Trenntechnik

Wasserstrahlschneiden bringt Flexibilität und neue Kunden

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Die von Berg gekaufte Resato R-LCM 4020, das heißt 4 m × 2 m Tischgröße, ist mit einer Hochdruckpumpe bis zu 4000 bar ausgestattet. „Resato baut solche Pumpen ja schon seit mehreren Jahrzehnten für Wasserstrahlschneidmaschinen und andere Anwendungen“, erklärt von Gersdorff. „Vor etwa zehn Jahren hat Resato damit angefangen, auch komplette Maschinen zu bauen“, ergänzt der Hezinger-Fachmann. Resato ist ein niederländisches Unternehmen mit Sitz in Roden bei Groningen.

Die von dort gelieferten Wasserstrahlschneidmaschinen zeichnen sich insbesondere durch die berührungslosen Linearantriebe in allen Achsen aus, wobei es machbar ist, aus einem aktuellen Job auszusteigen und eine andere, möglicherweise wichtigere Aufgabe zwischenzeitlich zu erledigen. Danach fährt die Düse exakt wieder den vorhergehenden Punkt an, um auch den ersten, unterbrochenen Job zu Ende zu bringen. Die Anlagen sind in ihrer Konzeption recht einfach aufgebaut und deshalb auch weitgehend wartungsarm und verschleißfrei. Je nach geforderter Schneidleistung lassen sich Druck, Schneidgeschwindigkeit und Abrasivmenge exakt einstellen.

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Schnittbild und Schnittfolge werden vom Schreibtisch programmiert

Mit Hilfe einer „schönen“ Bedienersoftware, wie es Berg ausdrückt, wird die Wasserstrahlschneidmaschine über einen Touch-Screen bedient. Auf dem Bildschirm werden dazu alle relevanten Daten und Parameter, wie etwa Abrasivmenge, Druck oder Schneidgeschwindigkeit, angezeigt und deren Zusammenspiel verdeutlicht. Das Schnittbild sowie die Schnittfolge werden jedoch offline programmiert. Das erledigt Berg vom PC auf seinem Schreibtisch aus.

Zur Wasserstrahlschneidmaschine selbst gesellen sich noch der Behälter für das Abrasiv-Material beziehungsweise das Schneidmittel, das zusammen mit Wasser das Schneidmedium bildet, und die Hydraulikpumpe, die für den Schneiddruck von maximal 4000 bar sorgt. Damit werden nicht nur Konturen geschnitten, sondern auch Löcher hergestellt. „Wir schießen“, so Berg, „Löcher in das Blech, beispielsweise 3 mm Durchmesser; das ist nur eine Sache von Sekunden, egal, auch wenn es ein größerer Durchmesser ist“, teilt Berg mit Begeisterung mit.

Investition in Wasserstrahlschneidmaschine brachte neue Kunden

Dafür und zum Schneiden der Konturen hat Berg nur zwei Düsen im Einsatz, eine 0,8er und eine 1,1ser, die er in seine Einkopf-Wasserstrahlschneidmaschine einsetzt. Unterschieden wird bei Resato zwischen Einkopf-, Zweikopf- und Dreikopfmaschinen. Dabei wird das Portal bis zu einer Maschinenbreite von 3 m über die lange Seite geführt. „Das hat den Vorteil“, bemerkt von Gersdorff, „daß die Köpfe einmal besser positioniert werden können, weil mehr Platz auf dem Balken zur Verfügung steht und andererseits die gesamte Fläche zur Bestückung zur Verfügung steht.“ Bei den Anlagen mit zwei Köpfen und mehr werden diese jeweils einzelgesteuert und separat programmiert. Der Vorteil ist der, daß damit zweimal die gleiche Kontur gefahren werden kann.

Udo Berg macht aus seiner Wasserstrahlschneidmaschine kein Geheimnis und bekennt sich dazu, dass ihm die Investition nicht nur viel mehr Flexibilität brachte, sondern auch viel neue Kunden und Anwendungen, an die er vorher nicht zu denken wagte. „Zu etwa 20% nutze ich die Anlage für den Eigenbedarf, also für den Zuschnitt von Blechen für die Behälter der Schokoladenindustrie, in der übrigen Zeit erfülle ich Sonderwünsche meiner vielfältigen Kunden, die mal nur ein Stück, mal auch mehrere Hundert Stück von einem Bauteil benötigen“, verrät Schlossermeister Berg und ist sich sicher, mit der Investition in die Wasserstrahlschneidmaschine von Resato und Hezinger den richtigen Schritt gemacht zu haben.

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