- und Raumfahrt gerade im Bereich Zerspanung eine ganze Reihe technischer Herausforderungen. Das Spektrum der Bauteile umfasst einerseits sehr komplexe, aufwändig und umfangreich zu bearbeitende Werkstücke sowie große Bauteile mit einem hohen Zerpanvolumen. Andererseits unterscheiden sich die Zerspanungseigenschaften der eingesetzten Werkstoffe zum Teil deutlich von anderen Bereichen des Maschinenbaus. Namentlich drei in der Luft- und Raumfahrttechnik beliebte Materialien verursachen bei der Zerspanung erhebliche Probleme:

  • Nickelbasis-Legierungen werden unter anderem bei Turbinenschaufeln, Impellern und Gehäusen in der Heißzone von Flugzeugtriebwerken verwendet.
  • Titan dient als Werkstoff bei Fahrwerken und anderen Hydraulikbauteilen.
  • Kohlefaserverstärkte Kunststoffe (CFK) werden häufig zusammen mit Titan für Strukturbauteile eingesetzt, beispielsweise für Seitenleitwerkkästen, Verstrebungen oder Bremsklappen.

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