Marktübersicht Rohrbiegemaschinen Über Dorne und Rollen: Rohrbiegemaschinen biegen in Bestform

Autor / Redakteur: Walter Frick / Dietmar Kuhn

Gebogene Metallrohre sind als Konstruktionselemente oder zum Durchleiten von Flüssigkeiten und Gasen unverzichtbar. Anwendungen finden sich quer durch alle Branchen: Vom Schiffbau über den Maschinen-, Kraftwerks- und Anlagenbau, die Fahrzeugindustrie, die Möbel- und Hydraulikindustrie bis hin zur Luft- und Raumfahrttechnik. So verschieden wie die Anforderungen an das Bauteil sind auch die Umform-Verfahren.

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Zu den gebräuchlichsten Verfahren des Rohrbiegens zählen:

  • das Rotationszugbiegen,
  • das Kompressionsbiegen,
  • das Pressbiegen,
  • das Drei-Rollen-Biegen,
  • das Abrollbiegen und
  • das Freiformbiegen.

Rotationszugbiegen weit verbreitet

Ein weit verbreitetes und sehr präzises Biegeverfahren unter Einsatz formspeichernder Biegewerkzeuge ist das Rotationszugbiegen. Es kommt zur Anwendung, wenn Rohrfiguren mit kleinem Biegefaktor (= mittlerer Biegeradius/Rohrdurchmesser) und großem Wanddickenverhältnis (= Rohr-durchmesser/Wanddicke) hergestellt werden sollen. Das Rohr wird hierbei zwischen einer Biegerolle und einem Klemmstück fixiert und durch Rotation beider Werkzeuge um die Biegeachse umgeformt.

Während des Biegeprozesses kann das Rohr von innen durch einen Dorn abgestützt und so vor dem Einfallen des Rohrquerschnitts bewahrt werden. Biegeradien von unter 1 × D bis etwa 2 × D (D = Rohrdurchmesser) sind beispielsweise im Fahrzeugbau an der Tagesordnung und liegen in dem oftmals beengten Bauraum sowie dem Bestreben nach Leichtbauweise begründet.

Kompressionsbiegen ähnelt dem Rotationszugbiegen

Das Kompressionsbiegen ist dem Rotationszugbiegen recht ähnlich, jedoch wird hier das Rohr zwischen einer stationären Biegerolle und einem Gleitschlitten fixiert. Durch Rotation des Gleitschlittens um die Biegerolle wird das Rohr auf den Radius der Biegerolle gebogen.

Ein einfaches Biegeverfahren für dickwandige Rohre und große Biegeradien (ab etwa 3 x D) ist das Pressbiegen. Dabei wird das Biegewerkzeug mit dem eingearbeiteten Radius gegen zwei Gegenlager gepresst und man zwingt so das zwischen den Werkzeugen eingespannte Rohr zur Biegung um den Radius.

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