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Die vergangenen Jahre haben Kubos Recht gegeben – auch das Reich der Mitte wurde vom internationalen Wettbewerb eingeholt. Neben der stetigen Verteuerung der Produktion muss sich das Land auch hinsichtlich Qualität, Innovationsfähigkeit, logistischer Anbindung und Zuverlässigkeit mit anderen Niedriglohnländern messen lassen. „Die Balance zwischen niedrigen Fertigungskosten und hoher Qualität zu finden – das ist die größte Herausforderung im Global Sourcing. Gerade unter diesem Blickwinkel hat sich die Türkei neben den EU-Beitrittsländern als hochinteressante Alternative hervorgetan“, so Kubos.
Türkei bietet als Beschaffungsmarkt Stabilität
Das Land am Bosporus gilt nicht nur wegen seiner herausragenden Lage zwischen Asien und Europa sowie der politischen und wirtschaftlichen Stabilität als einer der derzeit attraktivsten Beschaffungsmärkte für viele europäische Unternehmen. Vor allem die im Vergleich nach wie vor niedrigen Lohnkosten sind einer der wichtigsten Standortvorteile. Die monatlichen Durchschnittslöhne liegen im internationalen Vergleich im unteren Bereich noch hinter den osteuropäischen Ländern, wie der Vergleich der monatlichen Durchschnittslöhne 2009 ohne Lohnnebenkosten zeigt (Quelle: EIU):
- Deutschland: 3203 US-Dollar
- Tschechien: 1282 US-Dollar
- Polen: 1003 US-Dollar
- Ungarn 986 US-Dollar
- Slowakei 810 US-Dollar
- Rumänien 618 US-Dollar
- Türkei 430 US-Dollar
Die Türkei pflegt traditionell gute Wirtschaftsbeziehungen mit der EU. Die laufenden EU-Beitrittsverhandlungen und die dadurch initiierten politischen und wirtschaftlichen Reformen haben die Rahmenbedingungen für Einkäufer sichtlich verbessert.
Die seit 1996 bestehende Zollunion hat den Wert der Türkei als Beschaffungsland nochmals gesteigert – ein großer Vorteil gegenüber der Volksrepublik in Fernost, deren Außenhandel mit der Europäischen Union trotz Beitritts zur WTO im Jahr 2001 weiterhin mit zahlreichen Zöllen belegt ist. Aufgrund der geografischen Nähe ist die Türkei auch logistisch viel besser und schneller an Europa angebunden als China: Drei Tage Transportzeit bei deutlich höheren Frequenzen stehen dem vierwöchigen Schiffstransport aus Fernost gegenüber.
Türkei bietet als Beschaffungsmarkt hoch entwickelte Lieferantenstrukturen
Mit einer Einwohnerzahl von mittlerweile mehr als 75 Mio. verfügt die Türkei zudem über ein nahezu unerschöpfliches Reservoir an Arbeitskräften. Die Landbevölkerung stellt dabei weiterhin den größten Anteil. Das starke Bevölkerungswachstum von etwa 1,2% pro Jahr und das Durchschnittsalter von nur 28,8 Jahren führen zu einem anhaltenden Zuzug junger, motivierter Türken in die aufstrebenden Wirtschaftszentren wie Istanbul, Ankara und Bursa. Die Nachfrage nach Arbeit im Niedriglohnsektor bleibt deshalb auf unabsehbare Zeit stark.
Im Gegensatz zu anderen Niedriglohnländern mit ähnlichen demografischen Rahmenbedingungen ist das Bildungsniveau überdurchschnittlich hoch. Türkische Arbeitskräfte gelten als sehr motiviert und flexibel – und bieten gerade für deutsche Unternehmen einen entscheidenden Vorteil: Viele Firmen beschäftigen Mitarbeiter, die über Deutschlanderfahrung und gute Deutschkenntnisse verfügen. Auf der Führungsebene finden sich immer öfter international geschulte, hoch qualifizierte Manager.
Peter Meisel ist Key Account Manager bei der Easysourcing GmbH in 10117 Berlin
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